Kantonsstrasse 3

Das ehemalige Bad Bubendorf, heute Gasthof und Hotel, steht an der Strasse des Oberen Hauensteins unweit von Liestal bei der Abzweigung der Strasse ins Tal der Hinteren Frenke.

Eine am Fusse des Furlenhügels entspringende Quelle wurde schon vor ihrer urkundlichen Erwähnung im Jahre 1641 vom Landvolk zu Heilzwecken verwendet. Als 1641 ein Täufer aus Lenzburg die Heilkraft des Wassers als besser als jene von Gontenschwil bezeichnete, musste die Quelle wegen des grossen Volksandrangs eingefasst und abgeschlossen werden. Doch ein negatives Gutachten der medizinischen Fakultät der Universität Basel hatte zur Folge, dass das Bad ein Volksbad blieb. Erst 1741 errichtete der Schneider Hans Jakob Rudin gegen den Widerstand der Bubendörfer eine hölzerne Badhütte, die er im gleichen Jahr an Frau Antonia Katharina Heusler, geborene Burckhardt, verkaufte. Frau Heusler ersetzte die Badhütte durch ein grosses steinernes Haus und erhielt gegen den Widerstand der Wirte von Liestal, Hölstein und Oberdorf das Recht zum Weinausschenken während der Badezeit. Unter Schultheiss Hebdenstreit nahm das Bad um 1760 einen derartigen Aufschwung, dass ober- und unterhalb des Hauptbaus zwei zurückgesetzte giebelständige Bauten errichtet wurden. Doch unter Schultheiss David La Roche musste das Hauptgebäude wegen Fundamentschäden abgebrochen und durch einen dreigeschossigen Neubau ersetzt werden. Baumeister waren die Maurermeister Moritz Bücklin von Satteins, Herrschaft Feldkirch, und Anthoni Werckmüller von Hinderlagen im Allgäu.

Von David La Roche und seinem Sohn Andreas erwarb 1804 Mathias Fluhbacher von Läufelfingen das Bad und gestaltete es aussen im Stile des Frühklassizismus um. Eine bedeutende politische Rolle als "basellandschaftliches Rütli" spielte das Bad in den dreissiger Jahren, als die hier am 18. Oktober und am 29. November 1830 versammelten Anführer der Unzufriedenen den Beginn der Trennungswirren verursachten. In den späteren Kämpfen wurde das Bad beschädigt, weil der Wirt baslerisch gesinnt war. 1837 richtete Fluhbacher im Bad Bubendorf der damaligen Zeit entsprechend Solbäder ein. Erst 1948 verkaufte die Familie Fluhbacher das Bad, worauf es über J. Michel und H. Huggenberg an die Basellandschaftliche Kantonalbank ging. Diese liess das Aeussere 1964 restaurieren, das nördlich gelegene Oekonomiegebäude und den Saal hinter dem Hauptgebäude abbrechen. Dabei verschwanden das Oblicht mit der Jahreszahl 1304 über dem Eingang und der Dachreiter mit dem Glöcklein auf dem Hauptgebäude. Das nördliche giebelständig zurückstehende Gebäude war bereits früher abgebrochen worden.

1977 erwarb R. Huber das Bad Bubendorf und liess es zu einem modernen Restaurant- und Hotelbetrieb ausbauen. Die in den Jahren 1979-1981 durchgeführte Restaurierung umfasste auch verschiedene Anbauten auf der Rückseite und auf der Nordseite. Das Hauptgebäude und das ehemalige Pächterhaus im Süden blieben aber erhalten, wurden allerdings im Innern entsprechend den Erfordernissen eines neuzeitlichen Betriebes vollständig erneuert. Gleichzeitig entfernte man den unschönen Saalanbau auf der Südseite des Hauptgebäudes. Das Dach des Hauptgebäudes erhielt wieder einen Dachreiter mit einer Glocke. Zugleich wurden die Lukarnen auf der Vorderseite rekonstruiert und um eine vermehrt.

Das achtachsige Gebäude gliedert sich im Rhythmus von 2-4-2 Achsen. Flache Pilaster mit kunstvollen Eierstabkapitellen fassen die Ecken ein, während das Sockelgeschoss und die Giebelfelder mittels flachen Gurten abgetrennt sind. Neben dem Haupteingang mit flachen Pilastern und vorkragendem Gebälk erinnert eine Gedenktafel an die Freiheitsbewegungen, die vom Bad Bubendorf ausgingen. Das ehemalige Pächterhaus am Hang besitzt zwei ebenerdige gewölbte Keller mit Stichbogentor und Rundfenstern. Man geht wohl nicht fehl in der Annahme, dass das 1764 errichtete Gebäude unter Verwendung von Bauteilen des 1742 errichteten ersten Gebäudes erbaut worden ist. Das stattliche, dreigeschossige Gebäude entspricht in seinem Kubus der Form der Badhäuser jener Zeit, die sehr auf Repräsentation ausgerichtet waren. Dazu trägt auch die klassizistische Fassadengliederung bei, die sehr monumental wirkt, während das grosse Krüpoelwalmdach dem Gebäude einen eher behäbigen Anstrich verleiht. Dank der vor kurzem vollendeten Restaurierung ist die historische Gebäudegruppe wieder zu einem wichtigen Akzent des Taleingangs geworden.