Hauptstrasse 1

Nach den erneuerten Jahreszahlen über dem Haupteingang und einem Fenster der Südseite entstand das zur Hauptsache giebelständige Haus 1534. In der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts wurde es um zwei Fensterachsen nach Westen verlängert und diente vorübergehend als Lehrerseminar. 1801 lieferte der Basler Hafner Jakob Oberlin drei Öfen. Die Eingangsfassade des zweigeschossigen Hauses bestimmen ein Kellervorbau und die rundbogige Tür mit der Jahreszahl 1534. Das Satteldach ist über dem Barockanbau gewalmt. Im ersten Stock der Giebelseite öffnet sich unter einem Vordach ein vierteiliges, gotisches Fenster. Darüber sind im Giebel zwei grosse Fenster aus dem 18. Jahrhundert. Die übrigen Fassaden zeigen im Altbau unregelmässig verteilte, zum Teil dreiteilige Fenster, im Barockanbau hohe Rechteckfenster.

Im Erdgeschoss des Hauptbaues nimmt die nördliche Hälfte das Sommer- und Treppenhaus ein. Links davon Richtung Süden befinden sich zwei kleine Kammern, wovon eine mit einem Ofen, wahrscheinlich von J. Oberlin von 1801. Vor dem Durchgang zum Anbau eine Louis-XVI-Heizstellumrahmung in Cheminéeform mit kannerlierten Pilastern und Ornamenten. Im Mittelgang des Anbaus eine ähnliche Heizstellumrahmung. Über der ins Obergeschoss führenden Treppe hängt eine Hausglocke in Bronze, mit Kruzifix, steigendem Löwen, Monogramm Mariä und Hauszeichen mit Initialen ZL. Die Essstube des Obergeschosses ziert eine alte Holzleistendecke mit Randfriesen, deren spätgotische Profilierung auf ein einst kräftigeres Wandtäfer schliessen lassen. In der Ecke steht ein halbrunder Kachelofen auf geschweiften Steinfüssen mit plastischem Blumendekor aus der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts. Ein weiterer Kachelofen steht in der Studierstube des zweiten Stocks. Die getupften Kacheln weisen auf eine spätere Entstehung in der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts. Vor der Studierstube, im Mittelgang des Barockanbaues im Obergeschoss stehen weitere Heizstellumrahmungen aus der Zeit um 1760/79 mit Rosaillen und Blumendekor, später übermalt.