Hauptstrasse 83

Das Bauernhaus liegt im Oberdorf von Wintersingen, wo sich die Häuser platzartig um die Strasseneinmündungen gruppieren, und wo das Strassenzeilendorf noch nicht ausgeprägt vorhanden ist. Unmittelbar oberhalb des Bauernhauses liegen das Schulhaus und das Pfarrhaus von Wintersingen.

Das Bauernhaus besteht aus einem relativ schmalen Wohnteil und einem grösseren Ökonomieteil. Beide sind unter einem flach geneigten, ungebrochenen Dach unter einem First zusammengefasst. Mit diesem Haus setzt eine gestaffelte Häuserzeile an. Der zweigeschossige Wohnteil besitzt in beiden Geschossen hochrechteckige Fenster, die vermutlich im 19. Jahrhundert vergrössert worden sind. Darunter führt eine Aussentreppe zum rundbogigen Kellereingang. Neben dem Wohnteil befindet sich der Stallteil mit einer rundbogigen Stalltüre und einem schmalen Stallfenster. Es folgt das breite korbbogige Scheunentor mit Kämpfer und Schlussstein, wobei das Holztor selbst im oberen Teil strahlenförmig angeordnet ist. Über dem Stallteil und über dem Scheunentor befinden sich schmale Lüftungsschlitze. Der Eingang zum Wohnteil hingegen findet sich nicht wie üblich an der Trauffassade, sondern am Giebel, da das Nachbargebäude nicht angebaut ist, und ein schmales Gässlein zwischen den beiden Häusern besteht.

Das ehemalige Bauernhaus gehört zu den typologisch älteren Gebäuden des Dorfes, obschon es in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts durch klassizistische Elemente bereichert worden ist. Ausserdem weist es mit seinem Keller auf die verschiedenen Zweige der Landwirtschaft in Wintersingen hin, denn der Keller dürfte für den Wein bestimmt gewesen sein. Somit handelt es sich um ein Rebbauernhaus aus dem Anfang des 19. Jahrhunderts.