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Verunreinigtes Grundwasser in Pratteln: Massnahmen zeigen Wirkung und wurden erweitert

27.05.2020

Ein Leck in einer Abwasserleitung bei der Firma Rohner AG in Pratteln führte zwischen November 2018 und Februar 2019 zu einer erheblichen Grundwasserverunreinigung. Die Untersuchungen haben gezeigt, dass rund 20 Millionen Liter Industrieabwasser ins Grundwasser gelangt sind. Das Amt für Umweltschutz und Energie (AUE) ergriff eine Reihe von Massnahmen, welche in der Zwischenzeit noch erweitert worden sind. Diese Massnahmen zeigen Wirkung und werden bis mindestens Ende 2020 weitergeführt. Parallel dazu laufen die Vorarbeiten für den Rückbau des «Rohner-Areals» durch die Grundeigentümerin.

Zur Eindämmung der Grundwasserverunreinigung wird nach wie vor verunreinigtes Grundwasser abgepumpt. Zur Steigerung der Effizienz dieser Massnahme wurden zu Beginn dieses Jahres zwei weitere Bohrungen durchgeführt. Mit den beiden Bohrungen wurde der verunreinigte Grundwasserleiter erreicht. Somit konnten eine Grundwasserpumpe im Bereich des Havarieortes sowie eine weitere zur Abstromsicherung in Betrieb genommen werden. Dadurch konnte die abgepumpte Grundwasserfördermenge verdoppelt werden. Stand Mai 2020 sind bislang rund 50 Millionen Liter verunreinigtes Grundwasser abgepumpt worden.

Die Ergebnisse der Überwachung der Grundwasserqualität zeigen, dass die Belastungen im unmittelbaren Abstrom des Areals stetig abnehmen. Sie liegen aber immer noch deutlich über den Anforderungswerten, die gemäss der eidgenössischen Gewässerschutzverordnung für Grundwasser gelten. Durch die nach Entdecken des Grundwasserschadens eingeleiteten Massnahmen konnte die Ausbreitung der Grundwasserverunreinigung deutlich verlangsamt werden. Die wegtransportierten Verunreinigungen bilden derzeit eine Schadstofffahne, die sich über rund einen Kilometer in Richtung des Grundwasserflusses erstreckt. Das betroffene Grundwasser wird für Brauchwasserzwecke benutzt. Trinkwasserversorgungen befinden sich keine im Bereich des verunreinigten Grundwassers.

Das Abpumpen des Grundwassers wird gemäss heutigem Kenntnisstand bis Ende 2020 aufrechterhalten. Die weiteren Kontrollen der Grundwasserqualität im Verlaufe des Jahres werden zeigen, ob die Massnahmen dann reduziert oder ganz eingestellt werden können.

Vorarbeiten zur Umnutzung des «Rohner-Areals»
Die Firma Rohner AG Pratteln meldete im Juni 2019 Konkurs an und befindet sich in Liquidation. Die Grundeigentümerin des «Rohner-Areals», die HIAG Immobilien Schweiz AG, strebt eine Umnutzung an. Die Vorarbeiten für den Rückbau sind bereits im Gang. So konnten seit Anfang Juli 2019 insgesamt 700 Tonnen an chemischen Abfällen einer fachgerechten Entsorgung zugeführt werden. Die weiteren rund 600 Tonnen Chemikalien, die sich noch in den Lagern befinden, werden soweit möglich an Kunden oder Grosshändler abgetreten oder verkauft.

Parallel wird das Areal von weiteren, nicht chemischen Abfällen und Schrott befreit. Für den Rückbau des Areals wurde dem AUE ein Konzept eingereicht. Eine detaillierte Stellungnahme des AUE liegt vor.

Alle Arbeiten auf dem Areal werden weiterhin durch das AUE eng begleitet und überwacht. Insbesondere muss sichergestellt werden, dass die anstehenden Rückbauarbeiten die laufende Altlastensanierung auf dem Areal sowie die Eindämmung der Grundwasserverunreinigung nicht beeinträchtigen.

Stand der Altlastensanierung
Im Rahmen der Altlastensanierungen konnten auf dem Areal der ehemaligen Rohner AG Pratteln seit 2005 ca. 1,5 Tonnen leichtflüchtige, chlorierte Kohlenwasserstoffe aus dem Untergrund entfernt werden. Zur Optimierung dieser Sanierungsmassnahmen liegt ein Konzept vor, welches zeitnah umgesetzt wird. Die Sanierungen erfolgten aufgrund einer Anordnung des AUE. Die anfallenden Kosten für diese Altlastensanierung liegen in Höhe von rund 1,5 Millionen Franken. Aus heutiger Sicht wird sich die öffentliche Hand nicht an diesen Kosten beteiligen müssen.

Für Rückfragen:
Nico Buschauer, Leiter Kommunikation BUD, Telefon 061 552 55 81

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