Dorfschulhaus, Dorfstrasse 6

 Das Schulhaus von Anwil liegt im oberen Dorfteil in einer breiten, von Vorgärten und Misthaufen umgebenen Gasse. Es steht giebelständig zur Strasse und tritt deshalb im Dorfbild hervor.

Das Schulhaus entstand aus einem Bauernhaus, das seit 1822 als Schulhaus diente und 1830 zu diesem Zwecke umgebaut wurde.

Den zweigeschossigen, länglichen Baukörper deckt ein Krüppelwalmdach, auf dessen First Richtung Strasse ein verschalter Dachreiter mit polygonalem Helm sitzt. Das Haus besitzt giebelseits drei und traufseits fünf Fensterachsen. Im Erdgeschoss befinden sich die niederen Fenster der ehemaligen Lehrerwohnung sowie der Eingang in der 4. Achse. Links davon liegt der Oekonomieteil mit Scheunentor und Schopfanbau. Das Obergeschoss zeigt hohe Rechteckfenster der Schulstuben. Sämtliche Fenster besitzen vorstehende, abgetrennte Fussbänke. Der Eingang ist ebenfalls profiliert und wird von einem Konsolengesims überhöht. Die klassizistische Holztür mit Oberlicht, Schachbrettfries am Kämpfer und klassizistischen Füllungen mit Sternen besticht durch ihre einfachen Verzierungen.

Das Schulhaus von Anwil gehört zu den ersten Schulhäusern des Kantons, die durch Umbau eines Bauernhauses entstanden und der neuen Funktion angepasst den klassizistischen Typus des Dorfschulhauses vertreten. Das Schulhaus ist in seiner Stellung und seiner Erscheinung im Dorfbild ausgezeichnet, und verrät ausserdem in den verschiedenen Fensterdimensionen die Funktion des Innern am Aeussern. Der Uebergang vom Wohn- oder Bauernhaus zum Repräsentationsbau wird hier deutlich zum Ausdruck gebracht.