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Schloss Wildenstein: Rundgang durch das Schloss | |
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Die Schlossanlage lässt sich in drei Häusergruppen unterteilen (siehe Grundriss):
1. Das im Süden am steilen Abhang gelegene Schloss, |
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Besonders schön überschaubar ist die ganze Anlage vom Arxhof aus. Blickt man dagegen von den Ökonomiebauten auf der Anhöhe zum Schloss hinunter, führt eine offene Sichtachse, begleitet von den Gebäuden des Unteren Hofs und den Wohngebäuden des Schlosses, direkt zum alles überragenden Wohnturm. Von der Hecke mit dem während langer Zeit verschlossenen Holztor führt der Weg hinunter und dort links in den Unteren Hof und geradeaus durch eine Lindenbaumallee zum Schloss. Rechts der Allee entwickelt sich den Hang hinauf der 1853 angelegte englische Park. Östlich davon liegt in der Tiefe des ehemaligen Schlossgrabens ein rechteckig ummauerter, französischer Garten mit rechteckigen Beeten und rundem Wasserbecken mit Springbrunnen in der Mitte, neu angelegt um 1950. An der den Garten begrenzenden Mauer des Plantabaus ist ein spätgotisches Türgewände mit Handelszeichen LV und den Wappen Vischer-Drisch, vom Geburtshaus der Familie Vischer aus Colmar stammend, eingelassen. Westlich der Zugangsrampe und rechts vom Schlosseingang stehen die gestaffelten Wohn- und Ökonomiegebäude des 1853 erbauten ehemaligen Gärtnerhauses. Vor der zurückgesetzten Ökonomie mit Pferdestallungen und Kutschenraum, steht ein einfacher klassizistischer Trogbrunnen. Der schmale, vorspringende Wohnteil ist im Süden an die ehemalige Umfassungsmauer des Schlosses gebaut und flankiert den Schlosseingang. Das frühestens 1693 entstandene, breitrechteckige Eingangstor aus grossen Steinquadern mit Pilastergliederung und Gebälk ist wie die östlich anschliessende Umfassungsmauer mit einem Ziegeldächlein abgedeckt. Darüber im Sturz das Vischerwappen und ein Hirschgeweih. Durch dieses Portal betritt man den zum Teil mit einem Rasen bedeckten und vor dem alten Wohnturm von einer hohen Esche beschatteten Burghof. Neben dem Eingangstor liegt rechts der zweigeschossige Laubenbau des Gärtnerhauses mit dem Eingang ins Gärtnerhaus und der Treppe in den Rundturm. Dieser stammt mit Ausnahme des Untergeschosses aus dem Jahre 1904 und wurde nach Plänen von Fritz Stehlin erbaut. Das alte Untergeschoss dient als Keller, öffnet sich gegen den Hof mit einer spitzbogigen Türe und ist mit einem Ziegeldächlein abgetrennt. Die beiden Obergeschosse mit Turm- und Turmuhrzimmer von 1904 besitzen in Anlehnung an den Plantabau hohe, stichbogige Fenster ohne Gewände. Darüber kragt der achteckige Turmabschluss mit Schiessscharten, buntem Zifferblatt mit der Jahreszahl 1904 und achteckigem Spitzhelm vor. In südwestlicher Richtung folgt die 1904 anstelle eines Wehrgangs errichtete Terrasse, begehbar vom Turm aus und gegen den Hof mit einem Eisengeländer versehen. Unter der Terrasse befinden sich hinter einem buggestützten Vordach eine Mauernische und zwei Holztore, die in den Holzschopf führen. Von der Terrasse aus biegt die alte Ringmauer in südöstlicher Richtung zum alten Wohnturm ab. Ihren oberen Abschluss bilden abgetreppte, mit Ziegeln bedeckte Zinnen. | ||
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Äusseres Der am Südende der Anlage auf erhöhtem Felssporn gelegene Wohnturm beherrscht das ganze Schloss durch seine Höhe und seine exponierte Lage am Felsabhang. Sein Grundriss umschreibt ein der Topographie folgendes, unregelmässiges Fünfeck mit abgerundeten Ecken. Mit seiner Südwestseite ragt er als markanter, massiver Baukörper aus dem steil ansteigenden, bewaldeten Abhang empor und wird auf Erdgeschosshöhe im Nordwesten und Südosten beidseits durch bezinnte Ringmauern mit den angrenzenden Gebäuden verbunden. Im Gegensatz zur nur 1,2 m dicken Südwestmauer weisen die übrigen Seiten als mögliche Angriffsstellen eine Dicke von 2 bis 4 m auf. Auf der Seite des ehemaligen Burggrabens, heute Burghof, steht der Wohnturm direkt auf einem erhöhten Felsen. Darüber bezeichnet in der Nordecke eine stichbogig schliessende Öffnung einen erst Anfang des 19. Jahrhunderts erstellten Eingang. | ||
