Immissionskataster

Einführung

Der Immissionskataster stellt die räumliche Verteilung der durch stationäre Mobilfunk-, Funkruf- und Rundfunk-Sendeanlagen verursachten mittleren Belastung mit nichtionisierender Strahlung in den Kantonen Basel-Landschaft und Basel-Stadt dar.

Die in Volt pro Meter (V/m) dargestellten Werte der elektrischen Feldstärke sind das Ergebnis von Modellberechnungen.

Diese Modellberechnungen werden seit dem Jahr 2010 für Basel-Stadt und seit dem Jahr 2011 für Basel-Landschaft jährlich durchgeführt und jeweils im Folgejahr veröffentlicht.

Modellberechnungen

In die Modellberechnungen wurden alle stationären Sendeanlagen von Mobilfunk, Funkruf (Telepage) und Rundfunk (Radio und Fernsehen) in den beiden Basel sowie in Grenznähe in den Kantonen Aargau, Jura und Solothurn miteinbezogen, welche sich ausserhalb von Gebäuden befanden. Berücksichtigt wurden die technischen Daten der Antennen an einem beliebigen Tag, in der Regel im August, sowie Gelände- und Gebäudedaten. Die technischen Daten der Antennen sind deren Lage, Senderichtung, Sendeleistung, Frequenz und Abstrahlcharakteristik. Bei adaptiven Antennen wurde kein Korrekturfaktor berücksichtigt. Jedoch wurde davon ausgegangen, dass alle möglichen Beams zur gleichen Zeit aktiv sind, was einer überschätzenden Betrachtung entspricht.

Nicht berücksichtigt wurden Anlagen ausserhalb der Landesgrenzen, weshalb in der Nähe der Landesgrenze von einer Unterschätzung der Immissionen auszugehen ist. Ebenfalls nicht berücksichtigt wurden die Strahlungsanteile von mobilen Endgeräten wie Mobiltelefone und drahtlose Telefone (DECT) sowie von drahtlosen Netzwerken wie WLAN.

Das Raster der auf 1.5 Meter über Boden berechneten Werte beträgt 5 auf 5 Meter. Es wurde mit Mittelwerten der effektiv verwendeten Sendeleistungen für die Zeit von 6 Uhr bis 22 Uhr gerechnet

Die Modellierungen wurden mit dem Programm NISMap durchgeführt.

Dämpfung, Beugung und Reflexion

Die Strahlung der miteinbezogenen Sendeanlagen wurde durch Hindernisse wie beispielsweise Gebäude gedämpft. Die Intensität der Dämpfung durch Gebäude ist jedoch stark von den verwendeten Baumaterialien abhängig. So vermag Metall beispielsweise sehr stark zu dämpfen, Backstein deutlich weniger und Fensterglas zeigt, je nach Alter, keine bis stark dämpfende Wirkung. Für die Modellberechnungen kann Einzelheiten wie beispielsweise Fensterflächen keine Rechnung getragen werden. Deshalb wurde pro Gebäude ein durchschnittlicher Dämpfungswert miteinbezogen.

Beugungen, also Richtungsänderungen von elektromagnetischen Wellen, entstehen an Geländekanten (z. B. Hügel) und an Gebäudedächern. Dieser Eigenschaft wurde auch für die Berechnung des Immissionskatasters Rechnung getragen.

Reflexionen der elektromagnetischen Wellen konnten im Modell nicht berücksichtigt werden, da zu viele unbekannte Reflexionsmöglichkeiten existieren.
 
Gebäude

Innerhalb von Gebäuden werden keine Werte angezeigt. Es hat sich im Rahmen der Qualifex-Studie anhand von vielen Messungen gezeigt, dass innerhalb von Gebäuden in der Regel der grösste Anteil der Strahlungsbelastung  von eigenen, privaten Quellen ‑ namentlich mobile Endgeräte wie Mobiltelefone und drahtlose Telefone (DECT) sowie drahtlose Netzwerke wie WLAN ‑ verursacht wird. Daher würde die Modellierung der Belastung innerhalb von Gebäuden ohne Kenntnis und Miteinbezug genannter Strahlungsquellen zu ungenau ausfallen. Ebenfalls zur Ungenauigkeit der Modellierung innerhalb von Gebäuden würden die Gebäudehülle (Mauern, Fenster, Dächer) sowie der Innenausbau (Wände, Möblierung) beitragen. Die Erfassung und Berücksichtigung all dieser Einflussfaktoren wäre extrem aufwändig. Zudem unterscheiden sich in mehrgeschossigen Gebäuden die Immissionen in den einzelnen Geschossen. Die tatsächliche Strahlenbelastung an einem interessierenden Ort innerhalb eines Gebäudes lässt sich nur messtechnisch ermitteln.

 
Genauigkeit der Resultate

Um die Genauigkeit des Modells zu bestimmen, wurden bis heute einige hundert Messungen vorgenommen. Die Übereinstimmung der Modellresultate mit den Messungen liegt im Rahmen der erwarteten Genauigkeit.

In der Nähe zu den Landesgrenzen wird das Modell ungenauer, weil Sendeanlagen jenseits der Landesgrenze nicht berücksichtigt sind.

Die Feldstärkekarte
Aus Gründen der Darstellbarkeit sind die in V/m berechneten Werte der elektrischen Feldstärke in Klassen eingeteilt:
 
Bild Legende:
 
Das Raster der auf 1.5 Meter über Boden berechneten Werte beträgt 5 auf 5 Meter. Es wurde mit Mittelwerten der effektiv verwendeten Sendeleistungen für die Zeit von 6 bis 22 Uhr gerechnet. Innerhalb von Gebäuden werden keine Werte angezeigt.

In der eidgenössischen Verordnung über den Schutz vor nichtionisierender Strahlung (NISV) sind Immissionsgrenzwerte festgelegt. Sie müssen überall eingehalten werden, wo sich Menschen ‑ auch nur kurzfristig ‑ aufhalten. Ein Immissionsgrenzwert berücksichtigt die Gesamtheit der an einem Ort auftretenden hochfrequenten Strahlung. Er ist von den an diesem Ort wirksamen Funkdiensten, beispielsweise Rundfunk und Mobilfunk, respektive von deren Frequenzen abhängig. Für Rundfunk beträgt er 28 V/m, für Mobilfunk zwischen 36 und 61 V/m. Da die an einem Ort auftretende Strahlung in der Regel von verschiedenen Funkdiensten und Frequenzen verursacht wird, ergibt sich der massgebende Immissionsgrenzwert aus einer ebenfalls in der NISV festgelegten Summierungsvorschrift. Er liegt in jedem Fall zwischen 28 und 61 V/m.
 
Resumé

Der Modellierung sind Grenzen gesetzt. Lange nicht alle die Strahlenbelastung beeinflussenden Faktoren können berücksichtigt werden. Dennoch erlaubt die Interpretation der Feldstärkekarte eine globale Sicht der Immissionslage.

Die tatsächliche Strahlenbelastung an einem interessierenden Ort lässt sich jedoch nur messtechnisch ermitteln. Kostengünstige Messungen werden durch das Lufthygieneamt beider Basel angeboten.

zur Feldstärkekarte

Standorte der Mobil- und Rundfunksendeanlagen (Quelle: BAKOM)

 

Adresse
Lufthygieneamt beider Basel
Rheinstrasse 29
4410 Liestal
T +41 61 552 56 19
F +41 61 552 69 81