ÖV-Drehscheibe Bottmingen

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Beim Bottminger Schloss muss der Bushof entsprechend den Vorgaben des Behindertengleichstellungsgesetzes (BehiG) erneuert werden. Zudem benötigen die Tramlinien 10 und 17 eine neue Tramwendeschlaufe – für den sicheren, flexiblen Betrieb und die Weiterentwicklung des Tramangebots. Deshalb plant der Kanton Basel-Landschaft gemeinsam mit der Gemeinde Bottmingen und der BLT den Umbau ÖV-Drehscheibe. Die Erneuerung der ÖV-Drehscheibe Bottmingen verbessert die Verkehrssicherheit, ermöglicht ein barrierefreies Ein-, Aus- und Umsteigen und erhöht die Aufenthaltsqualität. Gleichzeitig bietet der Umbau die Chance, das Zusammenspiel mit dem Dorfkern Bottmingens zu verbessern.

 Mit dem Projekt werden die folgenden Hauptziele verfolgt:

  • Die ÖV-Drehscheibe Bottmingen ist sicherer, attraktiver und leistungsfähiger.
  • Die Vorgaben des Behindertengleichstellungsgesetzes sind eingehalten.
  • Eine höhere Aufenthaltsqualität und ein breiteres Dienstleistungsangebot stärken das Zentrum Bottmingens.

Information und Mitwirkung:

Die Gemeinde Bottmingen hat zusammen mit dem Kanton Basel-Landschaft und der BLT am 27. März 2023 einen öffentlichen Anlass zur geplanten ÖV-Drehscheibe beim jetzigen Bushof und der Tramhaltestelle «Bottmingen Schloss» durchgeführt. Den Ergebnisbericht zum Anlass finden Sie hier 

Seither wurde die Zeit genutzt, um das Vorhaben weiterzuentwickeln, die Einbettung und Gestaltung der ÖV-Drehscheibe zu klären und Potenziale für die Entwicklung des Dorfzentrums zu ermitteln. Dazu hat der Kanton gemeinsam mit der BLT und der Gemeinde Bottmingen sowie mit Expertinnen und Experten aus Städtebau und Landschaftsarchitektur mehrere Workshops durchgeführt und einen konsolidierten Vorschlag ausgearbeitet. In die Workshops sind auch die Rückmeldungen der Bevölkerung eingeflossen, welche die Planerinnen und Planer im November 2023 im Rahmen des mobilen Planungsbüros entgegengenommen haben. 

Am Informationsanlass vom Montag, 10. Juni 2024, um 18.30 Uhr in der Aula Schulhaus Burggarten (Burggartenstrasse 1, 4103 Bottmingen) wurde dieser Vorschlag der Bottminger Bevölkerung vorgestellt. Der Informationsanlass dient als der Auftakt zur öffentlichen Mitwirkung, die bis am 21. Juli dauert.

Zusätzlich besteht am Samstag, 15. Juni 2024 zwischen 10 und 12.30 Uhr für alle Interessierten die Möglichkeit, im Rahmen eines Mitwirkungs-Anlasses die Situation vor Ort zu besichtigen, Projektpläne und Modelle anzuschauen und sich mit den Projektverantwortlichen und Planungsfachleuten auszutauschen. Die Veranstaltung findet im Foyer des Schulhauses Burggarten statt.

Alle Interessierten sind eingeladen, Mitwirkungs-Eingaben einzureichen. Das können Sie bequem online tun, oder Sie senden die Rückmeldungen per E-Mail oder Post an das Tiefbauamt des Kantons Basel-Landschaft. 

  • Hier klicken, um zum Online-Formular für Mitwirkungs-Eingaben zu gelangen.
  • Per E-Mail an: [email protected] (Vermerk «Mitwirkung ÖV-Drehscheibe Bottmingen»)
  • Per Post an: Tiefbauamt Basel-Landschaft, Rheinstrasse 29, 4410 Liestal (Vermerk «Mitwirkung ÖV-Drehscheibe Bottmingen»)

Die Unterlagen zur Mitwirkung finden Sie nachfolgend. Zudem sind sie auf der Gemeindeverwaltung Bottmingen (Schulstrasse 1, 4103 Bottmingen; offen Montag bis Freitag zwischen 9 und 12 Uhr) oder im Tiefbauamt des Kantons Basel-Landschaft (Rheinstrasse 29, 4110 Liestal; offen Montag bis Freitag von 7.30 bis 12 Uhr, sowie von 13.30 bis 17 Uhr) ausgelegt.

