Fichtenrain 2

Die Eingangsfront zum ehemaligen Wasserreservoir am Fichtenrain in Therwil bildet heute die Abgrenzung eines Gartenareals. Das dahinter gelegene ehemalige Wasserreservoir wurde von der Quelle beim Sörlibrunnen gespiesen und versorgte von 1894 an sowohl die Dorfbrunnen als auch das alte Dorf mit Wasser. Somit stehen wir hier vor der ersten Wasserversorgung von Therwil. Von 1928 an wurden nur noch die vier Dorfbrunnen von diesem Wasserreservoir gespiesen, da eine neue Leitung Therwil von Ettingen her mit Wasser versorgte.

Die ehemalige Eingangsfront wirkt heute als ein kleines Denkmal. Der hochrechteckige Eingang ist noch zugemauert, soll später aber wieder geöffnet werden. Darum herum ist die bogenförmige Front mit einer Quadersteinimitation angelegt, wobei im Scheitel ein Schluss-Stein hervortritt. Beidseits der Eingangsfront sind Mauerpodeste abgetreppt.

Im Bogenfeld steht in grossen Ziffern die lateinische Inschrift: "Monumentum unitatis". Sie weist darauf hin, dass das Reservoir ein Gemeinschaftswerk war, das allen dienen sollte, denn die Wasserversorgung gehörte zu den grossen Errungenschaften des 19. Jahrhunderts. Unter der Inschrift befindet sich ein kleines Medaillon mit der Jahreszahl 1894, dem Jahr der Entstehung des Wasserreservoirs. Das so bezeichnete und datierte Monument zeigt, welche Bedeutung man im 19. Jahrhundert öffentlichen Werken, die damals noch selten waren, beimass.

Die Eingangsfront des ehemaligen Wasserreservoirs in Therwil gehört in das Gebiet der sogenannten Industriearchäologie, die sich mit der Erhaltung technischer Werke und Anlagen der Frühzeit der Industrialisierung beschäftigt. Auch technische Werke jener Zeit sind heute selten geworden, da sie meist der Modernisierung zum Opfer gefallen sind.