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Trouvaillen aus dem Archiv

Hier finden Sie eine lose Sammlung von kurzen Beschreibungen, historische Analysen und Untersuchungen zu Materialien aus dem Staatsarchiv.

Die Trouvaillen stammen von Studierenden, Schülerinnen und Schülern, Forschenden, Medienschaffenden, Geschichtsinteressierten und Archivmitarbeitenden.

 

>> Baron Gysin

Die Gymnasiastinnen Flavia Beyeler und Jessica Schärer haben im Rahmen des Akzentkurses Archiv des Gymnasiums Liestal den Fall des Straftäters Karl "Charles" Gysin untersucht. Der notorisch straffällige Gysin hatte in seinem Leben mehr als vierzig Straftaten verübt, wobei es sich meistens um kleinere Vergehen und Bagatelldelikte wie Trunkenheit, Diebstahl, Betrug handelte. Anhand des Falls wird deutlich, wie die verschiedenen Behörden und zuständigen politischen Körperschaften sich den Fall gegenseitig zuschoben. Der als psychopathisch veranlagt eingestufte Gysin, der auch mehrfach in Irrenanstalten untergebracht wurde, ist ein exemplarisches Beispiel dafür, wie die Justiz sowie die Armen- und Sozialhilfe im frühen 20. Jh. funktionierte. Der Fall zeigt, wie Gysin als schwieriger Randständiger immer wieder versorgt und abgeschoben wurde, ohne dass er dabei nachhaltig Hilfe erhalten hätte. Gleichzeitig gibt er einen Einblick in die finanziellen Dimensionen der Sozialhilfe und deren Last für Gemeinden.

 

>> Die Cholera im Baselland 1884

Die Cholera war in Europa bis weit ins 20. Jahrhundert hinein eine gefürchtete Krankheit. Begünstigt durch schlechte hygienische Bedingungen und verunreinigtes Trinkwasser wurde der Kontinent mehrfach von Epidemien heimgesucht. Die Gymnasiastinnen Jillian Haag, Selina Kraus und Abira Vimalasuiya haben untersucht, welche Massnahmen der Kanton Basel-Landschaft in den Jahren 1884-1885 im Rahmen der fünften Cholera-Pandemie gegen die Krankheit ergriffen hatte. Im Rahmen ihres halbjährigen Akzentkurses Archiv am Gymnasium Liestal konnten sie aufzeigen, wie die Bekämpfung der Krankheit mehrstufig koordiniert worden war. Präventiv sollten öffentliche kantonale Gesundheitspflegen eingerichtet werden, Gemeinden wurden zu Inspektionen angehalten. Bei Krankheitsausbrüchen in Nachbarländern wurde der Grenzschutz und Kontrollen verschärft. Nach Ausbruch der Krankheit verlangte der Bund neben der Melde- und Behandlungspflicht, dass das Reisen und der Handel mit Nahrungsmittel eingeschränkt werden. Zur Isolation und Desinfektion von Infizierten sollten spezielle Isolierbaracken erbaut werden. Die untersuchten Unterlagen zeigen eindrücklich, wie der Bund zusammen mit Kantonen und Gemeinden im ausgehenden 19. Jahrhundert das medizinisch-gesellschaftliche Krisenmanagement koordinierte.

 

>> Der Landesstreik 1918: Die Situation in Aesch – Erinnerungen

Der Landessstreik vom 12. bis 14.November 1918, direkt nach dem Ende des Weltkriegs am 11. November, gilt als schwerste innenpolitische und soziale Krise der Schweiz (nach der Gründung des Bundesstaates 1848). Es war ein prägendes Ereignis für die Zeitgenossen, das vielfach dokumentiert wurde. Martha Vogel-Sprecher (1897-1990) hielt in ihrem Familienalbum ihre Erinnerungen an den Landesstreik im November 1918 fest.

 

>> Das Wüten der Spanische Grippe in Pratteln 1918 – Einblick ins Notspital

Die Auswirkungen der Grippewelle schilderte der Pratteler Primarlehrer Eduard Brodbeck in einem Brief vom 20. November 1918 an seinen Kollegen Ernst Zeugin. Als Folge der steigenden Grippeerkrankungen und Todesfälle wurden im Herbst 1918 in mehreren Gemeinden Not- und Hilfsspitäler eingerichtet. In Pratteln diente das Primarschulhaus, das Grossmattschulhaus, als Notspital. Dort wirkten Lehrer und Lehrerinnen in der Pflege sowie drei ausgebildete Krankenschwestern, unterstützt durch freiwillige Einsätze von Frauen aus dem Dorf. Der Brief lässt die Schwierigkeiten erahnen, ausreichend (qualifiziertes) Pflegepersonal, Ärzte und Hilfskräfte zur Verfügung zu haben.

 

>> Entstehung und Elektrifizierung der Waldenburgerbahn

Die drei Gymnasiasten Noe Schmöller, David Schmidt und Gino Scacchi haben die Geschichte der Waldenburgerbahn unter die Lupe genommen. Im Rahmen ihres halbjährigen Akzentkurses Archiv haben sie die Geschichte der Bahn von ihrer Entstehung bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts schlaglichtartig mit zwei Gutachten beleuchtet. Anhand einer 1878 erstellten Rentabilitäts-Berechnung für die Liestal-Waldenburg-Bahn und einem 1932 verfassten Expertenbericht zur Elektrifikation der Waldenburgerbahn zeigen sie die Schwierigkeiten und Widerstände, denen sich die Bahnlinie seit Anbeginn gegenüber sah. Die beiden Dokumente ermöglichen eine Blick auf die Planung und den Bau der Liestal-Waldenburgerbahn am Ende des 19. Jahrhunderts und die angedachte technische Modernisierung der Strecke, die schliesslich in den 1950er-Jahren umgesetzt wurde.

 

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