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08.06.2011
Mediencafé der Denkmalpflege: Arisdorf im Fokus
In Arisdorf wurden mehrere Umbauten und Renovationen abgeschlossen. Im Rahmen ihres traditionellen Mediencafés stellte die kantonale Denkmalpflege die Renovationen der Kirche, des Schulhauses sowie des "Heuschürli" vor.
Die Kirche von Arisdorf ist 1595 weit oberhalb des Dorfes erbaut worden. Diese neue Kirche trat anstelle der Heiligkreuz-Kapelle, die sich am Südeingang des Dorfes befand. Der Flurname Chrüz behält bis heute die Erinnerung daran. Aus der Bauzeit der Kirche hat sich der Taufstein erhalten. Ein besonderer, und für das Baselbiet typischer Bauteil ist die frühbarocke Kanzel, die 1691 vermutlich von der Familie Heinrich gebaut worden ist. Im 17. Jahrhundert gab es vier Schreinerfamilien im Amt Liestal, die den Grossteil der Kirchen mit Kanzel, Abendmahlstischchen usw. ausstattete. Im 18. und frühen 19. Jahrhundert nahm die Anzahl der Gottesdienstbesucher stark zu, so dass die bestehende Empore durch eine weitere auf der Südseite ergänzt werden musste. 1849 erhält die Kirche ihren Kirchenturm, anstelle eines baufälligen Dachreiters und ab 1884 begleitet das Orgelspiel den Gottesdienst. Eine massive Veränderung erfuhr der Kirchenraum in den frühen 1960er Jahren. Das damalige Hochbauamt, eine Denkmalpflege gab es damals noch nicht, führte eine Totalsanierung durch, bei der die Vorhalle, das Mobiliar, die Emporen usw. abgebrochen und teilweise ersetzt wurden. Eine der einschneidensten Veränderungen betraf die wertvolle Kanzel. Diese wurde auf den Boden des Chores gesetzt, Treppe und Säule entfernt und die Öffnung in der Chorwand geschlossen. Heute steht diese Kanzel dem Konzertbetrieb im Wege, der Pfarrer benutzt die Kanzel kaum. Nach verschiedenen Studien drängt sich die einfachste Lösung auf: Die Kanzel wird wieder auf die Säule an den alten Ort gestellt, die Öffnung wird wiederhergestellt und eine Treppe führt zur Kanzel hinauf. Damit ist der notwendige Platz für die Musiker geschaffen und die Kanzel erhält wieder ihre Bedeutung und Würde zurück. Da sich leider weder die Eichensäule noch die Treppe erhalten haben, sind diese neu entworfen und gebaut worden. Mit der Wiederherstellung der historischen Kanzel, mit der Verlängerung des Chores und mit den Neuentwürfen für Altartisch und Rednerpult kann die Kirche den heutigen Bedürfnissen wieder dienen. Die Arbeiten sind fachlich von der Kantonalen Denkmalpflege begleitet worden. Die Wiederherstellung der historischen Kanzel ist dank einer Denkmalsubvention möglich geworden.
Aus dem Gewölbekeller des Schulhauses wird ein Veranstaltungsraum
Der Gewölbekeller unter dem alten Schulhaus von Arisdorf stammt vom Schulhausneubau aus dem Jahr 1829. Seine heute bekannte Form erhielt das Schulhaus im Jahr 1907 durch eine Erweiterung um eine Fensterachse und eine Aufstockung.
Der Gewölbekeller diente zuletzt zur einen Hälfte als Tankraum. Die andere Hälfte konnte aufgrund der Feuchtigkeit – der Grundwasserspiegel liegt nur wenige Zentimeter unter den Bodenplatten – kaum benutzt werden. Mit modernen, aber denkmalverträglichen Mitteln konnten der Boden und die Wände abgedichtet werden. Die alte Eingangstür an der Schmalseite des Gewölbekellers wurde wieder geöffnet, so dass die Gemeinde einen neuen und zugleich historisch interessanten Veranstaltungsraum erhalten hat.
"Heuschürli" vor dem Zerfall gerettet
Um das Heuschürli beim Bechhof ranken sich Legenden, doch es drohte einzustürzen. Das Dach wies mehrere undichte Stellen auf, die Dachkonstruktion begann zu faulen. Auch der Verputz platzte an einigen Stellen zum Teil grossflächig ab.
Dank der Initiative des Natur- und Kulturvereins „Leben in Arisdorf“ und mit Hilfe einer Denkmalsubvention konnte das Heuschürli im September 2010 erfolgreich saniert werden. Die morschen Holzteile der Dachkonstruktion wurden in traditioneller Zimmermannstechnik ersetzt und das undichte Dach neu gedeckt. Die Verputzreparatur erfolgte mit einem Mörtel, bei welchem die Zusammensetzung dem historischen Mörtel nahe kommt. Zu den Legenden: keine konnte bei der Untersuchung durch die Kantonsarchäologie während der Sanierung erhärtet werden.
