- Basel-Landschaft
- Organisation
- Besondere Behörden
- Landeskanzlei
- Digitale Transformation
- Strategie digitale Transformation
- Einordnung
Einordnung
Ausgangslage
Die bisherige Digitalisierungsstrategie 2018–2022 hat wichtige Beiträge zur Digitalisierung der kantonalen Verwaltung geleistet. Seither hat sich die digitale Landschaft jedoch stark weiterentwickelt. Neue Technologien, veränderte gesellschaftliche Erwartungen sowie Herausforderungen wie die digitale Transformation und die Forderung nach mehr Transparenz und Partizipation erfordern eine Anpassung und Weiterentwicklung der Strategie.
Die Strategie digitale Transformation orientiert sich dabei an den übergeordneten Zielen der Langfristplanung 2023-32 des Regierungsrats. Diese verfolgt eine nachhaltige, vernetzte und zukunftsorientierte Entwicklung des Kantons und sieht die Digitalisierung als Schlüssel zur Effizienzsteige-rung, Innovationsförderung, Verbesserung der Unternehmensservices und Stärkung der Bevölkerungsnähe. Die digitale Transformation der kantonalen Verwaltung ist somit nicht nur eine technische, sondern auch eine gesellschaftliche und politische Aufgabe, die im Einklang mit den langfristigen Zielsetzungen des Kantons steht.
Die Notwendigkeit einer neuen Strategie ergibt sich auch aus der Überprüfung der bisherigen Digitalisierungsstrategie im Rahmen von BL digital+. Diese hat aufgezeigt, dass die geltenden Ziele und Massnahmen nicht mehr ausreichend sind, um die aktuellen Herausforderungen zu meistern. Zudem haben sich die Bedürfnisse der Bevölkerung, Unternehmen und Mitarbeitenden verändert, was eine Neuausrichtung der Strategie erfordert.
Die vorliegende Strategie soll den Kanton Basel-Landschaft auf seinem Weg zur digitalen Trans-formation weiterführen und sicherstellen, dass die kantonale Verwaltung ihre Dienstleistungen effizient und zielgruppenorientiert anbietet. Sie berücksichtigt dabei die aktuellen Herausforderungen und Chancen der digitalen Transformation und setzt auf eine enge Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Einheiten und Gremien.
Ziel und Zweck
Die Strategie digitale Transformation Basel-Landschaft zielt darauf ab, die kantonale Verwaltung zu einer vernetzten, datenbasierten und resilienten Dienstleisterin zu entwickeln. Ihre Gültigkeit orientiert sich an der Langfristplanung 2023-32. Dies soll durch die kollaborative Gestaltung von rechtssicheren und zielgruppengerechten Leistungen und Prozessen erreicht werden, unter Berücksichtigung technischer Potenziale und Daten als strategische Ressourcen.
Die Gründe für die vorliegende Strategie sind vielseitig und können wie folgt zusammengefasst werden:
- Bevölkerung und Unternehmen erwarten zunehmend digitale, benutzerfreundliche und jederzeit verfügbare Dienstleistungen der kantonalen Verwaltung. Eine klare Strategie stellt sicher, dass diese Erwartungen zielgerichtet, effektiv und effizient erfüllt werden.
- Digitale Prozesse ermöglichen eine Automatisierung von Routineaufgaben, reduzieren Medienbrüche und tragen zur effizienteren Nutzung von personellen und finanziellen Ressourcen bei. Eine koordinierte Strategie schafft die Voraussetzung für nachhaltige Effizienzgewinne.
- Die digitale Transformation modernisiert interne Abläufe, stärkt die Resilienz und Zukunftsfähigkeit der kantonalen Verwaltung und erhöht deren Attraktivität als Arbeitgeber. Gleichzeitig verbessert sie die Standortattraktivität für Unternehmen durch moderne Verwaltungsdienstleistungen.
- Ohne strategische Leitplanken drohen parallele Einzelinitiativen, die zu ineffizienter Doppelspurigkeit führen. Eine Gesamtstrategie ermöglicht eine koordinierte Umsetzung über alle Direktionen hinweg und schafft Synergien.
- Die zunehmende Digitalisierung bringt neue Herausforderungen mit sich, etwa in den Bereichen Datenschutz, IT-Sicherheit und Inklusion.
- Die Umsetzung digitaler Vorhaben erfordert häufig Anpassungen gesetzlicher Grundlagen sowie gezielte Investitionen. Eine Strategie liefert die politische und fachliche Grundlage zur Legitimation entsprechender Vorhaben.
Die Strategie dient als Orientierung für alle kantonalen Mitarbeitenden und soll sicherstellen, dass die digitale Transformation in allen Bereichen der kantonalen Verwaltung – wo möglich – konsequent umgesetzt wird. Sie soll auch als Grundlage für die Entwicklung von Fachstrategien und für die Planung von Digitalisierungsprojekten dienen.
