Vorstatt 2

Das Haus an der Vorstatt 2 (ehemals Rüchigasse 42) bildet einen Teil des Dorfplatzes, da es dessen Südwestecke abschliesst. Gleichzeitig bildet es den östlichen Abschluss einer Häuserzeile, zu welcher auch die Post gehört. Das relativ bescheidene Haus besteht im Vorderbau aus einer Laube, die auf zwei Seiten im Obergeschoss mit Holz verschalt ist.

Das zweigeschossige Haus wird von einem Satteldach bedeckt, das auf der Südseite mit einem vorkragenden Anbau eigenartig vorspringt. Die beiden Eingänge ins Erdgeschoss und ins Obergeschoss befinden sich auf der Giebelseite, wo das holzverschalte Giebeldreieck vorkragend ausgebildet ist. Das kleine Haus ist innerhalb des kleinen Dorfes Lauwil besonders eigenwillig, da es mit seiner Holzverschalung auf dem Dorfplatz auffällt. Die Konstruktion geht vermutlich auf eine ältere Form zurück, jedenfalls dürfte auch die Funktion des nun als Wohnhaus ausgebauten Teils geändert haben.

Da das Haus nicht nur die eine Ecke des Dorfplatzes innerhalb des Strassenkreuzes markiert und etwas zurückgesetzt zur Ausweitung des Dorfplatzes und zu einer Staffelung der Häuser beiträgt, ist sein Situationswert im Zentrum des Dorfkerns von Lauwil von besonderer Bedeutung. Anlässlich des Umbaus wurde darauf geachtet, dass dieser Teil des Hauses in seiner Stellung und seiner Eigenart sowie in seiner ursprünglichen Konstruktion erhalten werden konnte.

Es ist zu vermuten, dass das Haus als Erweiterung der Häuserzeile auf dieser Strassenseite zu Beginn des 19. Jahrhunderts erbaut worden ist. Somit zeugt es von der gewachsenen Baustruktur dieses Dorfes, das bis heute keine grosse bauliche Entwicklung erlebt hat und deshalb seinen Dorfkern erhalten konnte. Innerhalb der eher einfachen ländlichen Bauten, die zum Teil zu Häuserzeilen zusammengewachsen sind, wird auch das einzelne Gebäude, auch wenn sein Eigenwert nicht sehr gross ist, im Gesamtbild bedeutend. Dies vor allem dann, wenn es wie hier die Ecke eines Platzes oder Strassenkreuzes markiert. Es bildet dadurch Teil eines Ensembles und ist deshalb erhaltenswert.