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Was bedeutet Ortsbildpflege?

Muttenz Flugbild
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Ortsbildpflege als Kulturlandschaftspflege

Ein Haus steht nie für sich allein
Jede Siedlung fügt sich in eine spezifische topografische Situation ein und baut zum umliegenden kulturgeografischen Raum vielfältige Bezüge auf. So wie die Siedlung eine Einheit mit der sie umgebenden Landschaft bildet und von dieser nicht getrennt betrachtet werden kann, ist auch ein Denkmal immer an seinen Ort gebunden. Es ist Teil eines komplexen Raumgefüges. Ein Haus steht nie für sich allein. Es besitzt vier Fassaden und ein Dach, aber es besitzt auch einen Eingang, der auf eine Strasse oder einen Hof zeigt. Man nähert sich ihm über ein Feld, über einen Weg oder einen kleinen Vorgarten. Es orientiert sich zu einem Brunnen oder einem Platz. Die unmittelbare und die weitere Umgebung eines Hauses tragen zu seiner Bedeutung und zu seinem besonderen Charakter bei. Damit können über das einzelne Baudenkmal hinaus auch grössere räumliche Zusammenhänge einmalige, unersetzbare Zeugen zum Verständnis unserer Geschichte und ihrer Auswirkungen bis in die Gegenwart darstellen.

Jede Erneuerung ist aus dem Bestand heraus zu entwickeln
Jedes Sanierungs- oder Erneuerungskonzept kann sich nur dann dauerhaft als wirksam erweisen, wenn es auf der Eigenart des Bestehenden und auf seinen Qualitäten aufbaut. Im ländlichen Raum kommt dem denkmalpflegerischen Ziel Identität zu bewahren, indem das Einzelobjekt als Teil eines gewachsenen Ganzen beurteilt wird, ein besonderer Stellenwert zu. Deshalb muss Ortsbildpflege über die Auseinandersetzung mit dem baulichen Bestand weit hinausgehen und zum Beispiel die verschiedenen Arten von Flächennutzung und Bewirtschaftung sowie die lokale Handwerkstradition mit einbeziehen. Dies setzt sowohl ein hoch spezialisiertes Wissen über das einzelne Gebäude und die Funktionsweise seiner Teile als auch ein universales Wissen über den weiteren Kontext einer Bauaufgabe voraus – etwa zu übergreifenden räumlichen Zusammenhängen, kulturhistorischen Voraussetzungen, zur Wirtschafts- und Sozialstruktur und zur Geschichte des Ortes. Um diese ganzheitliche Sichtweise geht es in der Ortsbildpflege.

Kulturdenkmäler leben
«Als lebendige Zeugnisse jahrhundertealter Traditionen der Völker vermitteln die Denkmäler der Gegenwart eine geistige Botschaft der Vergangenheit.» Mit «lebendig» wird in dieser 1964 in der Charta von Venedig vorgenommenen Denkmaldefinition ein hoher Anspruch formuliert, der bis heute Gültigkeit hat. Es kann nicht allein darum gehen, die Kulturdenkmäler in ihrer Konstruktion und Materialität für die nachfolgenden Generationen zu schützen, sondern auch darum, ihnen für die heutige Generation einen Sinn zu verleihen. In ihnen muss gearbeitet und gewohnt werden können. Sie müssen genutzt werden können, und sie müssen in dieser Nutzung Lebensqualitäten entfalten. Trotz aller Schutzbemühungen lehrt die Erfahrung, dass langfristig nur die Zeiten überdauert, was auch einen Gebrauchswert hat. Ortsbildpflege hat demnach die konkrete, zeitgemässe Funktion unmittelbar mit einzubeziehen. Ein Kulturdenkmal als «lebendiges Zeugnis» zu bewahren, bedeutet es weiterzuentwickeln.

- Aufgaben + Zuständigkeiten
- Beispielsammlung  

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