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Pratteler Hausgärten: Böden sind krank

30.08.2010
Bereits frühere Untersuchungen der Böden im Gebiet von Pratteln haben gezeigt:
Viele Böden sind krank. Das Amt für Umweltschutz und Energie (AUE) hat diese Erkenntnis im Rahmen der kantonalen Bodenüberwachung mit neueren Abklärungen ergänzt und abschliessend beurteilt. Die Situation ist in vielen Fällen vergleichbar mit der bekannten Situation in Familiengärten und in Siedlungsböden allgemein. Als Ergebnis liegen Empfehlungen zum Umgang mit diesen Belastungen vor. Werden die Empfehlungen eingehalten, kann man die Gärten weiterhin bedenkenlos nutzen. Das AUE hat vergangene Woche betroffene Grundeigentümer informiert.

 
Die Böden im Gebiet von Pratteln wurden erstmals 1988 auf Schwermetalle untersucht. In den folgenden Jahren wurden weitere Böden sowie Komposte und Gemüse aus Hausgärten untersucht. Es zeigte sich, dass viele Böden deutliche Spuren vor allem von Blei und Zink aufweisen. Diese haben ihre Ursache in der speziellen Pratteler Industriegeschichte, im Strassenverkehr sowie in der jahrzehntelangen Bewirtschaftung der Gärten. Durch die verschärften Emissionsvorschriften für Betriebe seit Anfang der 1990er Jahre sowie durch das Bleiverbot im Benzin wurde der Eintrag in die Böden stark vermindert. Die Spuren der Vergangenheit sind aber heute noch feststellbar. Die Pratteler Bevölkerung wurde verschiedentlich darüber informiert.
 
Im Rahmen der kantonalen Bodenüberwachung hat das AUE in den letzten drei Jahren die bisherigen Abklärungen im Gebiet Pratteln auf weitere Gartenböden sowie Gemüse und Kompost ausgeweitet. Damit liegen Analysen auf Schadstoffe aus total rund 150 Böden vor. Daraus konnten Empfehlungen für die künftige Nutzung der Hausgärten abgeleitet werden.
 
Böden von Hausgärten zeigen deutliche Spuren
Viele Böden von Hausgärten im Gebiet Pratteln zeigen erwartungsgemäss Spuren von Schadstoffen, speziell von Blei und Zink. Nur rund 25 % der Gartenböden können als gesund bezeichnet werden. Weitere 50 % der Gartenböden sind ökologisch gesehen nicht mehr gesund, stellen jedoch keine Gefahr für die Gesundheit von Mensch, Tier und Pflanzen dar. Bei rund 25 % der Gartenböden schliesslich war zu klären, ob aufgrund der Belastung für die Gartennutzerinnen und Gartennutzer eine Gefährdung besteht: durch angebautes Gemüse oder durch das unbeabsichtigte Verschlucken von Boden, zum Beispiel bei Kleinkindern. Der sogenannte Sanierungswert wurde in keinem Fall überschritten.
 
Schulanlagen, Kindergärten und Parks nicht betroffen
Spezielle Zusatzabklärungen bei rund 20 Schulanlagen, Kindergärten und öffentlichen Parkanlagen ergaben, dass auf den dortigen Böden keine Gefährdung für spielende Kinder besteht. Der Grund dafür ist, dass auf diesen Böden im Laufe der Jahre kaum Hilfsstoffe wie Asche eingesetzt worden sind.
 
Empfehlungen
Hausgärten mit belasteten Böden sollen weiterhin gut genutzt werden können. Dies lässt sich mit wenigen, gezielten Massnahmen sicherstellen.
 
Biologisch gärtnern ist "in"
In den Hausgärten ist das naturnahe oder gar biologische Gärtnern inzwischen recht verbreitet. Dies soll beibehalten und gefördert werden. Die Gärtnerinnen und Gärtner sind mitverantwortlich für einen guten Umgang mit dem Boden.
 
Asche nicht als Dünger ausbringen
Asche aus Grill, Cheminée, Holzheizung oder Feuerstelle ist wegen ihres Schadstoffgehaltes nicht als Dünger geeignet. Asche ist konsequent mit dem Hauskehricht zu entsorgen.
 
Anbau von Gemüse weiterhin möglich
Detaillierte Abklärungen haben ergeben, dass keine Gefährdung besteht durch das Essen von Gemüse aus den Hausgärten. Dies gilt sowohl für Kleinkinder als auch für Erwachsene. Auch Personen, die sich vegetarisch und ausschliesslich aus dem eigenen Garten ernähren, sind nicht gefährdet. Grund dafür ist, dass die meisten Nahrungspflanzen Blei (und gewisse andere Schadstoffe) nur in geringen Mengen aufnehmen. Das Gemüse sollte wie üblich gut gewaschen werden, damit kein anhaftender und allenfalls belasteter Boden mit gegessen wird.
 
Hausgärten als Spielplatz für Kleinkinder: Am besten auf dem Rasen spielen
Beim Spielen im Freien verschlucken Kleinkinder bis ca. 4 Jahre erfahrungsgemäss regelmässig Bodenmaterial. Sie essen Boden direkt oder nehmen mit Erde verschmutzte Hände in den Mund. Sie können so Schadstoffe aufnehmen. Grundsätzlich ist deshalb darauf zu achten, dass Kleinkinder bis ca. 4 Jahre nur auf Böden mit vollständiger Pflanzenbedeckung (in der Regel ein dichter Rasen) spielen. Nach dem Spielen sollen die Hände gut gewaschen werden
 
Angebot für Bodenuntersuchungen
Da nicht alle möglicherweise betroffenen Hausgärten bekannt sind, besteht für Eigentümerinnen und Eigentümer die Möglichkeit zu einer kostenlosen Bodenuntersuchung. Das Amt für Umweltschutz und Energie gibt gerne weitere Auskünfte. 
 
BAU- UND UMWELTSCHUTZDIREKTION, Kommunikation
 
Für Rückfragen: 
Roland Bono, Amt für Umweltschutz und Energie, Tel. 079 656 82 59

Liestal, 30. August 2010

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