Ev.-ref. Kirche St. Maria, Kirchgasse 9

Die Kirche von Bretzwil liegt östlich des Dorfes auf einer Anhöhe inmitten eines zum Teil ummauerten Friedhofes.

Bereits 1230 wird hier eine Marienkapelle erwähnt. Bis ins 16. Jahrhundert bestand die Kirche aus Langhaus und Chor mit Dachreiter. 1610 verlängerte man das Langhaus nach Westen. 1626 erfolgte der Bau des Turmes an der Westseite der Kirche. Im 18. Jahrhundert wurden Chor und Langhaus abgebrochen und 1786 durch einen Neubau mit gerade schliessender Ostmauer ersetzt.

Der ungegliederte Turm verjüngt sich nach oben leicht und endigt in einem Käsbissendach. An den Längsseiten des Langhauses sitzen je drei, an der Ostseite zwei stichbogige Fenster in kantiger Steinumrahmung aus dem 18. Jahrhundert.

Der symmetrische Saal von 1786 war renoviert worden, wobei auch der dreiseitige Lettner verschwand. An alter Ausstattung erhielten sich zwei alte Kabinettscheiben, die Kanuel aus dem 17. Jahrhundert, und einzelne Epitaphien. Wie in Reigoldswil ist auch hier im 18. Jahrhundert der ehemalige Langhaus-Chor-Bau wegen der Benützung des Chores für die Gläubigen zu einem Saal verschmolzen worden, eine späte Anpassung an die Erfordernisse des reformierten Predigtgottesdienstes, der auf den Chor verzichten konnte. Wie in anderen Kirchen erfolgte diese Umwandlung hauptsächlich aus Platzmangel.

Der Bau des Turmes an der Westseite übernimmt im 17. Jahrhundert eine alte Tradition, entspricht aber dem Bedürfnis des 17. Jahrhunderts nach höheren Türmen, vgl. die Turmerhöhungen von Muttenz und Gelterkinden.

Gesamthaft betrachtet reiht sich die Kirche in das Schema der saalartigen Landkirchen des Kantons ein. Was aber hier und in Reigoldswil bereits im 18. Jahrhundert geschah, erfolgte in den meisten Landkirchen erst im 19. Jahrhundert.