Gempengasse 48

Das Taunerhaus Gempengasse 48 liegt ungefähr in der Mitte der Gempengasse, die nur auf dieser Seite mit einer gestaffelten Häuserzeile überbaut ist.

Das Haus dürfte im 17. Jahrhundert erbaut worden sein. Jedenfalls findet sich die Ueberbau-ung der Gempengasse bereits um 1680 auf der Federskizze des Geometers Georg Friedrich Meyer. Beim Haus Gempengasse 48 handelt es sich um ein schmales, hohes Gebäude, das mit einem steilen Satteldach bedeckt ist. Die Fassaden sind mehrfach verändert worden, ohne dass die Substanz und Struktur des Gebäudes verändert worden wäre. Besonders interessant ist die Rückseite mit dem rundbogigen Eingang und den noch gotischen Fenstern. Das Haus ist kürzlich vorbildlich restauriert und umgebaut worden. Dabei hat man auf die historische Substanz Rücksicht genommen und Veränderungen vor allem im Innern durchgeführt. Der Bau wirkt in der Gempengasse relativ hoch und zeigt, dass auch hier angesichts der Knappheit des Bodens innerhalb des Dorfetters in die Höhe gebaut werden musste. Der Wechsel zwischen hohen und niedrigen Bauten, zwischen Oekonomie- und Wohnbauten, die Staffelung und das Vor- und Zurückweichen der Baufluchten machen den besonderen Reiz der Gempengasse aus.

Früher war man der Auffassung, dass die Ueberbauung der Gempengasse mit Taglöhner- und Rebknechtenhäusern erst im 19. Jahrhundert erfolgt sei. Die Bilddokumente aus dem 17. Jahrhundert belehren uns jedoch, dass hier schon damals Bauten in einer Häuserzeile standen. Gewiss ist die Ueberbauung der Gempengasse in einer späteren Periode als der Kern des Dorfes entstanden, doch handelt es sich hier um ein Quartier, das sicher im 17. Jahrhundert voll ausgebaut war.