Lufthygienamt beider Basel: Ergebnisse Abgasmessungen im fahrenden Strassenverkehr

25.03.2024
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Messstelle an der Zürcherstrasse in Basel (Quelle: LHA)

Das Lufthygieneamt beider Basel (LHA) hat im Sommer 2023 Abgasmessungen in Basel und Bottmingen im fahrenden Strassenverkehr durchgeführt. Die Ergebnisse zeigen, dass Dieselfahrzeuge für 75 Prozent der Stickoxid-Emissionen (NOx) verantwortlich sind. Die Resultate dieser Messkampagne werden in den Luftreinhalteplan beider Basel 2024 einfliessen. 

Der motorisierte Strassenverkehr verursacht in den Kantonen Basel-Stadt und Basel-Landschaft rund 60 Prozent der gesamten NOx-Emissionen. Diese wiederum sind dafür verantwortlich, dass der Jahresgrenzwert der Luftreinhalte-Verordnung für das gesundheitsschädigende Stickstoffdioxid (NO2) an stark verkehrsbelasteten Orten überschritten wird.

Aus den Abgasmessungen, die das LHA von Anfang Juni bis Ende August 2023 in Basel und Bottmingen bei fahrendem Strassenverkehr durchführte, geht hervor, dass Dieselfahrzeuge nach wie vor 75 Prozent der Stickoxid-Emissionen (NOx) der Personen- und Lieferwagen verursachen, obwohl nur 40 Prozent der Fahrzeuge mit Diesel angetrieben werden.

Insbesondere ältere Dieselfahrzeuge der Euroklasse 5 haben einen hohen Anteil am Schadstoffausstoss und verzögern den Rückgang der NO2-Belastung. Die neue Euroklasse 6d zeigt nur noch geringfügige Überschreitungen der Emissionsgrenzwerte. Benzinbetriebene Personenwagen halten ab Euroklasse 5 die Grenzwerte grösstenteils ein.

Von den ausgewerteten Fahrzeugen verfügten rund 11 Prozent über einen alternativen Antrieb. 3 Prozent waren rein elektrisch und damit emissionsfrei angetrieben, bei 8 Prozent handelte es sich um Hybridfahrzeuge, welche einen Elektro- und Verbrennungsmotor besitzen. Bei Letzteren zeigte sich, dass zum Zeitpunkt der Messungen weniger als 20 Prozent der Fahrzeuge im Elektro-Modus fuhren. Im Verbrenner-Modus weisen Hybridfahrzeuge hinsichtlich ihrer NOx-Emissionen keine signifikanten Unterschiede zu reinen Verbrenner-Fahrzeugen auf.

Die durchgeführten Messungen zeigten ausserdem, dass sich die Fahrzeugflotte gegenüber der letzten Erhebung im Jahr 2018 deutlich verjüngt hat. Insbesondere Lieferwagen wurden schneller durch neuere Modelle ersetzt als Personenwagen. Erstmals konnten auch Fahrzeuge aus Deutschland und Frankreich mit ausgewertet werden. Die Zusammensetzung der ausländischen Fahrzeuge (Zulassung in Deutschland und Frankreich) ist ähnlich zur schweizerischen. Ebenso unterscheiden sich die gemessenen Emissionen unwesentlich von den in der Schweiz zugelassenen Fahrzeugen.

Die Resultate der Messkampagne werden in den Luftreinhalteplan beider Basel 2024 einfliessen. Das LHA plant, die Abgasmessungen im fahrenden Strassenverkehr in einigen Jahren zu wiederholen. Der Bericht der Abgas-Messkampagne 2023 ist hier verfügbar (Link zum Download).