Navigieren auf baselland.ch

Benutzerspezifische Werkzeuge

Inhalts Navigation

Sie sind hier: Startseite / Politik und Behörden / Direktionen / Bau- und Umweltschutzdirektion / Medienmitteilungen / Der Boden vergisst nicht - Rückstände alter Pestizide noch lange nachweisbar

Der Boden vergisst nicht - Rückstände alter Pestizide noch lange nachweisbar

13.05.2008

Rückstände heute nicht mehr erlaubter, alter Pestizide sind noch sehr lange in den Böden nachweisbar. Dies ergab eine Untersuchung des Amts für Umweltschutz und Energie. Die analytisch nachgewiesenen Rückstände sind jedoch so gering, dass nach heutigem Wissensstand eine Gefährdung von Mensch und Umwelt ausgeschlossen werden kann. Um dies auch weiterhin sicher zu stellen, wird das Kantonale Laboratorium als Lebensmittelkontrollbehörde weiter ein Augenmerk auf Rückstände dieser alten - aber auch der heute gebräuchlichen - Pestizide in Anbauprodukten haben.



Pestizide, auch Pflanzenschutzmittel genannt, sind aus der Landwirtschaft nicht mehr wegzudenken. Sie helfen, die schädlingsfreie Produktion von Nahrungsmitteln zu sichern, können aber die Umwelt belasten. Besonders umweltkritisch sind alte Pestizide, die zu den sogenannten persistenten organischen Schadstoffen gehören. Diese wurden vor allem in den 1960-er und 1970-er Jahren grossflächig eingesetzt.
In einer Kampagne hat das Amt für Umweltschutz und Energie im vergangenen Jahr 27 Landwirtschaftsböden aus dem ganzen Kanton auf Rückstände heute nicht mehr erlaubter, alter Pestizide untersucht. Die Experten suchten konkret nach 23 kritischen Wirkstoffen, welche heute nicht mehr eingesetzt werden dürfen.
Anlass dazu war die Tatsache, dass alte Pestizide teilweise sehr langsam abgebaut werden. Sie sind deshalb noch jahrzehntelang in den Böden nachweisbar. Weiter gibt es wieder vermehrt Hinweise aus dem Ausland auf entsprechende Rückstände in der Nahrungskette. Schliesslich soll mit dieser Untersuchung eine Lücke in der Kenntnis von Bodenbelastungen mit Schadstoffen geschlossen werden.
Die Analyse der 27 repräsentativ ausgewählten Baselbieter Landwirtschaftsböden ergab Folgendes:
- In allen untersuchten Böden konnten Rückstände alter Pestizide achgewiesen werden.

- In den einzelnen Böden wurden jeweils mindestens 2 und maximal 12 von insgesamt 23 untersuchten Wirkstoffen
  nachgewiesen.

- Die am häufigsten nachgewiesenen Wirkstoffe waren Hexachlorbenzol (Mittel gegen Pilzbefall), DDT und seine 
  Abbauprodukte (Mittel gegen Insekten) sowie Methoxychlor (ebenfalls Mittel gegen Insekten).

- Die Rückstände bewegen sich im Spurenbereich von wenigen millionstel Gramm je Kilogramm Boden

In der Schweiz bestehen keine gesetzliche Werte für Höchstgehalte von Rückständen alter Pestizide in den Böden. Bei Anwendung internationaler Vergleichswerte sind 7 der untersuchten 27 Böden als "schwach belastet" zu bezeichnen. Diese Böden sind im ökologischen Sinne nicht mehr gesund. Die vorgefundenen Gehalte an Wirkstoffen sind aber so tief, dass eine Gefährdung von Menschen oder eine Gefährdung des Grundwassers ausgeschlossen werden kann.
Um sicher zu sein, dass sich alte sowie heute gebräuchliche Pestizide nicht in der Nahrung, speziell in Gemüse, anreichern, wird das Kantonale Laboratorium als Lebensmittelkontrollbehörde weiter ein spezielles Augenmerk auf diese Substanzen haben.
Die negativen Auswirkungen der alten Pestizide haben bewirkt, dass die heutigen Pflanzenschutzmittel wesentlich besser abbaubar und allgemein umweltverträglicher sind. Ebenso werden Pflanzenschutzmittel bedarfsgerechter eingesetzt. Dennoch sollen vor einem Pestizideinsatz immer Nutzen und möglicher Schaden verantwortungsvoll gegeneinander abgewogen werden.
BAU- UND UMWELTSCHUTZDIREKTION, Informationsdienst
Für Rückfragen:
Roland Bono, Amt für Umweltschutz und Energie, Tel. 061 552 61 11
Peter Wenk, Kantonschemiker, Tel. 061 906 64 64
Liestal, 13. Mai 2008

Weitere Informationen.

Fusszeile