Bündtenstrasse 3

Das Bauernhaus liegt am ehemaligen Brühlweg, heute Bündtenstrasse genannt und somit am Rande des Dorfkerns.

Das grosse Bauernhaus wurde nach der Jahreszahl auf dem Türsturz im Jahre 1777 erbaut. Sein Wohnteil steht frei, ist dreiachsig und wird von einem steilen Satteldach mit Würge bedeckt. Am Giebel schützt ein kleines Kleb- oder Pultdach die darunterliegenden Fenster. Auf der Traufseite liegt neben dem Eingang der offene Kellerhals. Eingang und Fenster sind stichbogig. Der Eingang besitzt ein Kantenprofil und ein breites Oberlicht. Auf dem Sturz steht die Inschrift 17 DF 77. Neben dem Wohnteil liegt die niedere Ökonomie mit rundbogigem Stall- und Scheunentor.

Der stattliche Wohnteil mit seinen drei Fensterachsen besass im Obergeschoss einen Posamentstuhl. Obschon das Bauernhaus als Mehrzweckgebäude mit dem niederen Ökonomie- und dem höheren Wohnteil dem typischen Baselbieter Bauernhaus entspricht, gesellt sich hier mit der Posamenterei eine neue Funktion hinzu, die vor allem die Grösse des Wohnteils mitbestimmte. Im Blick auf andere, ähnliche Bauernhäuser gleichen Stils und gleicher Art in Bubendorf darf das Haus als Typus des Bubendörfer Posamenterhauses angesprochen werden. Im Gegensatz zu anderen Gemeinden zog hier der Stichbogen als barockes Bauelement unter dem Einfluss der Stadt Basel schon im 18. Jahrhundert ein und prägte die Gestaltung der Fassaden und die Kuben der Häuser. Eine der barocken Repräsentationsfreude entsprechende Bauform fand hier dank günstigen wirtschaftlichen Bedingungen schon sehr früh in der Bauernhausarchitektur einen einfachen aber stilvollen Ausdruck.