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Im Blick auf das Raumprogramm hielt sich LaRoche an das konservative Bauschema des protestantischen Kirchenbaus des 19. Jahrhunderts, was vor der Entfernung der Chorschranken und des Altars noch besser erkennbar war. Obgleich damit der Typus der Altarkirche gewählt worden war, ist das von Semper angestrebte Ziel, nämlich die Vereinigung aller wichtigen Elemente wie Orgel, Kanzel und Altar an einer Stelle von LaRoche hier verwirklicht worden. Ausserdem versuchte LaRoche, dem in der protestantischen Kirche nicht unbedingt notwendigen Chor eine neue Funktion als Gehäuse der Orgel zu geben. Die Orgel nimmt deshalb hier in Arlesheim den Stellenwert eines barocken Hochaltars ein. Wir stehen somit, was den Standort der Orgel betrifft, am Beginn der Entwicklung der Chororgel, die noch bis in unsere Zeit hinein beliebt war.
Die Freiheit der Stilwahl jener Zeit führte auch in Arlesheim zu einem Pluralismus der Stile und schliesslich in der übergeordneten Betrachtung zu einer Art Stimmungsarchitektur. Unter dem Einfluss des englischen Landhauses wird an die heimische Bautradition angeknüpft, verbinden sich am Turm romanische, barocke und gotische Elemente, erhält das Schiff mit dem Krüppelwalmdach eine profane Note und die Eingangsfront mit den Annexbauten einen schlossähnlichen Charakter.
Gleiches gilt für das Innere, wo der offene Dachstuhl das Einströmen der skandinavischen Kunst demonstriert und dem Raum den Eindruck einer Festhalle vermittelt. Der Einfluss des Jugendstils zeigt sich vor allem in der Gestaltung der Leuchter und Fenstergitter, aber auch der Türrahmen und Fensterrahmen und somit in Werken des Kunstgewerbes. dieses findet einen neuen Platz in den Dekorationsmalereien, deren Ornamentik beispielsweise im Chorbogen an Brokatmuster erinnern und der Architektur dadurch eine verhaltene Stimmung verleihen.
Eine Zusammenfassung aller Merkmale dieser Kirche führt dazu, dass man hier von einem Werk der nationalen Romantik der ersten Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts sprechen kann. LaRoche gelang in Arlesheim die Überwindung des Stilpluralismus und die Verarbeitung der Zeitströmungen des Beginns des 20. Jahrhunderts zu einem neuen Stil, dessen Eigenart und Eigenwilligkeit erst in der genaueren Betrachtung voll zur Geltung und Wertschätzung kommt. Dass eine Kirche jener Epoche unsere Zeit anspricht, dass sie auch den heutigen Bedürfnissen der Liturgie genügen kann, und dass die Denkmalpflege eine Kirche dieser Zeit nur retten kann, wenn sie zu Konzessionen - man denke an die Entfernung der Chorschranken - bereit ist, haben der Verlauf der Restaurierung der Kirche von Arlesheim und das Ergebnis der Auseinandersetzung damit eindeutig bewiesen.
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