Baustoffkreislauf Regio Basel – wichtiger Meilenstein für Recycling-Strategie

17.12.2020

Die Taskforce «Baustoffkreislauf Regio Basel» hat sich zum Ziel gesetzt, bis im Jahr 2030 die abzulagernde Menge in Deponien um mindestens 30 Prozent zu reduzieren. Damit diese Zielsetzung erreicht werden kann, muss sich die Baustoffbranche in der Region hin zur Kreislaufwirtschaft verändern. Ein wichtiger Schritt dazu ist der Aufbau industrieller Anlagen in der Region für die Zerkleinerung, Siebung und Waschung von mineralischen Bauabfällen und verschmutzten Aushubmaterialien. Derartige Bauabfälle werden heute noch in zu grossen Mengen im Kanton Basel-Landschaft deponiert und diese Ressourcen werden somit dem Stoffkreislauf entzogen. Mit dem von der Grundeigentümerin (Einwohnergemeinde der Stadt Basel) erteilten Baurecht in der Birsfelder «Staatsgrube» wurde ein weiterer wichtiger Meilenstein für die Umsetzung der Recycling-Strategie beider Basel gesetzt (siehe Medienmitteilung vom 15. Dezember 2020).

Die Taskforce «Baustoffkreislauf Regio Basel» hat erfreut zur Kenntnis genommen, dass mit der nun durch die Stadt Basel erfolgten Erteilung des Baurechts die Voraussetzungen für eine leistungsfähige und moderne Recycling-Anlage für ein breites Spektrum an mineralischen Bauabfällen geschaffen wurden. Dieser Beitrag entspricht den Vorstellungen der Taskforce und ergänzt den vom Kanton Basel-Landschaft bereits in Kraft gesetzten Kantonalen Richtplan, welcher die nach wie vor benötigten Deponiestandorte für Aushubmaterialien und Bauabfälle festsetzt. Die räumliche Aufteilung von Deponien im oberen Kantonsteil und Aufbereitungsanlagen in Stadtnähe führt zu einer sinnvoll verteilten Lastentragung. Zudem untermauert die Bereitschaft der Privatwirtschaft, ein solches Projekt anzustossen, das Vertrauen der Akteure in die Entschlossenheit der Kantone, künftig optimale Rahmenbedingungen für eine Kreislaufwirtschaft im Baubereich zu schaffen.

Der Standort der «Staatsgrube» am Rande des Birsfelder Hafengebiets und in unmittelbarer Nähe zu den Verkehrsachsen zeichnet sich durch eine optimale Anbindung ans Netz auf der Schiene, der Strasse und über Förderbänder auch zum Rhein hin aus. Er ermöglicht zudem in der Agglomeration Basel kurze Transportwege. Der Hafen beherbergt bereits heute verschiedene Betriebe aus dem Bereich der Baustoffproduktion und Wiederverwertung sowie generell der Abfallbranche, was unter den Betrieben wiederum zu Synergien innerhalb der verschiedenen Produktionsprozesse führt.

In einem nächsten Schritt wird im Rahmen eines Baubewilligungsverfahrens die Umweltverträglichkeit der geplanten Anlage durch die Behörden im Detail geprüft. Dadurch stellt der Kanton Basel-Landschaft sicher, dass die Anlage nach dem Stand der Technik gebaut und betrieben sowie die hohen Umweltanforderungen vollumfänglich erfüllt. Durch eine optimale Auslegung der Anlage sowie unter Verwendung modernster Recyclingtechnologien werden Emissionen jeglicher Art, der Schwerverkehr und die generelle Belastung der Siedlungsgebiete im erweiterten Umfeld auf ein Minimum reduziert.

Aktuell befindet sich die Landratsvorlage «Massnahmenpaket zur Förderung des Baustoffkreislauf Regio Basel» noch bis zum 12. Februar 2021 in der öffentlichen Vernehmlassung.

Der Regierungsrat des Kantons Basel-Landschaft empfiehlt darin die Schaffung ergänzender rechtlicher Grundlagen, eine Selbstverpflichtung des Kantons zum Einsatz von Recycling-Baustoffen sowie den Aufbau einer Vollzugsorganisation. Zur Realisierung eines Baustoffkreislaufs in der Region braucht es aber auch innovative Unternehmer, die in entsprechende Aufbereitungsanlagen für Bauabfälle investieren.

Wissen und Bewusstsein für die Thematik Kreislaufwirtschaft
Auf der Webseite baustoffkreislaufregiobasel.ch bieten die Kantone Basel-Landschaft und Basel-Stadt umfangreiche Informationen zum Thema Kreislaufwirtschaft im Baubereich an. Die Webseite präsentiert Grundlagen der Abfallwirtschaft, stellt den Verwertungskreislauf vor, zeigt die Vielfalt der Bauabfälle und geht auf die Planung, den Betrieb und die Rekultivierung von Baustoffdeponien ein. Das Informationsangebot richtet sich an interessierte Privat- und Berufspersonen, die sich einen guten, vertieften Überblick verschaffen wollen.