Die Fensteröffnungen der vier Turmgeschosse konzentrieren sich auf die Südwest-, Südost- und Ostseiten und sind unregelmässig verteilt. An der Südwestmauer finden sich im südlichen Teil in den beiden obersten Geschossen grosse Fenster aus dem Beginn des 17. Jahrhunderts. Die Südostmauer besitzt im ersten Obergeschoss ein dreiteiliges Fenster, im zweiten Obergeschoss ein zweiteiliges und zuoberst ein einzelnes und ein dreiteiliges Fenster, vermutlich alle aus dem 13. bis 17. Jahrhundert. Auf der hofseitigen Ostmauer zeigen sich zwei- und einteilige Fenster. Die Fensterleibungen sind teils gefast, teils mit Hohlkehlen versehen, einige davon erneuert. Den hohen Wohnturm bedeckt ein steiles Walmdach von 1573, unter dem auf den Ost- und Nordseiten 1629 eine Holzlaube mit Pultdach vorgehängt ist. In seiner Gesamterscheinung lässt der Wohnturm trotz des Daches und der Laube aus dem 17. Jahrhundert noch durchaus den Charakter des wehrhaften Baus des 13. Jahrhunderts erkennen. | ||
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Inneres Durch die Laube des Zwischentraktes und über eine steile Holztreppe im Torbau gelangt man zuerst in den Zwinger, dessen Umfassungsmauer unten die Öffnung eines ehemaligen Abtritts und oben die Balkenlöcher des ehemaligen Wehrgangs zeigt. | ||
Der Wohnturm war vom Ende des 13. Jahrhunderts bis 1693 bewohnt. Die Stockwerk- und Raumeinteilung stammen aus der 1. Hälfte des 14. Jahrhunderts. Unter der Familie Vischer wurden ab 1792 die Bemalungen überall erneuert und die Räume bezeichnet. Der Wohnturm barg einen Teil der Vischerschen Sammlungen, darunter auch die vom Kanton nach dem Schlosskauf erworbenen Wappenscheiben. Zugleich diente er auch als Depot und Renovationsobjekt der malfreudigen Mitglieder der Familie Vischer. Die Dekorationsmalereien an Wänden und Decken stammen aus dem Beginn des 17. Jahrhunderts, wurden jedoch ab Ende des 18. Jahrhunderts von der Familie Vischer z.T. eigenhändig renoviert. | ||
Das Turminnere betritt man vom Zwinger aus durch einen stichbogigen Eingang, dessen Gewändeprofil wulstartig schliesst, und in dessen Scheitel das Wappen des Johann Rudolf Schorendorf, Wirt zum Wilden Mann in Basel (1664 - 1684 Schlossbesitzer) in einen Schild eingehauen ist. Offenbar wurde damals der Sturz verändert. Die alte Holztüre besteht aus breiten Brettern mit Holzzapfen und besitzt ein altes schmiedeeisernes Schloss. In der linken Mauer hat sich der Sperriegel erhalten. Ein schmaler, mit Backsteinfliesen belegter Gang führt zur Wendeltreppe von 1623 und rechts davon zum Eingang aus dem 19. Jahrhundert. Im Fliesenboden ist das Fundamentloch des Treppenbaues einer früheren Wendeltreppe ablesbar. Links trennt eine in Fachwerk und Holzverschalung aufgeführte Wand den Gang von dem später in zwei Geschosse unterteilten Erdgeschossteil. Der erste, in der Zeit der Romantik als Burgverlies bezeichnete und ausgestattete Raum zeigt den felsigen Boden, auf dem Totenschädel und eine in Ketten gefesselte Soldatenpuppe liegen. Diese kann vom darüberliegenden Knappengemach in die Höhe gezogen werden. Die Verlies-türe ist mit sog. Marterwerkzeugen besetzt. Der zweite, als Klause bezeichnete Raum zeigt wiederum den felsigen Boden. Einen Eremiten gab es auf Schloss Wildenstein nie. Das Motiv könnte unter dem Einfluss der Eremitage in Arlesheim entstanden sein und verkörperte das reine und unverdorbene Leben in der Natur. | ||
