Oberbiel 2, Pfarrhaus

Das Pfarrhaus von Reigoldswil liegt auf der linken Bachseite, abseits des Dorfes, mit den dazugehörigen Nebengebäuden. Es wurde im Jahre 1765 von Lucas Staehelin aus Basel nach dem Vorbild des Pfarrhauses von Ormalingen erbaut. Auffallend ist das Fehlen der Laube.

Das zweigeschossige Gebäude deckt ein leicht geschweiftes Halbwalmdach. Seine Traufseite gliedert sich in eine streng symmetrisch angelegte fünfachsige Fassade. Im Innern ist seitlich des Mittelganges eine zweiläufige Treppe angelegt. Holztäferdecken, profilierte Türverkleidungen, Eckschränke und Stuckdecken mit Kehlen, sowie patronierte Öfen von 1766 und 1777 zieren das Innere. Haupt- und Nebengebäude reihen sich dem Hang entlang vor dem ansteigenden Baugarten auf einer hofartigen Terrasse mit Brunnen auf und bilden einen stattlichen Pfarrhof.

Das Pfarrhaus von Reigoldswil ist eines der wenigen, das den repräsentativen Barock der Stadt Basel übernimmt und damit zugleich als Pfarrhof des 18. Jahrhunderts die zäh weiterlebende mittelalterliche Bautradition überwindet. Die geschlossene Gruppe nimmt vor allem dank dem repräsentativen Pfarrhaus den barocken Baugedanken voll auf und bringt ihn, wenn auch bescheiden, so doch wirkungsvoll zum Ausdruck.