Kulturdenkmäler in Ziefen


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Ortskern Ziefen

 

Geschichtliche Entwicklung

Die im Baselbieter Tafeljura gelegene Ortschaft Ziefen erstreckt sich in der Sohle des Reigoldswilertals entlang der Hinteren Frenke. Sie wurde 1226 erstmals als "Civenna" urkundlich erwähnt und erhielt schon 1373 den Namen "Zifen". Im Bereich der Gemeinde sind römische Spuren gefunden worden und zur Zeit der Alemannen lag hier schon eine Siedlung. Im Mittelalter gehörte die Ortschaft den Froburgern, später einer Linie der Herren von Eptingen. Die Hoheitsrechte über Ziefen kamen 1535 mit der Herrschaft Waldenburg an die Stadt Basel.

 

Ziefen war im letzten Jahrhundert bereits ein stattliches Bauerndorf. An den steilen Südhängen der linken Talseite wurden Reben angebaut. Gegen Ende des 18. Jhs brachte die Seidenbandweberei zusätzlichen Verdienst. Ein grosser Teil der Bebauung stammt aus dieser Zeit. Manchen der dicht stehenden Bauernhäuser ist noch heute die Nutzung im Rebbauerndorf an den hohen Kellern unter den zwei Wohngeschossen anzusehen. Von der Heimindustrie der Posamenter zeugen die grossen Fenster.


In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts stagnierte die Entwicklung, die Bevölkerung ging zurück. Zu dessen Beginn entstanden noch einige Aussiedlerhöfe am Ortsrand, in den historischen Dorfteilen fanden keine wesentlichen Veränderungen statt.


Seit den Sechzigerjahren ist Ziefen zusehends in den Einzugsbereich der benachbarten Industrieorte gelangt. Die früheren Rebberge sind von Einfamilienhäusern durchsetzt. In der Talsohle, Richtung Bubendorf, ist ausserhalb des alten Kerns ein Industriequartier entstanden.

 

 


 

Der heutige Ort

Wesentliches Merkmal des in seiner Gesamtform geschlossenen, bis in zahlreiche Details erhaltenen Bachzeilendorfs ist der ungestörte Zusammenhang von Siedlungsstruktur und Topographie des Tals in parallel zueinander liegenden Streifen: in offenem Bett der frei fliessende Bach, ihn begleitend ein schmaler Uferstreifen mit kleinen Gewerbebauten oder öffentlichen Gebäuden und die längs dem Bach verlaufende Landstrasse. Die alte Durchgangsachse wird auf der linken Seite der Frenke von dichter, traufständiger Zeilenbebauung begleitet. Dahinter liegen die zum Teil verbauten ehemaligen Baumgärten.

Die Zeilenbebauung erstreckt sich kontinuierlich entlang dem mehrfach geschwungenen Bach- und Strassenraum. Sie ist gleichzeitig durch Vor- und Rücksprünge der etwa gleich hohen und ähnlich langen Höfe abwechslungsreich in verschiedene Abschnitte gegliedert. Die meisten Vorplätze und Vorgärten fielen allerdings dem Ausbau der Durchfahrtsstrasse zum Opfer, die früheren Hosteten nördlich der Zeilenbebauung sind heute weitgehend mit Einfamilienhäusern bebaut.

Nur im südwestlichen Teil ist der Strassenraum auf beiden Seiten gleichartig gefasst, denn hier liegen auch auf der rechten Bachseite schmale Zeilen von Kleinbauernhäusern. Ihre Bezeichnung "Chatzetal" deutet auf die Armut der Bewohner zur Zeit ihrer Entstehung im letzten Jahrhundert.

Den Uferstreifen begrenzen im westlichen Teil rechts und im östlichen Teil links der Frenke je kurze Reihen von Linden und Platanen. An beiden Enden des Ortskerns markieren die zwei Mühlenkomplexe den jeweiligen Ortseingang. Sie gehen auf das 14. Jahrhundert zurück.

Dort, wo sich nach der oberen Mühle der Strassen- und Bachraum weitet, stehen kleinere und grössere Gewerbebauten direkt am Wasserlauf. Auf der anderen Bachseite an exponierter Stelle betonen drei Solitärbauten den zentralen Abschnitt des Strassenbogens: die ehemalige Schmiede, das stattliche Pfarrhaus und das siebenachsige Schulhaus von 1848.

An der Stelle, wo eine kleine Mulde den steilen Hang der rechten Talseite hinauf führt, zweigt die Kirchgasse aus der Hauptstrasse ab. Beiderseits der Quergasse erstreckt sich in traufständiger Anordnung eine besonders guterhaltene Doppelreihe von stattlichen Höfen mit fast durchwegs intakten Vorgärten. Die mächtigen, hohen Giebelwände sind in der Falllinie gestaffelt. Der älteste Bau, das Choche-n-Emil Hus hat gotische Reihenfenster und eine Giebellaube. Es kann im Rahmen des Europäischen Tag des Denkmals besichtigt werden.

 

Über die Kirchgasse ist der abgelegene, erhöhte situierte Kirchenbezirk zu erreichen. Die guterhaltene Pfarrkirche St. Blasius wurde auf romanischen Vorgängerbauten in der Mitte des 14. Jahrhunderts errichtet und 1619 nach Süden sowie 1686 nach Osten hin erweitert. Der neben einem ehemaligen Adelssitz des Mittelalters errichtete Sakralbau liegt auf einer natürlichen Terrasse über dem steilen Wiesenbord. Dieses Wahrzeichen der Ortschaft ist von weitem sichtbar. Zum Kirchenbezirk gehören auch der ummauerte Friedhof und das Siegristenhaus.

  


 

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