> Hochauflösendes Bild 1 für die Presse
> Hochauflösendes Bild 2 für die Presse
> Hochauflösendes Bild 3 für die Presse
BAU- UND UMWELTSCHUTZDIREKTION, Kommunikation
Für Rückfragen:
Brigitte Frei-Heitz, Kantonale Denkmalpflegerin, Tel. 061 552 55 75
Liestal, 08. Juni 2011
Die Kirche von Arisdorf ist 1595 weit oberhalb des Dorfes erbaut worden. Diese neue Kirche trat anstelle der Heiligkreuz-Kapelle, die sich am Südeingang des Dorfes befand. Der Flurname Chrüz behält bis heute die Erinnerung daran. Aus der Bauzeit der Kirche hat sich der Taufstein erhalten. Ein besonderer, und für das Baselbiet typischer Bauteil ist die frühbarocke Kanzel, die 1691 vermutlich von der Familie Heinrich gebaut worden ist. Im 17. Jahrhundert gab es vier Schreinerfamilien im Amt Liestal, die den Grossteil der Kirchen mit Kanzel, Abendmahlstischchen usw. ausstattete. Im 18. und frühen 19. Jahrhundert nahm die Anzahl der Gottesdienstbesucher stark zu, so dass die bestehende Empore durch eine weitere auf der Südseite ergänzt werden musste. 1849 erhält die Kirche ihren Kirchenturm, anstelle eines baufälligen Dachreiters und ab 1884 begleitet das Orgelspiel den Gottesdienst. Eine massive Veränderung erfuhr der Kirchenraum in den frühen 1960er Jahren. Das damalige Hochbauamt, eine Denkmalpflege gab es damals noch nicht, führte eine Totalsanierung durch, bei der die Vorhalle, das Mobiliar, die Emporen usw. abgebrochen und teilweise ersetzt wurden. Eine der einschneidensten Veränderungen betraf die wertvolle Kanzel. Diese wurde auf den Boden des Chores gesetzt, Treppe und Säule entfernt und die Öffnung in der Chorwand geschlossen. Heute steht diese Kanzel dem Konzertbetrieb im Wege, der Pfarrer benutzt die Kanzel kaum. Nach verschiedenen Studien drängt sich die einfachste Lösung auf: Die Kanzel wird wieder auf die Säule an den alten Ort gestellt, die Öffnung wird wiederhergestellt und eine Treppe führt zur Kanzel hinauf. Damit ist der notwendige Platz für die Musiker geschaffen und die Kanzel erhält wieder ihre Bedeutung und Würde zurück. Da sich leider weder die Eichensäule noch die Treppe erhalten haben, sind diese neu entworfen und gebaut worden. Mit der Wiederherstellung der historischen Kanzel, mit der Verlängerung des Chores und mit den Neuentwürfen für Altartisch und Rednerpult kann die Kirche den heutigen Bedürfnissen wieder dienen. Die Arbeiten sind fachlich von der Kantonalen Denkmalpflege begleitet worden. Die Wiederherstellung der historischen Kanzel ist dank einer Denkmalsubvention möglich geworden.
Aus dem Gewölbekeller des Schulhauses wird ein Veranstaltungsraum
Der Gewölbekeller unter dem alten Schulhaus von Arisdorf stammt vom Schulhausneubau aus dem Jahr 1829. Seine heute bekannte Form erhielt das Schulhaus im Jahr 1907 durch eine Erweiterung um eine Fensterachse und eine Aufstockung.
Der Gewölbekeller diente zuletzt zur einen Hälfte als Tankraum. Die andere Hälfte konnte aufgrund der Feuchtigkeit – der Grundwasserspiegel liegt nur wenige Zentimeter unter den Bodenplatten – kaum benutzt werden. Mit modernen, aber denkmalverträglichen Mitteln konnten der Boden und die Wände abgedichtet werden. Die alte Eingangstür an der Schmalseite des Gewölbekellers wurde wieder geöffnet, so dass die Gemeinde einen neuen und zugleich historisch interessanten Veranstaltungsraum erhalten hat.
"Heuschürli" vor dem Zerfall gerettet
Um das Heuschürli beim Bechhof ranken sich Legenden, doch es drohte einzustürzen. Das Dach wies mehrere undichte Stellen auf, die Dachkonstruktion begann zu faulen. Auch der Verputz platzte an einigen Stellen zum Teil grossflächig ab.
Dank der Initiative des Natur- und Kulturvereins „Leben in Arisdorf“ und mit Hilfe einer Denkmalsubvention konnte das Heuschürli im September 2010 erfolgreich saniert werden. Die morschen Holzteile der Dachkonstruktion wurden in traditioneller Zimmermannstechnik ersetzt und das undichte Dach neu gedeckt. Die Verputzreparatur erfolgte mit einem Mörtel, bei welchem die Zusammensetzung dem historischen Mörtel nahe kommt. Zu den Legenden: keine konnte bei der Untersuchung durch die Kantonsarchäologie während der Sanierung erhärtet werden.
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BAU- UND UMWELTSCHUTZDIREKTION, Kommunikation
Für Rückfragen:
Brigitte Frei-Heitz, Kantonale Denkmalpflegerin, Tel. 061 552 55 75
Liestal, 08. Juni 2011

Kirche Arisdorf |

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