Private

Was professionelle Unterhaltsdienste wissen müssen, ist bei privaten Liegenschaftsbesitzern und Haushalten noch zu wenig bekannt: Das Totalverbot der Anwendung von Herbiziden oder Unkrautvertilgern auf allen Strassen, Wegen, Plätzen, Dächern und Terrassen gilt auch für den privaten Liegenschafts- und Umgebungsunterhalt.
 
Das Totalverbot gilt bereits seit 1986 für die beruflich-gewerbliche Verwendung und wurde 2001 auch auf die private Verwendung ausgedehnt. Die Verwendung von Herbiziden ist im Anhang 2.5 der Chemikalien-Risikoreduktions-Verordnung (SR 814.81) geregelt.
 
Wieso ein Herbizidverbot ?
Die Begründung, wieso unerwünschter Bewuchs auf Parkplätzen, Zufahrtsstrassen, Kieswegen, Pflästerungen und Dächern nicht mit Herbiziden bekämpft werden darf, ist einfach: unsere Fliessgewässer und das Grundwasser sind ein kostbares Gut und müssen vor schädlichen Einwirkungen geschützt werden!
 
Bei der Anwendung von Unkrautvertilgern am Strassenrand, auf Wegen, Plätzen oder Dächern besteht nämlich die Gefahr, dass umweltschädliche Stoffe ins Grundwasser versickern oder mit dem Regen abfliessen können. Wegen der fehlenden Humusschicht bei Strassen-, Wegrändern und Plätzen kann der Boden chemische Stoffe in diesen Bereichen kaum zurückhalten oder abbauen. Der Gesetzgeber hat die Verwendung von Herbiziden deshalb hier restriktiv geregelt.
 
 
Alternativen
Die Begleitflora auf Siedlungsflächen ist natürlich und stellt sich auf wenig genutzten Bereichen spontan ein. Deshalb darf man " Unkraut " auf wenig begangenen Plätzen und Wegen oder in Randbereichen von Zufahrtsstrassen und Parkplätzen tolerieren. Hier ist wenig Pflege notwendig. Bei Bedarf kann der Bewuchs problemlos kurz gehalten werden.
 
Bei Hartbelägen wirkt ein kräftiger Besen vorbeugend: regelmässiges Wischen ist ein Stressfaktor und verhindert durch die Entfernung von Humus das Keimen von Pflanzen in Ritzen und Fugen. Für glatte Beläge eignen sich spezielle Schaber, für grössere Zwischenräume der Fugenkratzer. Einzeln spriessende Pflanzen oder Unkrautnester müssen im Frühstadium ausgejätet werden.
 
Die Spontanvegetation ist auch Nahrungsgrundlage für viele einheimische Insekten und Kleintiere. Entscheiden auch Sie sich für die Bereicherung unseres Lebensraums, indem Sie ausnahmsweise oder auch ganz bewusst in einer kleinen Ecke hie und da "Unkraut" tolerieren. Die Natur wird es uns mehrfach danken. 
   
Information für Fachleute  
Problempflanzen  
BL-Merkblatt Herbizidverbot  
BL-Merkblatt Natutnahe Gärten attraktiv gestalten  
Information des Bundesamtes für Umwelt (BAFU)
Kontakt
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