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Glossar
| Agile Arbeitsmethoden | Iteratives Vorgehen (z. B. Scrum, Kanban) mit kurzen Zyklen, laufendem Feedback und fokussierter Priorisierung. |
| Change-Management | Geplantes Begleiten von Veränderungen (Struktur, Prozesse, Kultur) zur nachhaltigen Verankerung. |
| Communities (of Practice) | Austausch- und Lernnetzwerke über Bereiche hinweg zur gemeinsamen Weiterentwicklung von Wissen und Standards. |
| Digitale Souveränität | Selbstbestimmte Steuerung von Daten, Systemen und Kompetenzen; Reduktion von Abhängigkeiten und Risikominimierung. |
| Digitale Selbstbestimmung | Nachvollziehbare, transparente Datennutzung und Stärkung der Fähigkeit von Nutzenden, über ihre Daten zu entscheiden. |
| E-Government | Digitalisierung von Verwaltungsleistungen, -prozessen und -zusammenarbeit zwischen Staat, Bevölkerung und Wirtschaft. |
| E-Partizipation | Digitale Mitwirkung von Mitarbeitenden, Bevölkerung und Anspruchsgruppen an der Gestaltung von Leistungen, Prozessen und Vorhaben. |
| End-to-End-Prozess (E2E) | Durchgängig digitalisierter Prozess ohne Medienbrüche – von der Auslösung bis zum Abschluss. |
| Geschäftsprozess | Als Geschäftsprozess wird der zum Erstellen einer Verwaltungsleistung erforderliche Input (bspw. Gesuch) und der zu erzielende Output (bspw. Verfügung), die Aktionsfolge (Ablauf) sowie die dabei relevanten Aktionsträger (Menschen, Arbeits-/Sachmittel) bezeichnet, die zum Erzielen des Outputs erforderlich sind. Als Output entsteht ein Ergebnis. Im Gegensatz zum Behördengang, welcher nur das Nachsuchen einer Leistung beinhaltet, beschreibt der Geschäftsprozess die gesamte Prozesskette. |
| Interoperabilität | Interoperabilität bedeutet, dass unterschiedliche IT-Systeme oder Produkte heute und künftig nahtlos zusammenarbeiten können – ohne Sonderlösungen oder Umwege. Sie umfasst vier Ebenen: strukturell (gleiche Datenstruktur), syntaktisch (gleiches Format und Schnittstellen), semantisch (gleiche Bedeutung der Begriffe) und organisatorisch (abgestimmte Prozesse, Rollen und Regeln). |
| Lebenszyklus von Daten | Steuerung von der Erhebung über Nutzung und Pflege bis zu Archivierung oder Löschung. |
| Medienbruch | Erfolgt bei der Übertragung von Informationen innerhalb der Übertragungskette ein Wechsel des Mediums, so wird von einem Medienbruch gesprochen (z. B. auf Papier ausgefülltes Formular muss in eine IT-Lösung übertragen werden). Medienbrüche bergen die Gefahr der Informationsverfälschung und ziehen eine Verlangsamung der Informationsbearbeitung nach sich. Medienbruchfreiheit ist eines der Hauptziele von E-Government, um die Effizienz der öffentlichen Verwaltung zu erhöhen. |
| Nutzendenzentrierung | Digitale sowie analoge Behördenleistungen werden optimiert oder neu gedacht, um sie an den Bedürfnissen der Nutzerinnen und Nutzer auszurichten (Nutzendenzentrierung). Nutzerinnen und Nutzer sind Personen aller Anspruchsgruppen. Behördenleistungen werden so ausgestaltet, dass alle sie nutzen können. Die Analyse der Nutzerbedürfnisse wird über Nutzendentests, Interviews oder Workshops durchgeführt. Zudem werden bei der Ausgestaltung unterschiedliche IT-Grundkompetenzen, Sprachkenntnisse oder geistige sowie körperliche Beeinträchtigungen berücksichtigt und adressiert. Prozesse werden mit einer behördenübergreifenden End-to-End-Sicht ausgestaltet, dies unter Berücksichtigung einer 360-Grad-Betrachtung der Anspruchsgruppen. |
