Wegkapelle, Hauptstrasse 124

Die Wegkapelle von Aesch, das sogenannte "Käppeli", liegt an der Einmündung der Strasse von Arlesheim in die Hauptstrasse und wurde in der Mitte des 18. Jahrhunderts unter Vogt Franz Jakob Anton Klarer von Roll, dem Stifter des Altarbildes, erbaut. Das kleine, polygonal schliessende Gebäude deckt ein Walmdach, das auf hölzernen Rundsäulen ruhend eine Vorhalle einschliesst. Im Jahre 1964 wurde die Kapelle einer Gesamtrestaurierung unter der Leitung der Basler Denkmalpflege unterzogen.

Das Innere betritt man durch eine rundbogige Tür mit schmalgefasten Gewänden. An der Stirnwand erhebt sich ein rotblau marmorierter Holzstipes mit dem Altarbild in marmoriertem Rahmen. Das Oelbild stellt in bunten Farben die Madonna von Einsiedeln im Ornat dar. Die Kartuscheninschrift weist darauf hin. Drei Wappen, wovon jene der Familien Blarer und von Roll lesbar sind, erinnern an den Stifter Franz Jakob Anton Blarer von Roll, von 1731 bis 1765 bischöflicher Vogt in Aesch. Beide Seiten des Altars und die beiden Oculi an den Wänden umrahmen dekorativ geflammte Rokokomalereien in rötlichem Ton. Die flache Holzdecke zieren auf blauem Grund goldene Sternchen.

Die Kapelle ist die einzige dieser Art im Kanton Basel-Landschaft. Als Wegkapelle wahrscheinlich an der Stelle eines Bildstocks errichtet weist sie auf die zahlreichen heute verschwundenen Wegkapellen und zugleich mit ihrer Ausstattung auf die auch in dieser Gegend beliebte Wallfahrt nach Einsiedeln.