Kirchgasse 9, ehemaliges Schulhaus

Das Schulhaus von Benken liegt auf der Westseite der Hauptstrasse, die hier leicht ansteigt. Im Vergleich zu den übrigen Häusern dieser Strassenseite ist das Schulhaus leicht vorgestellt.

Die Jahreszahl 1736 über dem Eingang und das barocke Wappen mit Baslerstab über der Tür weisen auf das Baudatum und den Bauherrn, die Stadt Basel, hin. Das zweigeschossige Gebäude steht wie beinahe alle Häuser dieser Strassenseite traufständig zur Strasse, im Gegensatz zu den giebelständigen Häusern der andern Strassenseite. Die unregelmässige Fassadengestaltung weist auf die verschiedenen Punktionen des Hauses als Schul- und Lehrerhaus. Im Erdgeschoss umrahmt ein schlichtes Gewände den Eingang in der dritten Achse. Eine mehrteilige Tür mit Oberlicht führt ins Innere. Die Fenster des zweiten Geschosses sind kleiner gehalten und verbinden sich mit der vorspringenden Dachtraufe. Das hohe Walmdach ist in seinem Ansatz stark geknickt und zeigt auf der Strassenseite zwei kleine Lukarnen. Der Anbau im Westen ist später hinzugefügt worden.

Das Schulhaus von Benken übernimmt zwar mit seiner symmetrischen Fassadengliederung und dem hohen Walmdach die Elemente des barocken Repräsentationsbaues der Mitte des 18. Jahrhunderts, doch fügt es sich in der Stellung, in den Proportionen des Kubus und des Daches durch seinen zurückhaltenden Charakter ins dörfliche Strassenbild des Bauerndorfes. So kommt seine Wirkung in unmittelbarer Nähe des Pfarrhauses nicht dem eines Fremdkörpers, sondern eines Primus inter Pares gleich. Es zeugt von der Anpassungsfähigkeit der barocken Architektur, die sich hier ohne Substanzverlust einreiht.