| Once Only | Ziel des Once-Only-Prinzips ist es, dass Bürgerinnen und Bürger sowie Unternehmen ihre Daten nur einmal der öffentlichen Verwaltung zur Verfügung stellen müssen. Die einzelnen Amtsstellen der unterschiedlichen Ebenen tauschen die Informationen selbstständig aus – sofern dies explizit so vorgesehen und sinnvoll ist. Das Once-Only-Prinzip soll den Aufwand reduzieren – bei den Bürgerinnen und Bürgern, den Unternehmen wie auch innerhalb der öffentlichen Verwaltung. |
| One-stop-Government | Zentrale digitale Anlaufstelle, die Verwaltungsleistungen über Ebenen hinweg gebündelt bereitstellt. |
| Open by Default | Das Prinzip «Open by Default» besagt, dass Daten standardmässig offen zugänglich gemacht werden. Grundsätzlich sollen alle öffentlichen Daten (nicht klassifizierte Informationen) dieses Prinzip erfüllen. Es gibt jedoch auch Ausnahmen, z. B. wenn die Zurverfügungstellung bedeutende zusätzliche Mittel (sachlich oder personell) erfordern würde. Im Gegensatz zum Bund (Bundesgesetz über den Einsatz elektronischer Mittel zur Erfüllung von Behördenaufgaben) besteht im Kanton BL noch keine entsprechende Rechtsgrundlage für «Open by Default». |
| Open Source | Software mit offenem Quellcode, die rechtlich zur Nutzung, Prüfung und Weiterentwicklung freigegeben ist. |
| Portfolio-Steuerung (PPM) | Gesamtheitliche Priorisierung, Finanzierung und Überwachung aller Vorhaben entlang der Strategie. |
| Prozessverantwortung | Klar zugewiesene Rolle, die für Design, Leistung und Weiterentwicklung eines Prozesses haftet. |
| Resilienz (IKT-Resilienz) | Widerstandsfähigkeit von IKT-Systemen gegenüber Störungen, mit rascher Wiederherstellungsfähigkeit. |
| Stakeholder | Stakeholder sind Personen oder Organisationen, die von einem Vorhaben, Produkt oder einer Entscheidung betroffen sind, daran interessiert sind oder Einfluss darauf haben. Dazu zählen interne Rollen wie Mitarbeitende oder Führungskräfte sowie externe Akteure wie Bevölkerung, Partner, Lieferanten, Behörden oder Verbände. Wichtig ist, ihre Erwartungen, Bedürfnisse und den Einfluss systematisch zu verstehen und in Planung und Umsetzung einzubeziehen. Kurz: wer betroffen ist, Interesse hat oder mitbestimmt, ist Stakeholder. |
| Standards / Normen | Verbindliche Regeln und Spezifikationen zur Sicherung von Qualität, Sicherheit und Wiederverwendbarkeit. |
| User Journey | End-to-End-Erlebnis der Nutzenden beim Bezug einer Leistung, inklusive aller Kontaktpunkte. |
| Wissensmanagement | Gezieltes Erfassen, Organisieren, Teilen und Nutzen von Wissen zur Sicherung und Weiterentwicklung von Handlungs- und Ausführungskompetenzen. |
| Zentrale Stammdaten | Stammdaten sind grundlegende Informationen, die von der öffentlichen Verwaltung zwingend benötigt werden. Sie können Personen, Unternehmen, aber auch diverse Objekte wie etwa Gebäude oder Fahrzeuge beschreiben. Für jedes dieser Objekte muss ein abschliessender Katalog der Merkmale (Attribute) verfügbar sein. Die Stammdaten sind zustandsorientierte Daten. Sie bleiben im Zeitverlauf volumenmässig relativ konstant. |