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Unser Hobby: Der Klang des Alphorns

Unser Hobby: Der Klang des Alphorns

Sandra Beer und Christian Hanselmann arbeiten am Ebenrain-Zentrum in Sissach in ganz unterschiedlichen Funktionen. Was sie verbindet, liegt ausserhalb ihres beruflichen Alltags: Beide spielen Alphorn. Ein Instrument, das oft als Inbegriff der Schweizer Tradition gilt - und für sie weit mehr als ein folkloristisches Symbol ist.

Kaum ein Instrument wird so stark mit der Schweiz verbunden wie das Alphorn. Für viele steht es für Berge, Heimat und Brauchtum. Für Sandra Beer und Christian Hanselmann ist es Ausgleich, musikalische Herausforderung und Teil einer bunten Gemeinschaft.

Ein Instrument mit eigenem Charakter

 Das Alphorn gehört zur Familie der Blechblasinstrumente, auch wenn es vollständig aus Holz besteht. Gespielt wird es ohne Ventile und Klappen. Der Ton entsteht allein mit den Lippen und der entsprechenden Atemtechnik. In der Schweiz sind vor allem Ges- Alphörner verbreitet, während in den Nachbarländern Deutschland und Österreich häufiger die F-Alphörner gespielt werden. Jedes Horn klingt anders. Genau deshalb sprechen erfahrene Alphornbläserinnen und Alphornbläser nicht einfach von einem Musikinstrument, sondern von einem «Seeleninstrument». Man muss sein eigenes Horn finden - eines, das zur eigenen Person passt. Wie bei anderen Instrumenten ist auch beim Alphorn jede Ungenauigkeit der Intonation sofort hörbar. Es braucht viel Übung, bis das Zusammenspiel der verschiedenen Alphörner schön klingt. 

Zwei Wege zum Alphorn

Sandra Beer arbeitet seit 2018 beim Ebenrain. Nach mehreren Jahren als Leiterin Gastronomie hat sie heute die Leitung der Tagesstätte inne. Raumreservationen, grössere Anlässe und organisatorische Abläufe laufen über sie. Zum Alphorn kam sie eher zufällig: Die Alphornvereinigung Nordwestschweiz suchte am Ebenrain einen Raum für ein Jugendprojekt. Da das Interesse bei den Jugendlichen gering war, entschloss sich Sandra, selber teilzunehmen. In der Gemeinschaft der Alphornspieler ist der Altersunterschied kein Hindernis. Aus anfänglicher Neugier wurde rasch Begeisterung, aus einem Projekt ein fester Bestandteil ihres Alltags.

Christian Hanselmann begann 1997 beim Bauinspektorat und wechselte im Jahr 2000 an den Ebenrain. Dort arbeitet er in juristischer und beratender Funktion mit Schwerpunkt Boden- und Pachtrecht und landwirtschaftliche Baugesuche. Musik begleitet ihn schon lange. Früher spielte er Posaune in verschiedenen Bands. Nach einem Hörsturz musste er diesen Weg jedoch aufgeben. Durch einen Zufall im Freundeskreis entdeckte er das Alphorn - und fand darin eine neue musikalische Herausforderung. Inzwischen spielt er auch ein Alphorn, das er selbst gebaut hat.

Sandra Beer und Christian Hanselmann sind Teil der Alphorngruppe Magden, die aus 14 Mitgliedern besteht. Innerhalb der Gruppe haben sich verschiedene Formationen gebildet, unter anderem die Gruppe «Alphorn Farnsburg». Gemeinsam treten sie an Geburtstagen, Hochzeiten, Abdankungen, oder anderen, auch grösseren Anlässen wie dem Ebenraintag auf.

Vom Signalinstrument zur Volksmusik

Ursprünglich war das Alphorn kein Musikinstrument, sondern ein Mittel zur Verständigung. Hirten nutzten es, um von einer Alp zur nächsten zu kommunizieren. Andere historische Quellen verorten den Ursprung des Alphorns sogar im Himalaya. Unabhängig davon hat sich das Instrument über Jahrhunderte hinweg zu einem festen Bestandteil der Schweizer Volksmusik entwickelt.

Heute ist das Alphorn aus der Schweizer Kulturlandschaft nicht mehr wegzudenken. Grossanlässe wie das Eidgenössische Jodelfest, das 2026 wieder in Basel stattfindet, zeigen, wie lebendig diese Tradition neben dem Jodeln und dem Fahnenschwingen ist.

Ein besonderes Erlebnis war der Weltrekord auf der Klewenalp, bei dem auch Sandra und Christian dabei waren: 1006 Alphornbläserinnen und -bläser spielten gleichzeitig und liessen den Klang ihrer Instrumente über die Berglandschaft tragen. Der Moment zeigte, wie stark das Alphorn Menschen aus der ganzen Schweiz und den Nachbarländern vereint hat.

Tradition, Tracht und Identität

Das Tragen der Tracht an den kantonalen und eidgenössischen Jodlerfesten ist Pflicht. Für viele Alphornspielerinnen und -spieler ist sie Ausdruck von Heimat. Sandra und Christian treten an diesen Anlässen deshalb auch in ihrer Baselbieter-Tracht auf und zeigen damit ihre Verbundenheit mit der Alphorn- und Jodelfamilie.

Für Sandra Beer und Christian Hanselmann ist das Alphorn weit mehr als nur Musik. Mit dem Alphornklang führen sie sich und ihre Zuhörerschaft jeweils in eine Welt der Wärme und Geborgenheit. Es verbindet Vergangenheit und Gegenwart, trotz vieler Klischees. Das Alphornspiel ist neben ihrem Arbeitsalltag ein fester Bestandteil geworden. 

 Bericht: Michèle Eggenschwiler, Mitarbeiterin Kommunikation Volkswirtschafts- und Gesundheitsdirektion