Binningen – Doppelspur Spiesshöfli

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Das Projekt Doppelspur Spiesshöfli in Binningen hebt einen risikobehafteten Flaschenhals des öffentlichen Verkehrs (BLT-Tramlinien 10/17) auf. Die Massnahmen steigern die Sicherheit und verbessern die Infrastruktur im gesamten Verkehrsraum zwischen der Gorenmattkreuzung und dem Schloss Binningen. Erste vorbereitende Massnahmen beginnen im Herbst 2022. 

Seit Beginn dieses Jahrhunderts haben die Passagierzahlen auf den Tramlinien im Leimen-/Birstal deutlich zugenommen. Der öffentliche Verkehr auf der Schiene entspricht einem unverzichtbaren Bestandteil des Verkehrsnetzes, das die Agglomeration mit der Stadt Basel verbindet. Taktverdichtungen und die Umstellung von weiterer Einspurstrecken (zwischen Ettingen und Flüh sowie am Stollenrain in Arlesheim) auf Doppelspurbetrieb konnten die steigende Nachfrage auf der Linie 10 bislang auffangen. Im letzten verbliebenen Einspurabschnitt in Binningen stösst das System an seine Grenzen. Heute wird diese Strecke alle knapp zwei Minuten von einem Tram in die eine oder andere Richtung befahren. Kein anderer Teil des BLT-Liniennetzes ist einer derart hohen Belastung ausgesetzt. In Kombination mit der Enge des Verkehrsraums insgesamt und mit ungesicherten Auto- und Fussgängerübergängen besteht für alle Verkehrsteilnehmenden ein beträchtliches Gefahrenpotenzial.

Mit dem Projekt «Doppelspurausbau Spiesshöfli» wird der 350 Meter lange, an den Übergängen ungesicherte Einspurabschnitt im Bereich Spiesshöfli Binningen zwischen dem Knoten Gorenmatt und der Haltestelle Binningen Schloss nachziehen. Kanton und Baselland Transport AG (BLT) verfolgen zwei Schwerpunktziele: die Erhöhung der Sicherheit im Verkehrsraum sowie die Verbesserung des Verkehrsflusses im Tramnetz zwischen Stadt und Agglomeration.

Ein Projekt mit Nutzen für alle Verkehrsarten

Mit dem Projekt gehen Veränderungen an der Infrastruktur für alle Verkehrsarten einher. Schiene, Strasse und Trottoir erhalten den notwendigen Raum und werden besser voneinander getrennt. Eine seitliche Erschliessung westlich des BLT-Trassees ersetzt die ungesicherten Hauszufahrten über die Schiene, während die beiden Querungen für Fussgänger durch Ampeln und Barrieren abgesichert werden. Strasse, Trottoir und die strassenseitigen Autoabstellplätze werden unter Instandstellung des sanierungsbedürftigen Strassenbelags auf Standardmasse verbreitert.

Aufgrund der städtebaulich herausfordernden Situation (dichte Bebauung und sehr enge Platzverhältnisse) wird zwischen dem Knoten Gorenmatt und der Haltestelle Binningen Schloss ein Rasengleis vorgesehen. Positive Umwelteffekte und die Möglichkeit, die qualitative Siedlungs- und Wohnraumentwicklung durch die Gestaltung des öffentlichen Aussenraumes zu fördern, stehen hierbei im Vordergrund.

 Das Projekt besteht im Wesentlichen aus folgenden Teilen:

  •  Ausbau der BLT-Tramstrecke auf einer Länge von 350 Metern von einer auf zwei Spuren
  • Instandsetzen und teilweise Verbreitern der Bottmingerstrasse auf einer Länge von ca. 500 Metern auf Normbreite für den Strassenraum
  • Erneuern, Verbreitern und teilweise Verschieben des strassenseitigen Trottoirs
  • Aufheben der privaten, ungesicherten Bahnübergänge (Zufahrten), neue Erschliessung
  • Neubau und Absicherung der Fussgänger-Übergänge Waldeckweg und Brückenweg

Da der Doppelspurausbau Spiesshöfli zusätzliche, teilweise bebaute Flächen westlich des Tramtrassees beansprucht, waren intensive Gespräche mit den Grundeigentümern für den Landerwerb notwendig. Für die Umsetzung des Projekts müssen die betroffenen Liegenschaften abgebrochen werden.

Kosten

Seit das Projekt 2018 in die Mitwirkung ging, hat es sich in einem markanten Punkt verändert. Die Tramlinien 10 und 17 werden im neuen Doppelspurabschnitt auf einem Rasengleis statt in einem Schotterbett verkehren, den Abschnitt sowohl ökologisch als auch ästhetisch aufwerten und die Wohnqualität für die Anwohner erhöhen. Mit dieser Modifikation ging das Projekt an den Landrat, der im November 2019 die Ausgaben von 36,63 Mio. Franken bewilligt hat, davon rund 28,5 Mio. Franken zu Lasten des kantonalen Finanzhaushalts.

Der Bund beteiligt sich mit 8 Mio. Franken, da der Doppelspurausbau Spiesshöfli im nationalen Agglomerationsprogramm enthalten ist. Die Gemeinde Binningen beteiligt sich mit einem Pauschalbeitrag von 225‘000 Franken inkl. Mehrwertsteuer an den Mehrkosten für das Rasengleis.

Aktuelle Situation

Das ordentliche Plangenehmigungsverfahren verlief nach Eisenbahnrecht. Das Bundesamt für Verkehr (BAV) hat Anfang Februar 2022 die Baubewilligung (Plangenehmigungsverfügung) erteilt, um das Tramtrassee im Bereich Spiesshöfli Binningen auf einen Doppelspurbetrieb umstellen zu können. Als Auflage hat der Bund verfügt, dass der Projektperimeter mit dem Ende der geraden Gleisführung vor der Einfahrt in die Tramhaltestelle Binningen Schloss endet – der Gleisabschnitt ist leicht verkürzt worden und der vorgesehene Birsigsteg ist nicht mehr Projektbestandteil. Dies bedingt eine Anpassung der Projektpläne.

Da gegen die Plangenehmigungsverfügung des BAV keine Beschwerde erfolgt ist, ist das Projekt rechtskräftig und befindet sich bereits in der Ausführungsplanung. In dieser Phase wird zum einen das genaue Bauprogramm (Etappen, Zeitablauf) entwickelt. Zum anderen geht es darum, die Verkehrsführung während der Bauzeit zu planen, um die Störungen für die Verkehrsteilnehmenden und die Anwohnerschaft möglichst gering zu halten.

Einige Liegenschaften an der Bottmingerstrasse müssen aufgrund des Projekts abgebrochen werden. Der Rückbau der betroffenen Gebäude als erste bauliche Massnahme im Projekt beginnt frühestens im Oktober 2022.

Schnittstellen

Mit der Umgestaltung der Tramhaltestelle Binningen Schloss an das Behindertengleichstellungsgesetz (BehiG) entwickelt die BLT ein direkt benachbartes Projekt. Abhängig vom Bewilligungsverfahren für den Haltestellenumbau soll dieser möglichst zeitgleich bzw. anschliessend an den Doppelspurausbau Spiesshöfli ausgeführt werden.

In der Gemeinde Binningen läuft zudem die Entwicklungsplanung für das Spiesshöfli-Areal zwischen dem veränderten Verkehrsraum und dem Birsig.

Kontakt

Ralf Wassmer, Geschäftsbereich Verkehrsinfrastruktur, Projektleitung, Tel.: + 41 61 552 67 16

Stand

April 2022

Kontakt  

Tiefbauamt
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