Durch die Umsetzung der Strategie, soll die digitale Souveränität des Kantons Basel-Landschaft gestärkt werden, indem Daten, Systeme und Kompetenzen selbstbestimmt gesteuert werden. Abhängigkeiten von Anbietern sollen reduziert und digitale Risiken minimiert werden. Die Strategie wird über den jährlich stattfindenden Prozess «Strategiecontrolling» überprüft und bei Bedarf angepasst, um sicherzustellen, dass sie den aktuellen Herausforderungen und Chancen der digitalen Transformation gerecht wird. Zudem wird ein kantonsweites Strategiecontrolling aufgesetzt, um den Fortschritt der Strategieumsetzung wiederkehrend messen zu können.
Vision und Handlungsmaxime
Die Vision der Strategie digitale Transformation Basel-Landschaft ist es, die kantonale Verwaltung zu einer nutzendenorientierten, vernetzten, datenbasierten und resilienten Dienstleisterin zu machen.
Dies erreichen wir durch die kollaborative Gestaltung von rechtssicheren und zielgruppengerechten Leistungen und Prozessen, durch Nutzung technischer Potentiale und Daten als strategische Ressourcen. Dabei fördern wir eine Verwaltungskultur des stetigen Lernens, der Kooperation und der Transparenz.
Die Strategie digitale Transformation Basel-Landschaft orientiert sich an handlungsleitenden Prinzipien. Diese wurden bereits in der Digitalisierungsstrategie 2018–2022 (Digitale Verordnung DV 2022) definiert und gelten als rahmengebende Leitsätze, ergänzt durch die Maximen zur Sicherheit und Nachhaltigkeit.
Unser Standard ist digital
Der Kanton Basel-Landschaft konzipiert neue Leistungen und Prozesse von Anfang an digital, wobei analoge Kanäle nur dort bestehen bleiben, wo rechtliche Vorgaben vom Kanton nicht angepasst werden können oder die Inklusion es erfordert. Routinegeschäfte mit der kantonalen Verwaltung werden bevorzugt medienbruchfrei über das Internet abgewickelt. Die Kommunikation mit Bevölkerung, Unternehmen und Vollzugspartnern erfolgt über sichere digitale Kanäle, während Papierformulare und interne analoge Prozesse schrittweise durch digitale Lösungen abgelöst werden. Digitale Anleitungen stehen mehrsprachig und multimedial zur Verfügung. Auch interne Support- und Führungsprozesse werden vollständig digitalisiert, um eine verlässliche, durchgängig digitale Service-Basis zu schaffen.
Unsere Kundschaft steht im Mittelpunkt
Die Bedürfnisse von Bevölkerung, Gemeinden, Unternehmen und Mitarbeitenden stehen im Zent-rum der digitalen Verwaltungsentwicklung. Digitale Services werden gemeinsam mit den Nutzen-den gestaltet, getestet und kontinuierlich verbessert – mit Fokus auf Barrierefreiheit, Einfachheit und klar erkennbarem Nutzen. Unternehmen werden als Stakeholder eingebunden, um ihre spezi-fischen Anforderungen zu berücksichtigen. Der gesetzliche Rahmen bleibt bestehen, doch der Gestaltungsspielraum wird konsequent im Sinne der Adressaten genutzt. Auch interne Verwaltungsprozesse wie IT, HR oder Finanzen werden zielgruppengerecht und serviceorientiert ausgerichtet.
Wir vereinfachen so viel wie möglich
Der Kanton Basel-Landschaft vereinfacht Verwaltungsverfahren gezielt, sodass der wesentliche Zweck effizient und gesetzeskonform erreicht wird. Medienbrüche, doppelte Erfassungen und unnötige Dateneingaben werden vermieden, um Aufwand und Fehlerquellen zu reduzieren. Klare Standards und schlanke Abläufe ermöglichen die Automatisierung von Routineaufgaben und schaffen Freiräume für komplexe Fälle. Auch interne Prozesse werden vereinheitlicht und auf verwaltungsweite Lösungen ausgerichtet.
Das grosse Ganze sehen
Unter Wahrung des Datenschutzes und der verfügbaren Mittel entsteht eine vernetzte und zukunftsorientierte kantonale Verwaltung. Entscheidungen berücksichtigen stets die Gesamtarchitektur von Daten, Prozessen, Technologien und Governance. So entstehen interoperable Lösungen, die Mehrfachnutzen schaffen und kantons-, gemeinde- oder bundesweite Synergien heben. Es werden nicht nur einzelne Abschnitte, sondern die gesamte Leistungserbringungskette betrachtet, was ein organisationsübergreifendes Denken und neue Formen der Zusammenarbeit erfordert. Auch bei der Erhebung und Nutzung von Daten wird darauf geachtet, dass diese mehrfach nutz-bar, einfach zugänglich und datenschutzkonform sind. So wird eine vernetzte und zukunftsfähige kantonalen Verwaltung aufgebaut.
