Luftqualität 2014: Wetter schlecht – Luft besser

15.01.2015
Nicht nur die Schadstoffquellen, auch das Wetter hat grossen Einfluss auf die Luftbelastung. Dies hat sich 2014 erneut bestätigt. Aufgrund des milden Winters sind die Feinstaub-Belastung und bedingt durch den regnerischen Sommer die Ozonbelastung tiefer als im Vorjahr. Ebenfalls sind die Stickstoffdioxid-Konzentrationen leicht gesunken, bleiben aber entlang stark verkehrsbelasteten Strassen deutlich zu hoch. Wetterkapriolen bewirken Unterschiede der Luftbelastung von Jahr zu Jahr; beim Feinstaub und beim Ozon lässt sich allerdings auch ein langfristig sinkender Trend erkennen.

Stickstoffdioxid
Die Jahresmittelwerte von Stickstoffdioxid haben sich gegenüber dem Vorjahr leicht vermindert. Trotzdem ist die Belastung an den stark verkehrsexponierten Standorten nach wie vor erheblich über dem Grenzwert von 30 Mikrogramm pro Kubikmeter. In der Strassenschlucht der Feldbergstrasse in Basel wurden 54 Mikrogramm gemessen (Vorjahr 58 Mikrogramm), an der Autobahn A2 im Hardwald wurden 47 Mikrogramm gemessen (Vorjahr 49 Mikrogramm). An diesen beiden Stationen wurde auch der Tagesgrenzwert (80 Mikrogramm pro Kubikmeter) mehrmals überschritten, an der Feldbergstrasse war dies wie im Vorjahr an 15 Tagen der Fall, an der Autobahn A2 an 4 Tagen, halb so viel wie im Vorjahr.

Feinstaub
Auffällig bei der Feinstaub-Konzentration im Jahr 2014 ist, dass sowohl die Jahresmittelwerte, wie auch die maximalen Tageswerte im Vergleich zum Vorjahr deutlich abgenommen haben. Mit einem Jahresmittel von 21 Mikrogramm an der Station Basel Feldbergstrasse wird nur dort der Jahresgrenzwert (20 Mikrogramm pro Kubikmeter) knapp überschritten. Mit Werten zwischen 13 und 17 Mikrogramm wird er an den übrigen Stationen eingehalten. Damit setzt sich der langfristig sinkende Trend fort.
Die maximalen Tageswerte lagen zwischen 42 und 73 Mikrogramm (Grenzwert 50 Mikrogramm pro Kubikmeter). Damit wurde der Tagesgrenzwert an den meisten Stationen noch an 2 bis 4 Tagen überschritten. Im Vergleich zum Vorjahr – 1 bis 18 Tage - ist dies deutlich weniger. Hohe Feinstaub-Belastungen treten im Winter während Frosttemperaturen und geringem Wind auf. Diese fehlten im Winter 2014, was den Rückgang der Spitzenwerte erklärt.

Silvesterfeuerwerk
Das Silvesterfeuerwerk am Rhein war an der Station Basel St.Johannplatz wie vor 2 Jahren deutlich nachweisbar. Nach Mitternacht wurden Spitzenwerte von 230 Mikrogramm pro Kubikmeter gemessen. Infolge des Abbrennens von Feuerwerk am Silvester hat an 4 von 6 Stationen das Jahr 2015 schon mit einem Tag mit Grenzwertüberschreitung für Feinstaub begonnen (43 bis 67 Mikrogramm, Grenzwert 50 Mikrogramm). Gemäss einem Bericht des Bundesamtes für Umweltschutz, welcher 2014 erschienen ist (1), können solche starken Anstiege der Belastung für Personen mit Herzkreislauf- oder chronischen Atemwegserkrankungen problematisch sein.

Ozon
Auch die Ozonbelastung ist eng verknüpft mit der Witterung. Hohe Ozonbelastung tritt im Sommer bei heissen Temperaturen und viel Sonnenschein auf. Dass diese im Sommer 2014 ausblieben, wirkte sich auf die Ozonbelastung aus. Zwar wurde der Stundengrenzwert von 120 Mikrogramm pro Kubikmeter auch 2014 grossflächig überschritten. Ausmass und Dauer der Überschreitung blieben aber unter den Werten des Vorjahres. 2014 lagen die maximalen Tageswerte zwischen 137 und 180 Mikrogramm (Vorjahr 141 – 196 Mikrogramm). Überschreitungen des Grenzwertes wurden 2014 an 19 bis 307 Stunden gezählt (Vorjahr 51 – 547 Stunden). In den vergangenen 10 Jahren lässt sich ein leicht sinkender Trend erkennen.

Bau- und Umweltschutzdirektion

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