Verbot von in der Luft stabilen Kältemitteln in Anlagen

Mit der Änderung des Anhangs 2.10 „Kältemittel“ der Chemikalien-Risikoreduktions- Verordnung (ChemRRV) per 1. Dezember 2013 wurde die Bewilligungspflicht für Kälte- und Klimaanlagen sowie Wärmepumpen mit mehr als 3 kg in der Luft stabilen Kältemitteln aufgehoben.

Die Bewilligungspflicht wurde ersetzt durch Verbotsregelungen für die Verwendung von in der Luft stabilen Stoffen als Kältemittel in stationären Anlagen, in Abhängigkeit der installierten Nutzkälteleistung und der Kälteanwendung. Der Einsatz von in der Luft stabilen Kältemitteln (wie z.B. R134a, R404A, R410A, R407C u.a.) ist für die nach-stehend aufgeführten Anwendungen verboten wie folgt:

Klimakälte:
  • in Klimakälteanlagen (Komfort) und Wärmepumpen (Komfort) mit einer Kälte-/Heizleistung von mehr 600 kW
  • in Wärmepumpen zur Nah- und Fernverteilung von Wärme mit einer Kälteleistung von mehr als 600 kW
  • in Systemen mit variabel geregeltem Kältemittelstrom (VRF) oder -volumen (VRV) mit mehr als 40 Verdampfereinheiten oder einer Kälteleistung von mehr als 80 kW
Gewerbekälte:
  • in Gewerbekälteanlagen zur Minuskühlung mit einer Kälteleistung von mehr als 30 kW
  • in Gewerbekälteanlagen zur Pluskühlung mit einer Kälteleistung von mehr als 40 kW
  • in Gewerbekälteanlagen zur Minuskühlung mit einer Kälteleistung von mehr als 8 kW, wenn die Minuskühlung mit einer Pluskühlung kombinierbar ist
  • in Gewerbekälteanlagen zur Pluskühlung, wenn das Treibhauspotential (GWP) des verwendeten Kältemittels grösser als 2500 ist
Industriekälte:
  • in Industriekälteanlagen für die Tiefkühlung mit einer Kälteleistung von mehr als 100 kW
  • in Industriekälteanlagen für alle anderen Anwendungen mit einer Kälteleistung von mehr als 400 kW
Kunsteisbahnen:
  • ausgenommen temporäre Anlagen

Das Bundesamt für Umwelt (BAFU) kann auf begründetes Gesuch hin Ausnahmen vom Verbot gewähren, wenn nach dem Stand der Technik die Normen SN EN 378-1, -2 und -3 ohne die Anwendung eines in der Luft stabilen Kältemittels nicht eingehalten werden können, und wenn Emissionen soweit wie möglich vermieden werden.

Bei Überschreitung der für die einzelnen Anwendungen aufgeführten Kälteleistungen müssen zwingend natürliche Kältemittel wie Ammoniak, CO2 oder  Kohlenwasserstoffe verwendet werden, es sei denn, das zuständige Bundesamt für Umwelt (BAFU) erteilt eine Ausnahmebewilligung. Zu beachten ist dabei, dass die massgebenden Kälte-leistungen für die ganze Anwendung gelten und sich nicht auf einzelne Kältemaschinen oder Teilkreisläufe beziehen.

In der zugehörigen Wegleitung finden Sie Detailangaben zu den einzelnen Bestimm-ungen, Präzisierungen und Erklärungen sowie auch Hinweise zu Ausnahmebewilli-gungen, siehe   

Kältemittel in Anlagen - Link zu den entsprechenden Informationen des Bundesamts für Umwelt (BAFU)

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