Hauptstrasse 23

Das ehemalige Restaurant Rössli steht im alten Dorfkern am Fusse des Burghügels, mitten im alten Dorf. Der relativ grosse Bau flankiert mit der alten Trotte den Aufgang zur Burg. Vermutlich nach 1852 wurde das Gebäude an der Stelle einer Häuserzeile von kleineren Bauten erbaut.

Der langgestreckte, dreigeschossige Baukubus wird von einem relativ flachen Satteldach bedeckt und steht traufständig zur Strasse. Ein Gurtgesims trennt das hohe Sockelgeschoss mit seinen flachen und stichbogigen Fenstern und Türen von den Obergeschossen. Diese weisen acht regelmässige Achsen grosser Fenster auf. Ein Kranzgesims mit Konsolen schliesst die Fassade ab. Der Südfassade ist ein etwas schmälerer, zweigeschossiger Anbau vorgelagert, der im Erdgeschoss als offene Eingangshalle dient. Im Innern befand sich früher eine Gaststube, ein Saal und andere Wohnräume. Im Rahmen eines Umbaus zu einem Wohn- und Geschäftshaus wurde das Äussere renoviert, während das Innere entsprechend der neuen Nutzung umfunktioniert und umgebaut worden ist. Der grosse spätklassizistische Bau hat eindeutig städtisches Format und wurde vermutlich bei seiner Erbauung als Fremdkörper betrachtet. Für uns demonstriert er das Selbstbewusstsein eines neuen Standes, der nicht davor zurückschreckte, städtische Architektur als Statussymbol ins Dorf zu verpflanzen.

Der sorgfältig restaurierte Bau ist nicht nur ein Dokument der Siedlungsgeschichte von Münchenstein, sondern auch ein wichtiger Bestandteil des Ortsbildes. Für seine Zelt war er etwas Besonderes, doch ist darauf hinzuweisen, dass Münchenstein schon relativ früh mit klassizistischen Bauten in Berührung kam. Man denke an das alte Dorfschulhaus mit dem klassizistischen Saal oder die klassizistischen Bauten von Melchior Berri in Brüglingen. Melchior Berris Vater war damals Pfarrer in Münchenstein.