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Natürlicherweise erhöhte Arsengehalte in den Böden in Liesberg

23.05.2018 09:12
Im Laufental und insbesondere im Gebiet Liesberg Dorf finden sich in vielen Böden erhöhte Gehalte an Arsen. Das Arsen ist natürlicherweise angereichert. Das Amt für Umweltschutz und Energie (AUE) sowie das Amt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (ALV) haben verschiedene Abklärungen getroffen und die Gefährdungssituation beurteilt. Aufgrund der Erkenntnisse liegen Empfehlungen zum Umgang mit diesen Belastungen vor. Das AUE hat die betroffenen Landwirte und Hauseigentümer informiert.
 
In den Jahren 2015 und 2016 wurden durch das AUE in der Region Laufen und in der Gemeinde Liesberg Bodenuntersuchungen durchgeführt. Die Bodenproben wurden auf Schwermetalle untersucht. Dabei fanden sich in der Gemeinde Liesberg deutlich erhöhte Arsengehalte in den Böden.
 
Das Arsen liegt geogen – also natürlicherweise – in den Böden vor. Es ist davon auszugehen, dass das Arsen während dem Bodenbildungsprozess vor tausenden von Jahren aus dem Ausgangsgestein in den Boden gelangt ist. Aufgrund der geringen Löslichkeit wird Arsen nicht ausgewaschen und bleibt somit in gleichbleibenden Konzentrationen in den Böden von Liesberg. Ein Zusammenhang mit menschlichem Handeln oder der Bewirtschaftung kann ausgeschlossen werden.
 
Die Gemeindebehörde und die Landwirte wurden im September 2016 informiert. Im März 2017 erfolgte durch die Gemeinde ein Infoschreiben mit den Untersuchungsergebnissen an die Wohnbevölkerung. Dieser wurde das Angebot für Gartenboden- und Gemüseuntersuchungen gemacht.
 
Im Jahre 2017 wurden weitere Untersuchungen durchgeführt. Es wurden zusätzliche Böden, Futterpflanzen und in einigen Gärten auch Gartenboden und Gemüse untersucht. Ebenfalls wurden in den Jahren 2016 und 2017 im Gebiet Liesberg durch das ALV Trinkwasser untersucht. Die Trinkwasserproben wurden unter anderem auf Arsen untersucht.
 
Befunde und Massnahmen
Kürzlich wurden die Gemeindebehörde, Landwirte, Eigentümer der untersuchten Gärten und betroffene Personen in Liesberg erneut über die Ergebnisse informiert. Zusätzlich wurden vorläufige Massnahmen kommuniziert. Die Informationen sind in zwei Faktenblättern zusammengestellt (siehe Beilage).
 
Boden
Die in Liesberg Dorf gemessen Gehalte an Arsen im Boden sind teilweise auffällig hoch. Die am stärksten betroffenen Böden finden sich in den Landwirtschaftsflächen oberhalb des Dorfes zwischen den Fluren „Vorem Stei“ bis „Hinderbiel“ sowie im nordwestlichen Teil des Dorfes. Der höchste Gehalt liegt rund 25 Mal über dem Gehalt an Arsen eines durchschnittlichen Baselbieter Bodens. Auch in den untersuchten Gartenböden fanden sich zum Teil stark erhöhte Gehalte an Arsen. Erhöhte Gehalte an Arsen wurden auf rund 26 Hektaren Landwirtschaftsland und 8 Hektaren Siedlungsfläche nachgewiesen.
 
Futterpflanzen (Landwirtschaft)
Die untersuchten Futterpflanzen (Kunstwiese und Dauergrünland) wiesen alle Gehalte unter den gesetzlichen Höchstgehalten für Arsen auf. Bei der landwirtschaftlichen Nutzung für den Futterbau gibt es demzufolge keine Einschränkungen. Untersuchungen an Getreide und Gemüse auf Landwirtschaftsflächen werden im Jahre 2018 noch durchgeführt.
 
Privatgärten mit Gemüseanbau und spielenden Kleinkindern
Das untersuchte Gemüse zeigte Gehalte an Arsen, welche über den Durchschnittsgehalten von vergleichbarem Gemüse liegen. Gemäss dem Schweizerischen Zentrum für angewandte Humantoxikologie (SCAHT) besteht ein gewisses Risiko einer gesundheitlichen Gefährdung beim Verzehr von angebautem Gemüse auf den belasteten Böden. Im Weiteren besteht für spielende Kleinkinder auf diesen Böden eine Gefährdung durch die direkte Bodenaufnahme. Um vorsorglich gesundheitliche Risiken für die Nutzerinnen und Nutzer der Gärten zu vermeiden, werden folgende Massnahmen empfohlen:
–      Verzicht auf Gemüseanbau auf den belasteten Böden.
–      Sofern Nutzerinnen und Nutzer der Gärten nicht auf den Gemüseanbau verzichten wollen, empfiehlt das ALV beim Verzehr von Gemüse aus den Gärten von Liesberg, insbesondere von Salaten, zurückhaltend zu sein und auf genügend Abwechslung mit Gemüse/Salat anderer Herkunft zu achten. In jedem Falle muss angebautes Gemüse vor dem Verzehr sehr gut gewaschen werden, damit kein anhaftender Boden aufgenommen wird.
–      Kleinkinder bis 4 Jahre sollen nur auf Böden mit vollständiger Pflanzenbedeckung (z.B. dichter Rasen) spielen. Auch das Spielen in Sandkästen ist unproblematisch und wird empfohlen.
 
Trinkwasser
Im Trinkwasser konnten nur Spuren von Arsen nachgewiesen werden. Das Wasser der Pfarrhofquelle zeigte leicht erhöhte Arsengehalte im Vergleich zu anderem Quellwasser im Kanton. Das Wasser des Pumpwerkes Bebrunnenmatte wies keine Auffälligkeiten auf. Die Arsengehalte liegen aber alle deutlich unter den zulässigen Höchstwerten der Trinkwasserverordnung. Das Trinkwasser kann somit bedenkenlos konsumiert werden.

Faktenblätter zu Arsen

Faktenblätter zu Arsen
Typ Titel Bearbeitet
Datei PDF document Faktenblatt zu Arsen in Gartenböden und in angebautem Gemüse 23.05.2018
Datei PDF document Faktenblatt zu Arsen in Landwirtschaftsböden und Futterpflanzen 23.05.2018

Weitere Informationen.

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