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Update: Verunreinigtes Grundwasser Pratteln - Massnahmen zeigen Wirkung

03.12.2019

Im Zeitraum zwischen November 2018 bis Februar 2019 führte ein Leck in einer Abwasserleitung bei der Firma Rohner AG in Pratteln zu einer erheblichen Grundwasserverunreinigung. Die Untersuchungen haben gezeigt, dass rund 20 Millionen Liter Industrieabwasser ins Grundwasser gelangt sind. Das Amt für Umweltschutz und Energie (AUE) ergriff eine Reihe von Massnahmen, welche noch weitergeführt werden müssen. Die Firma Rohner AG Pratteln hat per Ende Juni 2019 Konkurs anmeldet. Eine Nachfolgelösung zur Weiterführung der chemischen Produktion konnte nicht gefunden werden. Die Liquidation der Firma wurde eingeleitet.

Die Massnahmen zur Eindämmung der Grundwasserverunreinigung haben Wirkung gezeigt. Nach wie vor sind jedoch Spuren der Verunreinigung bis nördlich der Autobahn bei Pratteln nachweisbar. Somit muss auch mehr als neun Monate nach Entdeckung der Havarie bei der Firma Rohner AG in Pratteln verschmutztes Grundwasser abgepumpt und zur ARA Rhein in Pratteln abgeleitet werden. Zur Effizienzsteigerung wurde im Bereich der Güterstrasse in Pratteln Anfang Oktober 2019 eine weitere Grundwasserpumpe in Betrieb genommen. Bohrungen zur Installation von weiteren Grundwasserpumpen sind geplant. Die Wirksamkeit der Massnahmen sowie die Entwicklung der Restbelastung im Grundwasser werden laufend überwacht.

Aufgrund dieser Massnahmen und der biologischen Abbauprozesse sowie durch die Verdünnung mit sauberem Grundwasser verlieren sich die Spuren der Verunreinigung zwischen der Autobahn und dem Rhein bei Pratteln. Eine Gefährdung für Menschen und Tiere kann nach wie vor ausgeschlossen werden, da das betroffene Grundwasser von Trinkwasserversorgungen nicht genutzt wird.

Nach heutigem Kenntnisstand betragen die Kosten zur Bewältigung der Grundwasserverschmutzung über 700'000 Franken. Grundsätzlich sind diese Kosten durch den Verursacher zu tragen.

Die Firma Rohner AG Pratteln meldete im Juni 2019 Konkurs an. Da keine Nachfolgelösung für die Weiterführung des Produktionsbetriebes gefunden werden konnte, wurde die Liquidation der Firma durch das Konkursamt Basel-Landschaft eingeleitet. Die Grundeigentümerin HIAG Immobilien Schweiz AG, welche seit Beginn der Liquidation involviert ist, strebt eine Umnutzung des Areals an. Zur Realisierung dieses Projekts konnte HIAG 22 Fachleute der ehemaligen Rohner AG Pratteln gewinnen. Sie sind seit dem Konkurs der Rohner AG Pratteln verantwortlich für die Sicherheit des Areals. Zudem nehmen sie das Areal für die bevorstehenden Reinigungsarbeiten im notwendigen Umfang in Betrieb und entsorgen die dort gelagerten Abfälle.

Seit Anfang Juli konnten so bereits 250 der über 500 Tonnen Abfall entsorgt werden, wobei die Kosten für die Entsorgung der Abfälle vollumfänglich von HIAG getragen werden.

Die Hauptaufgabe der Chemiefachleute von HIAG wird die Erstellung eines Konzeptes für die vollständige Reinigung («Chemiefreimachung») der Produktionsanlagen und den anschliessenden Rückbau des Areals sein. Unterstützt werden sie dabei von mehreren Ämtern des Kantons sowie von extern beigezogenen Spezialisten. Alleine die Reinigungsarbeiten dauern voraussichtlich bis im Herbst 2020. Diese Tätigkeiten werden durch das AUE eng begleitet und überwacht.

Stand der Altlastensanierung

Im Rahmen der Altlastensanierungen konnten auf dem Areal der Rohner AG Pratteln seit 2005 ca. 1,5 Tonnen leichtflüchtige, chlorierte Kohlenwasserstoffe aus dem Untergrund erfolgreich entfernt werden. Zur Optimierung dieser Sanierungsmassnahmen liegt ein Konzept vor, welches zeitnah umgesetzt wird. Die Sanierungen erfolgten aufgrund einer Anordnung seitens des AUE. Die anfallenden Kosten für diese Altlastensanierung liegen in Höhe von rund 1,5 Millionen Franken.  Aus heutiger Sicht wird sich die öffentliche Hand nicht an diesen Kosten beteiligen müssen.

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