Laufen, Hochwasserschutz Birs

Die Überschwemmung von 2007 hat im «Stedtli» und in allen birsnahen Laufner Quartieren zu grossen Schäden geführt. Nach aufwändigen Planungsarbeiten und Vernehmlassungen sind die Massnahmen für den Hochwasserschutz nun reif zur Realisierung, denn die AusgabenBewilligung des Baukredits ist seit Januar 2022 rechtskräftig.

Heute ist das Fassungsvermögen der Birs an vielen Stellen im Laufner Siedlungsgebiet zu klein und die Gefahr einer Stauung durch Treibholz an den Brücken trotz bestehender Schutzbauten zu gross. Dieses Defizit soll mit dem kantonalen Projekt „Stadt Laufen – Hochwasserschutz Birs“ korrigiert werden. Die Massnahmen erstrecken sich auf 3,5 Kilometer Flusslänge und werden die Stadt vor einem Jahrhundert-Hochwasser schützen.

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Vorher

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Nachher

Im Projektabschnitt Nau / Norimatt finden die offensichtlichsten Eingriffe statt, die den Charakter der Birs in diesem Streckenabschnitt völlig verändern.

Schutz vor 100-jährlichem Hochwasser

Aufgabe des Hochwasserschutzes ist es, im Siedlungsgebiet eine Wassermenge zu bewältigen, wie sie durchschnittlich ein Mal in 100 Jahren auftritt. Dies entspricht in Laufen einem Volumen von etwa 335 m3/Sek. Birswasser (entsprechend 335’000 Litern pro Sekunde). Heute ist mit Überschwemmungen aber etwa alle 30 Jahre bzw. bereits bei weniger als 265 m3/Sek. zu rechnen. An der gleichen Stelle führt die Birs bei Normalwasser nur etwa 11 bis 15 m3/Sek.
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Links die aktuelle Gefährdung bei einem Hochwasser (HQ100) wie jenem vom 2007, rechts die Situationeines Hochwassers HQ 100  nach Umsetzung des Hochwasserschutz-Projekts Laufen.

Vollständige Durchleitung des Wassers

Nach Umsetzung der Massnahmen wird auch ein Hochwasser wie im Jahr 2007 sicher und vollständig im Birsbett Platz haben. Dafür sind bauliche Massnahmen notwendig, welche die Kapazität der Birs erhöhen und ihre Fliessgeschwindigkeit regulieren: Vertiefen des Flussbetts (Eintiefung), Verbreitern der Birs (Aufweitung) und/oder Erhöhen der Ufer. Als weitere Schritte braucht es Neu- und Umbauten an allen vier Brücken und Passerellen über die Birs. Einzelne bauliche Eingriffe betreffen auch deren Seitenbäche.

Mehr Sicherheit, Lebendigkeit, Wert und Perspektiven

Der Hochwasserschutz Laufen berücksichtigt gesellschaftliche, ökologische und wirtschaftlichen Aspekte gleichermassen. Insbesondere die Aufweitung der Birs im Abschnitt Nau/Norimatt führt zu einer vielfältigen Fluss- und Uferstruktur. Eine Verbreiterung des Flusses ist auch bei der Einmündung der Lützel vorgesehen. Zwischen Birsmill und Wasserfall stehen flankierende Massnahmen wie Schutzmauern und -dämme im Vordergrund.

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Birs und Uferlandschaft erhalten im Gebiet Nau/Norimatt einen völlig neuen, auch für die Bevölkerung attraktiven Charakter.

Mitwirkung und Einspracheverfahren

Nach der öffentlichen Mitwirkung im Frühling 2017 erfolgte im Sommer 2018 die formelle Planauflage. Alle Einsprachen gegen das grosse, wichtige Projekt liessen sich aussergerichtlich beilegen. Anfang Juni 2021 überwies der Regierungsrat die Landratsvorlage «Stadt Laufen – Hochwasserschutz Birs, Ausgabenbewilligung für Realisierungskredit» an den Landrat. Im Parlament fand der Baukredit im November 2021 einstimmige Zustimmung und ist seit Januar 2022 rechtskräftig. Vom Budget von 62 Mio. CHF (inklusive Landerwerb und Mehrwertsteuer) trägt der Kanton knapp 33 Mio. CHF. Die weiteren Kosten entfallen auf den Bund mit gut 18 Mio. CHF, auf die Stadt Laufen (u.a. für die Norimatt- und die Wasserfallbrücke) sowie auf die weiteren Werkeigentümer und Anstösser.

Zwischenschritte

Ein kleiner Projektteil ist längst realisiert. 2018 konnte das Ziegelschürbächli ausgedolt, verlegt, hochwasserertüchtigt und revitalisiert werden. Seine Schutzwirkung musste es noch nicht unter Beweis stellen – fürs Auge haben die Veränderungen aber auf alle Fälle einen Mehrwert erzielt.

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VORHER

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NACHHER

Seit 2020 ist das gesamte Spilag-Areal im Norimatt-Quartier im Besitz des Kantons, der es für die Aufweitung der Birs, aber auch als Installationsplatz und Bauzentrale nutzen wird. Die drei Wohnhäuser, die seit dem Hochwasser von 2007 unbewohnbar waren, sind im Dezember 2020 abgebrochen bzw. rückgebaut worden. Als Zwischennutzung ist in das ehemalige Firmengebäude im Herbst 2021 ein Kleider-Outlet eingezogen.

Aktueller Projektstand – Realisierung und Bauzeit

Im Februar 2022 werden die Ingenieurleistungen ausgeschrieben, um mit der Ausführungsplanung beginnen zu können. Darin enthalten ist auch die Ausschreibung für ein Baumeister-Unternehmen, das die Bauarbeiten begleiten und steuern wird. Wichtiger Punkt der konkreten Bauplanung wird der Baustoffkreislauf sein, um vor allem den Aushub vor Ort auch wieder verwenden zu können. Mit dem Baubeginn ist in der ersten Hälfte 2024 zu rechnen.

Projektleitung

 Tiefbauamt Basel-Landschaft
Herrn Philipp Meyer
Wasserbau/Gewässerplanung
Rheinstrasse 29
4410 Liestal 
061 552 60 19
philipp.meyer@bl.ch

Stand

Januar 2022

Kontakt  

Tiefbauamt
Rheinstrasse 29 
4410 Liestal
T +41 61 552 54 84

tiefbauamt@bl.ch