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Mühlegasse 106a

Das zweigeschossige Buchhüsli - die Bezeichnung stammt von der beim Waschen in der Lauge verwendeten Buchenasche - liegt giebelständig an der Mühlegasse kurz vor deren Mündung in die Hauptstrasse. Zusammen mit dem Bauernhaus Hauptstrasse 106, zu dem es bis vor kurzem gehörte, bildet es eine markante Torsituation als Zugang zur Mühlegasse am östlichen Dorfende von Ormalingen.

Das Buchhüsli wurde 1785 errichtet und diente als Wasch- und Lagerhaus. Das Datum befindet sich auf der südlichen Fusspfette. Hinter der Jahreszahl folgen die Initialen S P. Für welchen Namen die Initialen stehen, ist nicht bekannt. Der erste bekannte Besitzer des Gebäudes ist Hans Bürgin, der das Buchhüsli gemäss Brandlagerbuch 1806 besass. Auf der Südseite erfolgte um 1900 der Anbau eines Holzschopfes, der durch eine Verlängerung des Hauptdaches gedeckt ist.

Das Gebäude besitzt auf beiden Stockwerken jeweils nur einen Raum. Auf der strassenseitigen Giebelfassade sind zwei, auf der Rückseite drei kleine Fenster in der Mittelachse eingelassen. Neben dem ebenerdigen Eingang mit Holzsturz auf der Strassenseite (Westen), führt von Süden her ein Eingang in das Obergeschoss, der ehemals über eine Aussentreppe entlang der Südfassade zugänglich war. Die Holzbalken, auf denen das Treppenpodest auflag, sind erhalten. Die Treppe wurde durch das auf dieser Seite weit auskragende Dach gedeckt. Denn die Fusspfette liegt hier nicht auf der Mauer, sondern auf den nach aussen verlängerten Dachbalken. Beim Anbau des Schopfes wurde die Treppe um 90° gedreht.

Das Bruchsteinmauerwerk ist aussen und innen teilweise sichtbar. Im Innern sind die Wände, ausser im Dachstock, mit einem groben, leicht gelblichen, weichen Kalkputz verputzt. Im Erdgeschossraum waren Wände und Decke mit einem Kalkanstrich versehen, der aus hygienischen Gründen periodisch erneuert wurde. Kalkfarbe wurde aus hygienischen Gründen verwendet, da sie desinfizierende und pilztötende Eigenschaft hat, die Schimmel abweisend ist.

Im Erdgeschoss nimmt ein trichterförmig gemauerter Kaminabzug die nordöstliche Raumecke ein. Die offene Holzbalkendecke ist teilweise stark verrusst. Der Boden wurde nachträglich mit Zement ausgegossen. Bei den Böden im Obergeschoss und im Dachgeschoss handelt es sich um einfache Holzdielenböden.

Unter dem Buchhüsli floss der ehemals offene Mühlebach durch. Das Ober- und evtl. auch das Dachgeschoss wurden zeitweise als Getreidespeicher verwendet. In den Brandlagerbüchern 1830-1852 und 1852-73 wird zum Nebengebäude der Nummer 106 ein „ Waschhaus mit Fruchtschütte in Stein; mit Ziegeldach " angegeben. Zukünftig wird das Buchhüsli als Atelier für einen Steinmetz dienen.

Das kleine Gebäude zeugt noch von der traditionellen und aufwendigen Tätigkeit des Waschens, die sich gar in einem eigenen Architekturtypus manifestierte. Nach der gegenwärtigen Sanierung wird das Buchhüsli wieder ohne störende Garage mit einem zurückhaltenden modernen Anbau anstelle des Schopfes als wichtiger Bestandteil des Dorfbildes und als ein Stück Dorfkultur im ursprünglichen Zustand erscheinen.

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