Pfarrgasse 6

Das Haus Pfarrgasse 6 in Waldenburg liegt in einer Häuserzeile mit schmalen Bauten zwischen Hauptstrasse und Pfarrhaus und zwischen Pfarrgasse und ehemaligem Stadtgraben. Die Pfarrgasse ist die nördliche Quergasse, die innerhalb des Städtchens nach Westen zum Pfarrhaus und zum umbiegenden Adelberg führt.

Das Haus stammt in seinem Kern wohl aus dem 16. oder 17. Jahrhundert, da an dieser Stelle an der Stadtmauer bereits auf der Federskizze von G.Fr. Meyer um 1680 Häuser stehen. Seine heutige Gestalt und Fassaden erhielt es aber erst im 19. Jahrhundert, da die Fenster mit Ausnahme jenes im Erdgeschoss durchwegs hochrechteckig sind. Die Fassade an der Pfarrgasse ist zweiachsig und dreigeschossig. Im Erdgeschoss befindet sich neben dem rechteckigen Eingang ein quadratisches Fenster, das noch aus dem 18. Jahrhundert stammen könnte. Die beiden Fenster des ersten Obergeschosses sind ausserordentlich hoch, während jene im zweiten Obergeschoss etwas niedriger sind, da sie direkt unter dem Dach liegen. Überblickt man die Fassadengliederung, so erweist sich das erste Obergeschoss als so etwas wie eine Beletage.

Die Rückseite gegen den ehemaligen Stadtgraben war früher zugleich die Stadtmauer. Auch hier sind die Fenster weitgehend den heutigen Verhältnissen entsprechend gross. Einzig im obersten Geschoss sind sie relativ klein. Jedenfalls besitzt diese Fassade nicht den Charakter einer Stadtmauer. Der untere Teil der Fassade ist neu, da hier vor der Restaurierung des Gebäudes ein hässlicher Anbau stand. Mit der Entfernung dieses letzten Anbaus im Stadtgraben ist dieser Graben nun endlich wieder frei, so dass sich der Verlauf der Stadtmauer wieder deutlich ablesen lässt. Die Sanierung des Hauses Pfarrgasse 6 hatte unter anderem die Entfernung dieses Anbaus zum Inhalt.