Endkostenprognose H2 Pratteln-Liestal (HPL): 554 Mio Franken

30.03.2009
Das Bauprojekt der HPL liegt  nun in einer Konkretisierung vor, die eine seriöse Endkostenprognose erlaubt. Diese beträgt, Preisbasis September 2008, 554 Mio. Franken, inkl. Teuerung und Mehrwertsteuer. Die Kostengenauigkeit beträgt +/- zehn Prozent. Aufgrund der aktuellen Wirtschaftslage geht die Bau- und Umweltschutzdirektion (BUD) allerdings von tieferen Endkosten aus.

Die 2007 neu aufgestellte Projektorganisation hat sich intensiv mit der Thematik der Endkostenauseinandergesetzt und die Kosten in allen Abschnitten von Grund auf überprüft. Sämtliche anfallenden Kosten wie Landerwerb, Projektierung und Bauleitung, Baukosten und Finanzierungskosten sind in die Prognose pro Abschnitt einbezogen worden. Durch die Fertigstellung der Planung der Teilprojekte in den drei Abschnitten Nord, Tunnel und Süd liegen nun geeignete Grundlagen für eine Prognose vor. Einzig für den Abschnitt Rheinstrasse, der derzeit nochmals überprüft wird, wurde eine Abschätzung aus Erfahrungswerten von vergleichbaren Projekten zu Grunde gelegt.

Die prognostizierten Gesamtkosten in Höhe von rund 554 Mio. verteilen sich wie folgt:

Wirtschaftslage lässt tiefere Kosten erwarten
Die Eingabefrist für die finanziell umfangreichsten Arbeiten des Projekts HPL, die Baumeisterarbeiten Tunnel Schönthal und Hülften, läuft in Kürze ab. Die aktuelle Lage im Bereich der Bauwirtschaft und der Umfang der ausgeschriebenen Arbeiten lassen erwarten, dass preislich günstige Offerten eingehen. Dies könnte sich auf die prognostizierten Endkosten günstig auswirken.

Welcher Teuerungsindex?
Um die erwarteten Kosten mit den gesprochenen Krediten vergleichen zu können, ist es notwendig, diese mit dem richtigen Teuerungsindex aufzurechnen. Die Überprüfung des gesamten Projektes hat folgende Lösung ergeben:
Am realistischsten wird das Projekt abgebildet, wenn man den Schweizerischen  Baupreisindex Tiefbau Schweiz verwendet.
Er wird durch das Bundesamt für Statistik erhoben und reicht zurück bis Oktober 1998. Für die Zeit vor Oktober 1998 wird der NEAT-Index als geeignetster Index angesehen. Er reicht zurück bis ins Jahr 1991. Für die Zeit davor steht nur der Zürcher Wohnbaukostenindex (ZWI) zur Verfügung.
Berechnet man nun mit dieser Index-Kombination den Stand der bestehenden Kredite (Preisbasis ebenfalls Herbst 2008) für die HPL, so ergibt sich eine Summe von rund 401.6 Mio. Franken. Es wird somit ein Zusatzkredit zu beantragen sein. Wie hoch dieser ausfällt, lässt sich frühestens im Verlauf dieses Sommers sagen, wenn die nun ausgeschriebenen Arbeiten vergeben sind.

Wie wird der Kredit finanziert?
Mit dem Gesetz über den unverzüglichen Bau der H2 zwischen Pratteln und Liestal ist ein Fonds eingerichtet worden, aus welchem das Projekt - mit Ausnahme des Abschnitts Rheinstrasse - finanziert wird. Er wird gespiesen durch Mittel aus der Aufhebung des Verkehrssteuerrabattes sowie durch Bundesbeiträge aus dem Infrastrukturfonds. Diese betragen derzeit 168.7 Mio Franken, inkl. Mehrwertsteuer und Teuerung. Der aufgehobene Verkehrssteuerrabatt schlägt voraussichtlich mit 20 Mio Franken pro Jahr zu Buche. In den kommenden Monaten werden weitere Finanzierungsmodelle wie zusätzliche Bundesbeiträge geprüft.

Resultate der externen Expertise zur Kostenentwicklung
Die BUD hat das Ingenieurbüro Ernst Basler + Partner (EBP) beauftragt, die Kostenentwicklung zu überprüfen und zu beurteilen. EBP sieht die Hauptursachen der Kostensteigerung
- in der langen Planungszeit
- in einem knapp veranschlagten Kostenvoranschlag 1999
- in den gestiegenen Projektanforderungen (veränderte Normen und Richtlinien)
EBP empfiehlt, sämtliche bereits letztes Jahr getroffenen organisatorische Massnahmen (aktives Bewirtschaften der Reserven, Kostencontrolling) konsequent umzusetzen. Ausschreibungen von Bauleistungen sollen erst erfolgen, wenn die entsprechende Bauprokjektplanung abgeschlossen ist. Die einzelnen Projektphasen sollen für sich abgeschlossen, dokumentiert und kommuniziert werden, bevor eine nächste in Angriff genommen wird.
Diese Empfehlungen sind in der BUD bereits umgesetzt worden. Ein externer Controllingbericht von Gähler Partner hält zudem fest, dass der jetzige Kostenvoranschlag seriös und vollständig erarbeitet worden sei. Es seien genügend Reserven vorgesehen und die wesentlichen Risiken seien berücksichtigt und korrekt bewertet.

>>> Beilage: Präsentation [PDF, 7,3 MB]

BAU- UND UMWELTSCHUTZDIREKTION, Informationsdienst

Für Rückfragen:
Jörg Krähenbühl, Regierungsrat, Tel. 061 552 54 03

Liestal, 30. März 2009