Die ARA Rhein bleibt an ihrem Standort in Pratteln

21.10.2014
Im Zusammenhang mit dem Entwicklungsgebiet „Salina Raurica“ ist der heutige Standort der ARA Rhein in Pratteln vor einem Jahr in die öffentliche Diskussion geraten, da das Areal und der zukünftige Betrieb bei der langfristigen Planung des Gebietes berücksichtigt werden müssen. Der Verwaltungsrat der ARA Rhein und der Regierungsrat haben nun entschieden, die ARA Rhein an ihrem jetzigen Standort weiterzubetreiben.

Der Regierungsrat hatte Ende 2013 die Bau- und Umweltschutzdirektion mit der Überprüfung des bestehenden Standorts und der Prüfung von Standortalternativen beauftragt. Mit der Projektleitung wurde ein externes Ingenieurbüro beauftragt.

Es wurden folgende Varianten untersucht:
  1. Erneuerung der ARA Rhein am heutigen Standort
  2. Erneuerung der ARA Rhein am heutigen Standort mit Ableitung des Kommunalabwassers in die ARA Birs
  3. Verlegung der ARA Rhein gesamthaft ins Industrieareal Schweizerhalle
  4. Verlegung des ARA Rhein-Industrieabwassers ins Industrieareal Schweizerhalle und Ableitung des Kommunalabwassers in die ARA Birs
  5. Verlegung des ARA Rhein-Industrieabwassers in die ARA ProRheno nach Basel und Ableitung des Kommunalabwassers in die ARA Birs.
Der Verwaltungsrat der ARA Rhein und der Regierungsrat haben den Schlussbericht der Projektleitung zur Kenntnis genommen und kommen zum Schluss, die ARA Rhein am heutigen Standort in Pratteln zu belassen. Sie haben dabei folgende Punkte berücksichtigt:

  • Die geprüften Varianten werden als plausibel erachtet
  • Für die einzelnen Firmenvertreter im Verwaltungsrat der ARA Rhein sind keine strategischen Vorteile für eine Ansiedlung der ARA Rhein am Standort Industrieareal Schweizerhalle ersichtlich, zudem sieht man keinen Mehrwert in einer Verlegung der ARA Rhein
  • Für den Kanton Basel-Landschaft wäre eine Verschiebung der ARA Rhein (Varianten 3, 4 und 5) mit sehr hohen Kosten von CHF 363 Mio. bis 466 Mio. +/- 30% verbunden. Diese lassen sich mit dem Wert der maximal gewonnenen Arealfläche von 110‘000 m2 nicht rechtfertigen. Zudem müsste der Kanton allfällige Sanierungskosten für den belasteten Standort und den Rückbau der Anlage selber tragen
  • Eine Verschiebung der ARA Rhein würde etliche Jahre andauern
  • Eine Abtrennung des Kommunalabwassers gemäss Variante 2 würde eine problematische und aufwendige Verfahrensumstellung und Mehrkosten gegenüber Variante 1 in der Höhe von CHF 21,8 Mio. mit sich bringen

Die ARA Rhein besitzt heute eine angrenzende Reservefläche von 35‘000 m2. Der Regierungsrat hat nun die Bau- und Umweltschutzdirektion beauftragt zu prüfen, ob ein Teil der Reservefläche für eine anderweitige Nutzung freigegeben werden kann, sofern sie nicht für die anstehende Anpassung der Anlage an die sich verschärfenden gesetzlichen Auflagen gebraucht wird. Dieser Teil der Reserveflächen könnte dann möglicherweise für eine Umnutzung im Rahmen der Planung „Salina Raurica“ zur Verfügung stehen.

Der Gemeinderat Pratteln wurde an seiner Sitzung vom 14. Oktober 2014 umfassend informiert.

BAU- UND UMWELTSCHUTZDIREKTION, Kommunikation