Laubibergstrasse 58a

Der eher kleine Weidstall befindet sich am Nordosthang des Laubibergs in Liestal. Er wurde frühestens 1765 errichtet, wie eine dendrochronologische Holzaltersbestimmung ergab. Der Weidstall ist über einem beinahe quadratischen Grundriss errichtet. Die Fassaden bestehen aus grob verputzten Bruchsteinmauern, die Giebelflächen sind mit unterschiedlich breiten Fichtenbrettern verschalt. Das einfache Satteldach ist mit historischen Biberschwanzziegeln eingedeckt. Talseitig befindet sich im Erdgeschoss der Eingang zum Stall. Die Türöffnung ist mit scharrierten Kalksteinen eingefasst, deren Kanten gefast sind. Der Fasungsverlauf zeigt durch seine Unregelmässigkeit an, dass die Steine zweitverwendet sind. Auf den Heuboden führt bergseitig ein einfach verschaltes Tor, das einen niveaufreien Zugang ermöglicht. Talseitig sind ebenfalls zwei grosse, verschalte Öffnungen vorhanden, die den Heutransport mit einer Aufzugsvorrichtung erlauben. Der Weidstall wird auf den Traufseiten von je drei einfachen, schmalen Luftschlitzen erhellt. Die Dachkonstruktion besteht aus einem stehenden Stuhl mit einem Sparrendach.


Im Zusammenhang mit dem Neubau der Siedlung Laubiboden wurde von Seiten der Bauherrschaft und der Stadt Liestal der Beschluss gefasst, diesen letzten Weidstall auf Liestaler Boden zu schützen und ihn in die Gesamtplanung der Siedlung zu integrieren. Im Jahre 2004 ist der Weidstall mit fachlicher Begleitung der Kantonalen Denkmalpflege vorbildlich saniert worden. Dabei sind konsequent nur die baufälligen Bauteile ausgewechselt worden. Heute wird der Weidstall als Spielhaus von den Siedlungsbewohner benutzt.


Der Weidstall ist als letzter und wertvoller Zeuge der bäuerlichen Kultur in der Umgebung von Liestal zu schützen. Die erfolgte Sanierung und Umnutzung ist vorbildlich und verhilft dem Kulturdenkmal zu einer neuen, sinnvollen Funktion innerhalb der Siedlung.