Hauptstrasse 54 / 55

Das sogenannte "Grosse Haus" (s'gross Hus) in Oltingen gehört zweifellos zu den wertvollsten und merkwürdigsten historischen Bauten des Kantons Basel-Landschaft. Sein Ursprung reicht bestimmt ins Mittelalter zurück, doch sind seine Erbauer nicht zu ermitteln, sowenig wie sein eigentlicher Zweck. Erstmals wird es im Jahr 1613 als Besitz von Baschi (Sebastian) und Daniel Gysin genannt. Seit dem 18. Jahrhundert teilen sich zwei Eigentümer in die Liegenschaft, später waren es deren drei. Es müssen im Innern mehrere Umbauten vor sich gegangen sein.

Das Äussere fällt vor allem durch seinen mächtigen Strebpfeiler an der in die Gasse vortretenden Südostecke in die Augen. Im oberen Teil des mächtigen Spitzgiebels finden sich spätgotische Fenster, davon eines unter einem Klebdach, weiter oben eine rundbogige Öffnung, die vermutlich zum Aufzug von Waren (Getreide oder Holz) diente. Das Mauerwerk ist grossenteils durch starke Tuffquader ausgezeichnet, wie sie das "Gallisloch" hinter Oltingen während Jahrhunderten lieferte.