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Schweizerhalle

Ausgangssituation
Die Sanierung des Unfallstandortes Schweizerhalle (Brand 1986) erfolgte einige Jahre vor Inkrafttreten der Altlastenverordnung am 1. Oktober 1998 (AltlV, SR 814.680). Die Ziele und die Dringlichkeit der Sanierung wurden deshalb auf Grund der damaligen Gesetzgebung vor 1998 formuliert. Nach der Sanierung erfolgte in den letzten 18 Jahren eine Grundwasserüberwachung. Das Amt für Umweltschutz und Energie hatte 2010 eine Neubeurteilung der altlastenrechtlichen Situation durch den Realleistungspflichtigen verlangt.

Sanierung Brandplatz und bisherige Grundwasserüberwachung
Für die Sanierung des Brandplatzes wurde in den 1990er Jahren der belastete Boden und Untergrund bis in eine Tiefe von 10 m ausgehoben, gewaschen und das Material wieder eingebaut. Gemäss dem Schlussbericht zur Bodensanierung verblieben 322 kg Oxadixyl, ein Fungizid, im Untergrund zurück. Davon sind in den letzten 18 Jahren rund 50 kg ins Grundwasser ausgewaschen worden. Es wird angenommen, dass ein weiterer Anteil des Oxadixyls durch natürliche Abbauprozesse eliminiert wurde bzw. wird. Wie gross diese Abbaurate ist, konnte jedoch nicht beziffert werden. Zudem besteht eine Unsicherheit der Belastung der ungesättigten Zone in einer Tiefe von 10-15 m. Aus dieser Tiefe gibt es keine Resultate der Oxadixylbelastung. Man kann deshalb davon ausgehen, dass zum heutigen Zeitpunkt noch einige 100 kg Oxadixyl im Untergrund vorhanden sind.

Andere Pestizide, die bei der Löschung des Brandes 1986 ebenfalls in den Untergrund gelangten, konnten nach der Sanierung im Grundwasser nicht mehr festgestellt werden. Für eine altlastenrechtliche Beurteilung des Standortes ist deshalb das Oxadixyl die einzige relevante Substanz.

Der Standort wird seit dem Brand am 1. November 1986 bis heute durch Brauchwasser­entnahmen im Industrieareal in Schweizerhalle hydraulisch gesichert und überwacht. Zu den hydraulischen Sicherungen gehört neben gezieltem Abpumpen des Grundwassers am Standort auch eine am Standort der ehemaligen Lagerhalle erstellte Betonplatte. Die umliegenden Bereiche wurden mit Asphalt bedeckt. Es versickert deshalb sehr wenig Niederschlagswasser in den Untergrund (Annahmen gehen von 1-5% der Niederschlagsmenge aus) und das versickerte Wasser wird von den Grundwasserpumpen um den Standort angesaugt und entfernt. Zum Schutz der Trinkwasserfassung Obere Hard wird zusätzlich im Hardwald Rheinwasser versickert. Dadurch wird der hydraulische  Gradient verstärkt und ein Grundwasserfluss vom Unfallstandort in das Trinkwasserschutzgebiet verhindert.

Durch die Sanierungsmassnahmen konnten zwei der Sanierungsziele von 1986 erfüllt werden. Das dritte Ziel, das eine maximale Fracht der Auswaschung von Oxadixyl ins Grundwasser von 0,5 kg pro Jahr gefordert hat, konnte nicht erfüllt. Die Fracht wird heute noch um das 4-6-fache überschritten.

Neubeurteilung der Situation
Die verantwortlichen Industrieunternehmen haben 2011 die Belastungssituation in der ungesättigten Zone neu untersucht und eine Prognose zur Auswaschung von Oxadixyl gemacht. Die Modellierung zeigt, dass bei gleichbleibender hydraulischer Situation noch während Jahrzehnten Oxadixyl ins Grundwasser ausgewaschen werden wird.

Bei der Prognose bestehen gewisse Unsicherheiten, da die Belastung in der ungesättigten Zone in 10 bis 15 m Tiefe unbekannt ist, und weil das sehr langsame Abbauverhalten von Oxadixyl nicht genau abgeschätzt werden kann.

Wie die Grundwassermodellierung jedoch zeigt, sind die Trinkwasserbrunnen im Hardwald geschützt, solange die Grundwasseranreicherung im Hardwald aufrechterhalten bleibt, unabhängig davon, ob in Schweizerhalle Brauchwasser gefördert wird oder nicht.

Für eine Beurteilung der Situation sind die durchgeführten Sanierungsmassnahmen, die vorhandene hydraulische Sicherung des Standortes, die Grundwasser­belastungen und die Gefährdung der naheliegenden Trinkwasserfassungen zu berücksichtigen. Die für die Beurteilung relevante Substanz ist das Oxadixyl.
Für Oxadixyl ist in der Altlastenverordnung kein Konzentrationswert festgelegt. Das Amt für Umweltschutz und Energie (AUE) hat deshalb einen entsprechenden Wert herleiten und vom Bundesamt für Umwelt (BAFU) überprüfen lassen. Das BAFU kommt zum Schluss, dass auf Basis des RfD-Wertes der US EPA ein Konzentrationswert von 4 mg/L festzulegen ist.

Für die Beurteilung der Belastung im nutzbaren Grundwasserbereich (Au) gilt der halbe Konzentrationswert von 2 mg/L Oxadixyl.

Zukünftige Grundwasserüberwachung
Der vom BAFU festgelegte Konzentrationswert für Oxadixyl von 4 mg/L ist wesentlich höher als der bisherige für die Grundwasserüberwachung herangezogene Wert von 0,1 µg/L. Trotzdem besteht nach wie vor ein Überwachungsbedarf, da in der ungesättigten Zone noch wesentliche Mengen an Oxadixyl vorhanden sind und der Standort in unmittelbarer Nähe zum Hardwald liegt.
Die Realleistungspflichtige wird in den nächsten Jahren die relevanten Brunnen und Piezometer um den Unfallstandort überwachen, um die Oxadixylkonzentration im Grundwasser weiterhin beurteilen zu können. Ebenfalls wird durch die grossen Grundwasserentnahmen in Schweizerhalle, eine hydraulische Sicherung des ehemaligen Unfallstandortes aufrechterhalten bleiben.

Weitergehende Angaben zum Unfallstandort sind in den untenstehenden Dokumenten enthalten.
Fragen und Antworten zum Brand Schweizerhalle von 1986 [PDF]

Weitere Informationen.

Kontakt
Amt für Umweltschutz und Energie
Rheinstrasse 29
Postfach
4410 Liestal
T 061 552 51 11
F 061 552 69 84

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