Allmendgasse 2 / 4

Das Pfarrhaus von Pfeffingen erhebt sich in erhöhter Lage westlich der Kirche und bildet zusammen mit dieser eine Gruppe.
Das Gebäude wurde vor 1534 neu erbaut und im Jahre 1622 durch den Anbau eines neuen Ökonomieteils Richtung Westen verlängert. Weitere Umbauten erfolgten in den Jahren 1704 und 1767. Nach 1847 liess die Gemeinde den Ökonomieteil in ein Schulhaus umwandeln, doch dient dieses seit 1914 als Wohnhaus.
Über dem rundbogigen Eingang des Pfarrhauses war bis 1949 das Wappen des Bischofs Johann Sigmund von Roggenbach sichtbar. Der Ostteil des zweigeschossigen, langgestreckten Doppelhauses unter einem durchgezogenen Satteldach entstammt dem Neubau aus dem 16. Jahrhundert, auf den der rundbogige Eingang und gotisch gekehlte Giebelfenster weisen. Der übrige Teil der Fassade und der Treppenanbau im Norden entstanden im 18. und 19. Jahrhundert. Im Keller trägt ein gegliederter Eichenpfosten die alte Balkendecke. Im Erdgeschoss führt der Quergang zu einer zweiläufigen, barocken Treppe und rechts in eine grosse Wohnstube mit Kachelofen und verschiedenen Ausstattungsstücken aus der Kirche. Darunter ein Hochaltarbild mit dem Hl. Martin aus dem 18. Jahrhundert, vier Holzstatuetten aus dem 17. Jahrhundert (Petrus und Paulus und zwei Kirchenväter), - ein Auferstehungschristus aus dem 18. Jahrhundert -. Auf dem Pfarrhausestrich werden 14 Bilder von Kreuzwegstationen und die Fragmente einer Grabplatte der Gräfin Henriette von Blankenberg von 1430 aufbewahrt.
Das Pfarrhaus von Pfeffingen bewahrte im Äusseren den Charakter eines spätmittelalterlichen Gebäudes. Sein Ökonomieteil, heute ein Wohnhaus, wurde im 19. Jahrhundert in klassizistischen Formen umgebaut, und fügt sich mit den Konsolgesimsen und Fensterbänken im gesamten Baukörper trefflich ein.
Typologisch erlebt man hier die Entwicklung des Pfarrhofs als Mehrzweckhaus mit Ökonomie zum Pfarrhaus mit Schulhaus, d.h. die Aufsplitterung der Bildung im 19. Jahrhundert.