Hauptstrasse 2

 Das Pfarrhaus von Frenkendorf ist im Jahre 1763 erbaut worden, um dem Pfarrer nach der Liquidierung der Kiche von Munzach einen festen Wohnsitz in Frenkendorf anzubieten. Es ist somit das erste in Frenkendorf erbaute Pfarrhaus.

Das zweigeschossige Gebäude zeichnet sich durch eine repräsentative, fünfachsige Strassenfassade aus und wird von einem hohen Krüppelwalmdach bedeckt. Die Rückseite nimmt die für das Baselbiet typische Holzlaube ein. Die streng symmetrische Fassadengliederung wird durch den Verzicht auf die damals üblichen Stichbogenfenster und die Verwendung von flachen Stürzen in Horizontbahnen eingespannt und in der Mitte vom hochrechteckigen Eingang mit vergittertem Oberlicht betont. Der Quergang des Innern weitet sich im hintern Teil zu einem grosszügig angelegten Sommer- und Treppenhaus aus. Seine Decke wird in eine Ecke von einer zweiläufigen, breiten Eichentreppe mit geschweiften Balustern unterbrochen und in origineller Art auf einen Holzpfosten gestützt. Im Obergeschoss gruppieren sich die Räume ebenfalls um ein breites Sommerhaus, das zugleich auf die Laube führt. Reiche Eisenbahngeschläge und barocke Türfüllungen und -rahmen bereichern das Innere, das durch seine sowohl praktische als auch grosszügige Grundrissdisposition auffällt.

Gesamthaft betrachtet ist darauf hinzuweisen, dass das Pfarrhaus von Frenkendorf durch seine Lage am Dorfeingang neben Schule und Dorfplatz einen wichtigen Bestandteil des Siedlungsbildes sowie der Siedlungsgeschichte bildet. Hinzu kommt, dass es nach der Kirche das bedeutendste Gebäude des alten Dorfkerns ist. Als Bautyp vertritt es den repräsentativen Barock der Basler Landschaft, der in seiner vornehmschlichten Sprache den damals in der Stadt vorherrschenden Rokokostil ignoriert und bereits die klassizistischen Stilelemente unter Louis XVI. übernimmt.