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Abwasser wird auf andere ARAs verteilt

26.01.2017 13:41
Weil sich die Reinigungsleistung der ARA Frenke 3 in Bubendorf im Verlauf der vergangenen Woche weiter reduziert hat (vgl. Medienmitteilung vom 20. Januar 2017), wird seit gestern Mittwochabend ungereinigtes Abwasser mit Tankwagen auf andere ARAs abgeführt. Mit dieser Massnahme kann die ARA Frenke 3 von rund der Hälfte des gegenwärtig anfallenden Abwassers entlastet werden. Vorsorglich wird parallel dazu die Erstellung einer Abwasserableitung geprüft. Dazu hat das Amt für Industrielle Betriebe den Kantonalen Krisenstab (KKS) um Unterstützung gebeten.
 
Seit Mitte letzter Woche ist die Reinigungsleistung der ARA Frenke 3 in Bubendorf reduziert und es gelangt insbesondere zu viel Nitrit in die Frenke. Aufgrund der geringen Wasserführung liegt die Nitrit-Konzentration in der Frenke in einem für Fische kritischen Bereich. Durch Infiltration kann Nitrit aus der Frenke theoretisch auch in das Grundwasser bzw. in die Pumpwerke gelangen. Aufgrund einer Risikoabschätzung wird aber kein oder nur ein geringer Eintrag in die unterliegenden Pumpwerke erwartet. Trotzdem wird das Trinkwasser durch das Amt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (ALV) analytisch überwacht. Eine Beeinträchtigung konnte bis anhin nicht festgestellt werden.
 
Falls sich die getroffenen Massnahmen als nicht ausreichend erweisen sollten, muss das Abwasser der ARA Frenke 3 bis zum Kanalnetz im Hanro-Areal in Liestal und von dort via die Kanalisation zur ARA Ergolz 2 in Füllinsdorf geleitet werden. Dazu prüft der KKS vorsorglich die Varianten Teilableitung (20 l/s) und Vollableitung (rund 70 l/s bei Regenwetter). Die Prüfung umfasst Materialbeschaffung (Rohrleitungen, Pumpen, Generatoren etc.), Installation, personelle Unterstützung und Zeitdauer.
 
Hintergrundinformation
Mit dem Urin gelangt Harnstoff ins Abwasser. Harnstoff entsteht zum Beispiel im menschlichen Stoffwechsel durch den Abbau von Eiweißen und stellt eine bedeutende Quelle von Ammonium dar. Ammonium wird von Bakterien unter Sauerstoffverbrauch zu Nitrit und weiter zu Nitrat oxidiert (Nitrifikation). Die Zwischenstufe Nitrit ist für Fische und andere Gewässerlebewesen giftig, während Nitrat weitgehend unkritisch ist. Bei einer reduzierten Reinigungsleistung einer ARA (z.B. aufgrund einer Sauerstofflimitierung oder sehr tiefen Abwassertemperaturen) kann es zu einer Anreicherung von Nitrit kommen. Wenn zu hohe Konzentrationen von Nitrit in das Gewässer gelangen, kann dies für u.a. Fische kritisch sein. Dies ist die gegenwärtige Situation auf der ARA Frenke 3.

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