Nächste Schritte:

Der Dialog mit Direktbetroffenen und die Information der Bevölkerung werden nach Abschluss der Mitwirkung weitergeführt. Nach der Auswertung der Rückmeldungen wird eine Landratsvorlage ausgearbeitet. Die Umsetzung erfolgt etappiert und in Teilprojekten. Mit der ersten öffentlichen Planauflage ist ab 2026 zu rechnen. Der Baustart erfolgt voraussichtlich ab 2028.

Häufige Fragen:

Der Bushof ist nicht mehr zeitgemäss und hat einen hohen Instandsetzungsbedarf: Die Haltekanten entsprechen nicht mehr den betrieblichen Anforderungen und erreichen die Mindesthöhe für einen selbstständigen und komfortablen Ein- und Ausstieg für alle Fahrgäste nicht. Hier besteht die gesetzliche Pflicht die Haltekanten möglichst bald zu erhöhen. Zudem gibt es sicherheitsrelevante Defizite – zum Beispiel ist der Zugang zu den Veloparkplätzen unzureichend und die Ein- und Ausfahrt über die Schlossgasse ist für Zufussgehende unübersichtlich. Ausserdem bieten die vier heutigen Buskanten zu wenig Kapazität für alle Buslinien.

Das Projekt ÖV-Drehscheibe Bottmingen Schloss besteht aus den Teilprojekten: Bushof, Tramhaltestelle und Tramwendeschlaufe. Diese werden in der aktuellen Bearbeitungsphase gemeinsam geplant, damit alle Abhängigkeiten und auch Synergien eruiert werden können. So entsteht ein Gesamtbild eines möglichen Vollausbaus. In den nächsten Projektphasen können die Teilprojekte dann unabhängig aber koordiniert weiterentwickelt werden.

Künftig soll das Fahrplanangebot des Trams zwischen Basel und dem Leimental im Sinne einer S-Bahn erweitert und beschleunigt werden. Dabei wird die Tramlinie 17 neu ganztägig verkehren, wobei ausserhalb der Hauptverkehrszeiten jedes zweite Tram in Bottmingen wendet. Unabhängig davon sind in den kommenden Jahren aber auch umfangreiche Instandhaltungsarbeiten an der Tramstrecke von Basel bis Ettingen nötig, die mehrmonatige Totalsperren des Trambetriebs erfordern. Mit der Wendeschlaufe Bottmingen können die gesperrten Abschnitte deutlich verkürzt werden (die stark belastete Strecke Heuwaage–Hüslimatt ist heute die mit Abstand längste Strecke im Basler Tramnetz ohne Wendemöglichkeit). Dadurch wird die Zuverlässigkeit des Betriebs erhöht und die Erreichbarkeit des wichtigen Umsteigeknotens Bottmingen verbessert.

Alternativ zum Standort bei Bottmingen Schloss wurde auch eine Wendeschlaufe im Raum Stallen untersucht. Bei einer Wendeschlaufe im Raum Stallen müsste das Terrain bis auf die Höhe der heutigen Tramlinie aufgeschüttet sowie eine Zufahrtsstrasse für Gelenk-Busse gebaut werden. Die Anlage würde ein Naturschutzgebiet tangieren und voraussichtlich mit dem Gewässerraum in Konflikt stehen. Ausserdem hat der Standort Stallen betriebliche Nachteile (mehr Tramfahrten über die Schlossgasse, mehr Leerfahrten, ungeeignete Zu- und Wegfahrt bei Streckenunterbrüchen für die Ersatzbusse). Daher wurde auch geprüft, wie ein Standort der Wendeschlaufe bei Bottmingen Schloss ausgestaltet und in die Umgebung integriert werden könnte. Es zeigte sich, dass der Standort im Zentrum eine Chance für die Entwicklung und Aufwertung des Gemeindezentrums ist. Mit dem für 2023 vorgesehenen Workshopverfahren soll dies vertieft überprüft werden.

