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Grundwasserverschmutzung in Pratteln (Update 3)

07.06.2019

Das Ausmass des durch ein Leck in einer Abwasserleitung entstandenen Grundwasserschadens ist erheblich. Die Auswertung von Daten ergab, dass über einen längeren Zeitraum mutmasslich mehrere Millionen Liter Industrieabwasser in den Untergrund versickert sind. Das Amt für Umweltschutz und Energie (AUE) verfügte deshalb eine Reihe von Massnahmen in Zusammenhang mit der Kontrolle und Sanierung des Abwassersystems sowie mit dem Abbau des Hoflagers der Firma Rohner AG. Die verfügten Massnahmen wurden nicht bzw. nur teilweise eingehalten. Aus Sicherheitsgründen hat das AUE nun die sofortige Ausserbetriebnahme des Abwassersystems der Rohner AG verfügt.

Seit Bekanntwerden der Grundwasserverunreinigung in Pratteln Ende Februar 2019 hat das Amt für Umweltschutz und Energie (AUE) zahlreiche Messungen durchgeführt und Daten erhoben. Nach der Auswertung dieser Daten geht das AUE davon aus, dass im Zeitraum von November 2018 bis Mitte Februar 2019 rund 15 Millionen Liter Industrieabwasser im Bereich des Areals der Rohner AG in den Untergrund versickert sind. Die grössten Verunreinigungen des Grundwassers liegen nordöstlich der Kreuzung Gempenstrasse / Baslerstrasse in Pratteln vor. Ab Mitte März 2019 wurden auch in den Messstellen nördlich der Industriestrasse in Pratteln, welche in Fliessrichtung des Grundwassers liegen, erste Verunreinigungen festgestellt.

Sofortmassnahmen zeigen Wirkung
Um den Schaden durch die Grundwasserverunreinigung zu minimieren, wurde als Sofortmassnahme im Bereich der Baslerstrasse und im Bereich der Güterstrasse je eine Grundwasserpumpe installiert. Für die Installation konnten bestehende Bohrungen ins Grundwasser genutzt werden. Mit diesen Grundwasserpumpen konnten bis Anfang Juni 2019 rund 10 Millionen Liter verunreinigtes Grundwasser abgepumpt und zur Reinigung der ARA Rhein zugeführt werden. Damit konnten bis heute schätzungsweise ein Drittel der ins Grundwasser gelangten Stoffe entfernt werden.

Eine direkte Gefährdung für Menschen kann nach wie vor ausgeschlossen werden, da es in dem von der Verschmutzung betroffenen Gebiet und im Grundwasser-Abstrom des betroffenen Areals keine Grundwasserfassungen von Trinkwasserversorgern gibt.

Die eingeleiteten Sofortmassnahmen werden nach heutigem Kenntnisstand für längere Zeit aufrechterhalten werden müssen. Die Entwicklung der Verunreinigung im Grundwasser wird weiterhin laufend überwacht. Basierend darauf werden situativ weitere Massnahmen eingeleitet oder bestehende Massnahmen abgeschlossen. Für die Ereignisbewältigung sind bis dato Kosten von rund 300'000.00 Franken entstanden.

Verschiedene Massnahmen verfügt
Ende März 2019 hat das AUE die stufenweise Aufhebung des Hoflagers für wassergefährdende flüssige Abfälle per 1. August 2019 angeordnet. Nachdem im April 2019 die gelagerte Menge durch die Rohner AG entsprechend der Verfügung auf ungefähr 100 Tonnen abgebaut worden war, wurde dem AUE am 4. Juni 2019 seitens der Rohner AG mitgeteilt, dass sich zu jetzigen Zeitpunkt wieder über 160 Tonnen an flüssigen Abfällen auf dem Areal befänden. Gemäss dem verfügten Abbauplan hätte der Lagerbestand per 1. Juni 2019 noch 50 Tonnen betragen dürfen. Das AUE wird deshalb zeitnah geeignete Schritte zur Räumung des Hoflagers einleiten.

Aufgrund der festgestellten Mängel im Abwassersystem der Firma Rohner AG hat das AUE mit Verfügung vom 28. März 2019 die Kontrolle und Sanierung des Industrieabwassersystems (WAI-System) auf dem Betriebsareal in Pratteln angeordnet. Die innert der gesetzten Frist eingereichten Stellungnahmen und Unterlagen belegen keine nach dem Stand der Technik durchgeführte Dichtheitsprüfung. Die Verfügung vom 28. März 2019 ist damit nicht oder nicht vollumfänglich erfüllt, weshalb das AUE am 6. Juni 2019 die sofortige Ausserbetriebnahme des WAI-Abwassersystems der Rohner AG verfügte.

Für Rückfragen:
Nico Buschauer, Leiter Kommunikation BUD, Telefon 061 552 55 81 (10.00 bis 12.00 Uhr)

 

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