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Wasserstatistik Basel-Landschaft 2015

29.07.2016
Der heisse, trockene Sommer 2015 zeigte Wirkung auf den Wasserverbrauch im Kanton. Entgegen dem langjährigen Trend wurde im 2015 deutlich mehr Wasser ab öffentlichem Trinkwassernetz bezogen als im Vorjahr. In naher Zukunft ist jedoch mit konstantem Wasserverbrauch zu rechnen. Langfristig haben z.B. die Bevölkerungsentwicklung und die Klimaveränderung einen Einfluss auf den Verbrauch von Leitungswasser. Die kantonale Wasserstatistik liefert daher wichtige Grundlagen für die Versorgungsplanung. Seit 2016 wird die vom Amt für Umweltschutz und Energie erstellte Wasserstatistik auf der Internetseite des Statistischen Amtes publiziert.

Das Jahr 2015 war geprägt von einem heissen Sommer und einer trockenen zweiten Jahreshälfte. Bei solchen Wetterlagen steigt der Wasserverbrauch insbesondere durch Gartenbewässerungen, Schwimmbadnachfüllungen und häufigeres Duschen. Das zeigt sich nun auch in der aktuell publizierten kantonalen Wasserstatistik 2015. Entgegen dem bisherigen langjährigen Trend ist der Wasserbedarf (Verbrauch + Verluste) im Kanton gegenüber dem Vorjahr wieder angestiegen von 26.1 Mio. m3 auf 27.4 Mio. m3 pro Jahr, was einer Zunahme von fast 5% entspricht.

Für die Trinkwassergewinnung in Baselland wird zu 85% Grundwasser aus den Schotterablagerungen der Flusstäler genutzt. Mit rund 100 Pumpwerken wird das Wasser aus dem Untergrund in die Versorgungsnetze der Gemeinden gefördert. Die restlichen 15% des Trinkwassers stammen aus über 150 Quellfassungen. Die grösste Trinkwassergewinnungsanlage im Kanton ist die der Hardwasser AG in Muttenz mit einer Jahresproduktion 2015 von über 14 Mio. m3, wovon rund 10 Mio. m3 an den Kanton Basel-Stadt geliefert wurden.

In den letzten 40 Jahren nahm der Wasserbedarf (Verbrauch + Verluste) im Kanton Basel-Landschaft trotz starkem Bevölkerungswachstum kontinuierlich ab. So wurden bis ins Jahr 1976 über 35 Mio. m3 pro Jahr – also etwa 130% des heutigen Bedarfs - für die öffentliche Trinkwasserversorgung benötigt (siehe Beilage). Ursache für diesen Rückgang ist der Einbau wassersparender Armaturen bei Neu- und Umbauten, die Reduktion der Leitungsverluste, der Wandel in der Industrieproduktion, die zunehmende Dienstleistungsgesellschaft und der bewusstere, sparsamere Umgang der Bevölkerung mit dem Trinkwasser.

In naher Zukunft ist mit relativ konstanten Wasserverbräuchen zu rechnen. Es ist davon auszugehen, dass der weitere Rückgang des spezifischen Verbrauchs pro Person durch die Bevölkerungszunahme in etwa ausgeglichen wird. Langfristig wird der stattfindende Klimawandel mit häufigeren und längeren Hitzeperioden für höhere Verbräuche sorgen. Gleichzeitig ist vor allem in kleineren ländlichen Gemeinden mit einem Anstieg der Wasserpreise zur Finanzierung der Kosten für den Werterhalt der Infrastruktur zu rechnen.

Der Pro-Kopf-Verbrauch liegt aktuell bei 263 Liter pro Tag. Diese teilen sich auf in die Bereiche Haushalt und Kleingewerbe (59%), Industrie und Gewerbe (20%), Öffentliche Zwecke, Brunnen und Badeanstalten (7%) sowie Selbstverbrauch der Wasserversorger (1%). Bei den restlichen 13% handelt es sich um Netzverluste und Messdifferenzen.

Im Gegensatz zum Wasserverbrauch haben sich die Wasserverluste im Kanton seit 2009 von 17% auf 13% reduziert und liegen nun im Bereich des schweizerischen Durchschnitts. Die kantonale Wasserstatistik zeigt die Verluste in den einzelnen Gemeinden im Vergleich auf. Hohe Wasserverluste sind ein Zeichen dafür, dass das Leitungsnetz sanierungsbedürftig ist und nicht genügend in dessen Erneuerung investiert wurde. Gemeinden mit hohen Verlusten werden vom Amt für Umweltschutz und Energie zum Handeln aufgefordert.

Unabhängig von der öffentlichen Versorgung privat gefördertes Grundwasser wird vorwiegend als Brauch- und Kühlwasser für die Industrie sowie zu energetischen Zwecken genutzt und stammt in der Regel aus Grundwasservorkommen, die für Trinkwasserzwecke nicht geeignet sind. Seit den 1970er-Jahren hat sich die von Privaten pro Jahr geförderte Grundwassermenge in etwa verdoppelt und liegt im 2015 bei 43 Mio. m3. Seit dem Maximum im 2013 ist die private Grundwasserförderung wieder leicht rückläufig, was vor allem auf Produktionsumstellungen der Industrie im Raum Schweizerhalle zurückzuführen ist.

Die vom Amt für Umweltschutz und Energie erstellte kantonale Wasserstatistik ist eine der wichtigsten Grundlagen für die Wasserversorgungsplanung und bietet einen umfassenden Überblick der Wasserversorgung im Kanton.

Seit Januar 2016 wird die kantonale Wasserstatistik in umfassender Form auf der Internetseite des Statistischen Amtes publiziert.

> Grafik Wasserverbrauch

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