Es wurde ein umfassendes Variantenstudium durchgeführt. So wurde beispielsweise beim Bushof überprüft, ob die heutige Ausrichtung (parallel zum Tram) beibehalten werden kann. Hier zeigte sich, dass die Anlage sehr breit würde und mehr Flächen und Gebäude tangieren würde als die aktuelle Vorzugsvariante. Es wurden auch Varianten geprüft, bei welchen Bushof und Tramwendeschlaufe kombiniert würden. Aufgrund von noch grösserem Flächenverbrauch, Projektrisiken und betrieblichen Nachteilen mussten auch solche Varianten am Ende verworfen werden.

Die Diesel- und Erdgasbusse des öffentlichen Verkehrs werden sukzessive durch Elektrobusse ersetzt. Das bedeutet keine Abgase mehr und eine spürbare Reduktion der Lärmemissionen. Die technologische Entwicklung in den letzten Jahren hat dazu geführt, dass Erschütterungen und Lärmemissionen von Tramwendeschlaufen deutlich reduziert werden konnten. Das gilt insbesondere für Neuanlagen, welche mit Schmieranlagen (gegen Quietschen) und isoliertem Gleisunterbau mit Erschütterungsschutz versehen werden. Hinzu kommt, dass die Tramwendeschlaufe in Bottmingen nur in den Nebenverkehrszeiten - d. h. vor allem vormittags und nachmittags - benutzt wird.

Die Erneuerung der ÖV-Drehscheibe bietet Impulse für die Entwicklung Bottmingens. Um das Projekt optimal ins Dorfzentrum einzubetten und die Aufenthaltsqualität aufzuwerten, hat der Kanton mit der BLT und der Gemeinde Bottmingen zwischen Juni 2023 und Januar 2024 mehrere Workshops durchgeführt. In den Workshops haben die drei Projektpartner gemeinsam mit Expertinnen und Experten aus Städtebau und Landschaftsarchitektur einen konsolidierten Vorschlag erarbeitet. In die Workshops sind auch die Rückmeldungen der Bevölkerung eingeflossen, welche die Planerinnen und Planer im November 2023 im Rahmen des mobilen Planungsbüros entgegengenommen haben.

Es ist zu unterscheiden zwischen Grundeigentümerschaft, welche direkt (territorial) vom Projekt betroffen sind und solcher, die durch Auswirkungen des Projekts betroffen sind (Nachbarschaft). Mit den Direktbetroffenen braucht es in direkten Gesprächen, die jeweils vor Ort und in kleinem Rahmen geführt werden, einvernehmliche Lösungen. Die Grundeigentümerinnen und Grundeigentümer in der Nachbarschaft können sich gegenwärtig im Rahmen von Austauschtreffen einbringen. Ziel ist es hier, die Anliegen und Bedenken möglichst frühzeitig zu berücksichtigen.

Seit der Referendumsabstimmung 2017 hat sich die Ausgangslage deutlich verändert. Mittlerweile wurden die Finanzierungen für den Doppelspurausbau Spiesshöfli (im Bau, Fertigstellung im Oktober 2024), die Beschleunigung Basel–Ettingen und den Perronzugang Margarethen beschlossen, die zusammen mit der Margarethenverbindung als Gesamtkonzept «S-Tram Leimental» wirken. Bei der nun vorgesehenen Finanzierung wurde das Ergebnis der Referendumsabstimmung gegen den damaligen Kostenteiler (2/3 BL, 1/3 BS) berücksichtigt. Wie für grenzüberschreitende Traminfrastrukturen üblich und in der Vereinbarung über die BVB und BLT von 1982 (sog. Staatsvertrag) explizit vorgesehen, wird nun das Territorialprinzip angewendet. Massgebend ist zudem, dass seitens Basel-Stadt nach wie vor der Auftrag zur Realisierung besteht und ein rechtskräftiges Bauprojekt für die Margarethenverbindung vorliegt. Fachlich ist die Margarethenverbindung, u. a. wegen des grossen Nutzens zu geringen Kosten, unbestritten.

Ja, es wurden verschiedene Alternativen geprüft. Die Margarethenverbindung schnitt punkto Kosten/Nutzen mit Abstand am besten ab.

Kontakt:

Alain Aschwanden, Geschäftsbereich Verkehrsinfrastruktur, Gesamtverkehrsplanung, Projektleiter, 061 552 54 53, [email protected]

Projektstand:

Juni 2024

Kontakt  

Tiefbauamt
Rheinstrasse 29 
4410 Liestal
T +41 61 552 54 84

[email protected]