Zwingenstrasse 9, St. Josephskapelle

St. Josephskapelle, Blauen, kantonal geschützt

Die kleine Wegkapelle steht direkt an der Zwingenstrasse am Dorfeingang von Blauen. Sie wurde gemäss Bauinschrift 1835 von der Familie Fuchs aus Blauen gestiftet.

Der kleine Saalbau von ca. 5.25m Länge und 3.25m Breite mit halbrunder Apsis erhebt sich über längsrechteckigem Grundriss und schliesst mit einem Satteldach. Auf dem Dach, am Chorscheitel, ist ein Dachkreuz befestigt, ein wiederverwendetes schmiedeeisernes Grabkreuz. Die Kapelle wird durch eine Rundbogentüre von der Strasse her betreten. Das Türgewände ist aus Laufentaler Kalkstein gefügt. Auf den beiden Kämpfern ist die Jahreszahl 1835 eingehauen, auf dem hervorgehobenen Schlussstein ist in einer Kartusche ein Messkelch mit Oblate dargestellt. Im Giebelfeld oberhalb der Eingangstüre befindet sich ein kleines Fenster zur Belüftung und Belichtung des Dachstuhles. Zu einem späteren Zeitpunkt ist das Satteldach über die Fassade hinaus verlängert und die Dachuntersicht mit einer „Bernerründe“ verkleidet worden in der  Absicht, die Fassade vor den Wettereinflüssen zu schützen.

Der kleine Kapellensaal wird beidseitig von zwei Rundbogenfenstern beleuchtet, wobei beim Fenster auf der Nordseite die originale Bleiverglasung erhalten geblieben ist. Der Boden ist mit grossen Laufentaler Steinplatten ausgelegt, ein Holzpodest trennt den eigentlichen Altarbereich vom übrigen Raum. Im Halbrund der Apsis steht der Altar. Stipes, Mensa und Aufbau sind mit Stuckmarmor in den Farbtönen von Rotbraun, Schwarz und Hellgrau verkleidet. In der Mitte des Altaraufbaus, eingerahmt beidseitig von je zwei Pilastern mit ionischen Kapitellen, ist ein querrechteckiges Ölgemälde mit der Darstellung der Heiligen Familie eingelassen. Gemäss den Akten stammt dieses Gemälde aus dem Bestand von Kloster Mariastein und gehörte zu einem Tragaltar. Der Abschluss gegen oben wird gebildet durch einen Architrav mit Giebeldreieck, in dessen Mitte das Auge Gottes befestigt ist.  Beidseits des dreieckförmigen Abschlusses sind zwei Kelche mit einer Flamme aus Gips aufgestellt, das Ewige Licht symbolisierend. Die Wände sind einfach verputzt, der Deckenspiegel mit einem mehrteiligen Gipsstab gefasst. Oberhalb der Fensternischen sind aus Gips je zwei Palmwedel, zusammengehalten mit einer Schleife, angebracht. Zum Mobiliar gehört eine einfache Betbank, zwei gedrechselte Holzkerzenhalter sowie ein Kruzifix.

Gemäss den Archivalien im Pfarrhaus von Blauen wurde die Kapelle am 19. März 1839 eingesegnet und von diesem Zeitpunkt an  wurde die Messe  drei bis viermal jährlich durch den Pfarrer von Blauen gelesen.

Die Baugeschichte der rund 160jährigen Kapelle ist kaum dokumentiert. Belegt sind das zweimalige Sanieren des Daches, der feste Einbau des einstigen altare portatile sowie eine radikale Innensanierung im Jahre 1944.

Die nun (2016) abgeschlossene Restaurierung hat einen Grossteil der damaligen, unsachgemässen Eingriffe rückgängig gemacht und damit auch das entstandene Feuchtigkeitsproblem gelöst. Die St. Josefskapelle erstrahlt nun wieder in ihrer ursprünglichen Farbigkeit; der schöne Steinplattenboden und der Altar sind gereinigt. Eine neue Türe  schützt den Innenraum und eine sorgfältige Pflästerung vor der Eingangstüre gibt der Wegkapelle einen Teil ihres Raumes zurück.

Die kleine Wegkapelle St. Joseph in Blauen ist einzig in der Baselbieter Kulturlandschaft.