Wir haben motivierte und kompetente Mitarbeitende
Motivierte Mitarbeitende sind entscheidend für die digitale Transformation der kantonalen Verwaltung. Sie erhalten Zeit, Raum und gezielte Weiterbildung, um digitale Kompetenzen zu entwickeln und innovative Lösungen voranzutreiben. Eine offene Lern- und Fehlerkultur sowie moderne Ar-beitsformen fördern Eigenverantwortung und machen die kantonale Verwaltung zu einer attrakti-ven Arbeitgeberin. Projektarbeit, agile Methoden und selbstorganisierte Teams gewinnen an Bedeutung, um rasch nutzbare Ergebnisse zu erzielen und diese praxisnah weiterzuentwickeln. Bei der Kompetenzförderung werden auch generationen- und geschlechtsspezifische Aspekte berücksichtig
Sicherheit im Zentrum
Souveränität und Vertrauenswürdigkeit im Sinne von Datenschutz, Informationssicherheit sowie Verfügbarkeit von Diensten und Umgang mit Daten stehen im Fokus. Die digitalen Komponenten (Hardware, Software und Dienstleistungen) entsprechen den geltenden Anforderungen und Standards.
Wir handeln nachhaltig Ökologische, wirtschaftliche und soziale Belange werden umfassend und nach Möglichkeit ausgewogen berücksichtigt, um nachhaltiges staatliches Handeln zu fördern.
Aufbau

Die Strategie digitale Transformation Basel-Landschaft ist in ein Umfeld eingebettet, das durch die Verordnung Digitale Transformation, die Langfristplanung 2023–2032 und den Aufgaben- und Finanzplan des Kantons Basel-Landschaft definiert wird. Sie definiert die übergeordnete, organisationsweite Ausrichtung hinsichtlich der digitalen Transformation, um die Gesamtziele des Kantons Basel-Landschaft zu unterstützen. Dabei bildet die Strategie die übergeordnete Struktur, um unter anderem die notwendigen rechtlichen Rahmenbedingungen und kulturellen Voraussetzungen zu schaffen, um die digitale Transformation im Kanton voranzutreiben.
Die Strategie orientiert sich an den weiter oben beschriebenen Handlungsmaximen und definiert sechs thematische Schwerpunkte, welche die Transformation der kantonalen Verwaltung hin zu einer digitalen Verwaltung ausrichten und fördern.
Im Mittelpunkt der Strategie digitale Transformation stehen die strategischen Ziele, welche den sechs thematischen Schwerpunkten zugeordnet sind und deren erwarteter Nutzen die Basis für ein regelmässiges und kantonsweites Strategie-Controlling bilden kann. Ziele geben Ambitionen vor und sind bewusst nicht messbar ausdefiniert. Auf die Strategie aufbauend werden konkrete messbare Massnahmen definiert und unter Berücksichtigung der verfügbaren finanziellen Mittel zeitlich in einer Roadmap abgebildet. Diese Massnahmen sind im digitalen Projekt- und Portfoliomanagement transparent dargestellt.
Als übergeordnetes Rahmenwerk gibt die Strategie digitale Transformation die Richtung vor und wird in einzelnen Themenfeldern durch Fachstrategien ergänzt, die die jeweiligen Bereiche detaillierter definieren und ausgestalten.
Durch gezieltes Change-Management und praxisnahe Schulungsangebote werden die Mitarbeitenden dabei unterstützt, neue Fähigkeiten zu entwickeln und die Veränderung aktiv mitzugestalten.
Die nachfolgende Abbildung gibt eine Übersicht über die sechs thematischen Schwerpunkte und ihrer Inhalte.
Thematische Schwerpunkte und strategische Ziele

Thematische Schwerpunkte
Ein thematischer Schwerpunkt bezeichnet ein übergeordnetes Themengebiet, in dem die Aktivitäten zur Realisierung der Vision erfolgen.
Strategische Ziele
Strategische Ziele formulieren langfristige Zustände oder Erfolge, die innerhalb eines bestimmten thematischen Schwerpunkts erreicht werden sollen. Die strategischen Ziele dienen als Leitplanken und Hilfestellungen. Die strategischen Ziele werden mittels konkreter Massnahmen präzisiert, gesteuert (Massnahmenplan & Strategiecontrolling) und jährlich justiert.
Für jedes strategische Ziel wird der prioritäre Nutzen für Wirtschaft, Bevölkerung oder der kantonalen Verwaltung über alle föderalen Ebenen beschrieben. Dieser Fokus auf prioritären Nutzen ist bewusst gewählt, da die Umsetzung einzelner Ziele häufig positive Effekte in mehreren Bereichen entfaltet. Ein Mehrfachnutzen, der die ganzheitliche Wirkung der Strategie unterstreicht.