Information über ozonschichtabbauende Kältemittel

Ozonschichtabbauende Stoffe sind flüchtige organische Verbindungen, die Chlor und Brom enthalten. Die Stabilität und Langlebigkeit dieser Stoffe führt dazu, dass sie bis in die Stratosphäre (15-35 km Höhe über der Erdoberfläche) gelangen und dort in einem photochemisch induzierten Prozess die stratosphärische Ozonschicht zerstören. Verantwortlich für die ozonschichtabbauende Wirkung sind die photochemisch gebildeten und sehr reaktiven Chlor- und Bromradikale, die beim Ozonschichtabbau als Katalysator wirken.

Das Ozon in der Stratosphäre bildet einen "Schutzschild", der uns vor der lebens-feindlichen UV-B Strahlung (Wellenlänge 280-320 Nanometer) schützt. Diese energiereiche Strahlung aus dem Kosmos schädigt Proteine und Nukleinsäuren, die Bausteine des Lebens. Beim Menschen kann UV-B-Strahlung Hautkrebs verursachen. 

Seit Mitte der 70er Jahre wird ein globaler Abbau des stratosphärischen Ozons beobachtet. 1985 wurde aufgrund von spektralphotometrischen Satellitenmessungen über dem Südpol eine ungewöhnlich starke Abnahme der Ozonmenge während des antarktischen Frühlings (September/Oktober) entdeckt. Dieses Phänomen, als antarktisches "Ozonloch" bezeichnet, wiederholt sich jährlich.

Als Hauptursache für den Abbau des stratosphärischen Ozons gelten die synthetisch hergestellten Fluorchlorkohlenwasserstoffe (FCKW) und die früher weit verbreitet als Löschmittel eingesetzten Bromhalogenkohlenstoffverbindungen, sogenannte Halone.

Mit der Unterzeichnung des Montrealer Protokolls zum Schutz der stratosphärischen Ozonschicht hat sich die Schweiz verpflichtet, die Herstellung, Einfuhr und Verwendung von ozonschichtabbauenden Stoffen schrittweise einzustellen und den Verkehr mit solchen Stoffen sowie die noch erlaubten Anwendungen zu kontrollieren.

Die Chemikalien-Risikoreduktions-Verordnung (SR 814.81) regelt in Anhang 1.4 den Umgang mit Stoffen, die zu einem Abbau der Ozonschicht führen. Die Herstellung, Einfuhr, Ausfuhr und Verwendung von ozonschichtabbauenden Stoffen sind bis auf wenige Ausnahmen verboten oder unterliegen restriktiven Beschränkungen.

Generaleinfuhrbewilligung

Für den Import von ozonschichtabbauenden Stoffen muss eine Generaleinfuhrbewilligung des Bundesamtes für Umwelt beantragt werden.
Gesuchsformular für die Einfuhr und Liste der bewilligungspflichtigen ozonschichtabbauenden Stoffe
 
Ozonschichtabbauende Stoffe als Kältemittel in Anlagen und Geräten:
Es sind noch Kälteanlagen früherer Bauart in Betrieb, die ozonschichtabbauende Kältemittel enthalten (z.B. R12, R502, R22): Ende 2014 ist die letzte Übergangsfrist für das Nachfüllen von R22 und allen anderen ozonschichtabbauenden Kältemitteln abgelaufen. Bestehende Anlagen oder Geräte mit vollhalogenierten Fluorchlor-kohlenwasserstoffen (FCKW) oder teilhalogenierten Fluorkohlenwasserstoffen (HFCKW) dürfen weiter betrieben werden, vorausgesetzt, sie sind betriebssicher und dicht (jährliche Dichtigkeitsprüfung obligatorisch). Undichte Anlagen oder Geräte mit diesen Kältemitteln müssen auf ein erlaubtes Kältemittel umgerüstet oder durch eine Neuanlage ersetzt werden.

Kontakt
Amt für Umweltschutz und Energie
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