In der Westecke steht der Kachelofen, noch in der Form eines gotischen Turmofens. Er besteht aber aus Kacheln mit Renaissancemotiven, Medaillons in den Frieskacheln und einem Turmkranz mit Kartuschenkacheln, Frauenfiguren und Putten oder Puttenköpfen. Die Ofenwände werden von Kacheln mit geometrischen Reliefmustern, die teppichartig wirken, verkleidet. Links steht eine Anrichte im Renaissancestil in Eichenholz. Ende 19. Jahrundert. An den Türen die Wappen Vischer, Merian, Basel und unbekannt. Entstanden unter Karl Vischer-Merian, später verkauft und 1993 vom Kanton zurückgekauft. | ||
Links das sog. Kabinett, dessen Tiefe der Mauerdicke entspricht. Zwei Wandkästen z.T. mit Intarsien 16. und 17. Jahrhundert. An den Wänden der Hochzeitszug und die Hochzeit Hemann Sevogels (1427 bis 1444 Schlossbesitzer) gemalt von Peter Vischer und seinen Söhnen Peter und Lukas nach Kupferstichen des westfälischen Malers Heinrich Aldegrever. Im zweiten Obergeschoss liegt rechts das sog. Arbeitszimmer mit dekorativ bemalter Holzdecke in Marmorimitation. Daneben der sog. Rittersaal mit in Würfelform bemalten Bodenfliesen, abgelaugter Holzleistendecke und erneuertem Wandverputz. Bemerkenswert an der Innenwand der kräftige Stützbalken von 1341 mit Unterzug und Tragschübel mit Volutenendung. | ||
Im Vorraum des dritten Obergeschosses befindet sich eine Feuerstelle mit Kaminhut. Von hier aus betritt man die am Handlauf mit der Jahreszahl 1629 datierte Laube, wo sich ein prachtvoller Ausblick auf die übrigen Gebäude, den Hof und die dazugehörigen Ländereien bis hin zum Arxhof bietet. Zahlreiche Graffiti an den Wänden erinnern an die Besucher früherer Zeiten. In der Westecke des obersten Geschosses befindet sich das sog. Gastzimmer mit einer Holzdielendecke, einer Bemalung in Marmorimitation und einem alten Bett. Daneben liegt die sog. Rüstkammer mit einer ähnlichen Decke, einem Cheminée und verschiedenen Waffen. Östlich davon liegt das sog. Kaplanzimmer mit den Darstellungen der beiden Schlösser Bottmingen und Wildenstein an der Ostwand und der Zeichnung eines betenden Kaplans. Die Dekorationsmalereien sind mit den Initialen P.V. (Peter Vischer) 1792 datiert und signiert. An der Westwand steht Nettli Hess 1808. | ||
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Plantabau Äusseres | ||
Nahezu die ganze linke Seite des Hofs nimmt der um 1693 von Marie Sophie von Planta erbaute Wohnsitz ein. Das annähernd rechteckige Gebäude folgt im Osten und Norden den Umfassungsmauern und ist deshalb im Norden abgeschrägt. Das zweigeschossige, sechsachsige Wohnhaus wird von einem steilen Walmdach mit Lukarnen und Kaminen bedeckt, talseits auf der Ostseite von zwei Ecktürmen flankiert. Charakteristisch für die Fassaden dieses Wohnsitzes sind die hohen, stichbogigen und ohne Gewände in die Maueröffnungen eingesetzten Fenster. Der runde Turm an der Nordostecke stammt vermutlich aus dem 14. Jahrhundert, wurde 1693 bei der Errichtung des Plantabaus bis auf dessen Dachtraufe abgetragen, um die Mitte des 19. Jahrhunderts jedoch wieder aufgestockt und talseits in beiden Geschossen mit hohen, rechteckigen Reihenfenstern geöffnet. Sein oberstes Geschoss besitzt spitzbogige Öffnungen und schliesst mit einem knappen Kegeldach ab. An der Ostfassade neben dem Turm befindet sich im Erdgeschoss ein Balkon mit schmiedeeisernem Geländer. Der südliche Eckturm wurde 1904 nach Plänen von Fritz Stehlin erbaut. Er zeigt im untersten Geschoss eine offene, stichbogige Loggia und in den oberen Geschossen hochrechteckige Fenster mit Steingewänden. Seinen Abschluss bildet ein kegelförmiger, eingezogener Spitzhelm. An der Stelle dieses Turms befand sich im Obergeschoss ursprünglich ein Abtritt-erker. Östlich des Turms neben der Loggia reicht bis zum ersten Geschoss der Überrest eines abgetragenen Turms. | ||
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Plantabau Inneres | ||
Der Grundriss des Plantabaus macht deutlich, dass er um 1693 auf den Fundamenten bestehender Bauten durch Verbreiterung und Aufstockung entstanden ist. Das karge Äus-sere steht in einem unerwarteten Kontrast zum Innern, wo ursprünglich nahezu alle Decken und Wände mit Dekorationsmalereien verziert waren. Zudem handelt es sich nicht, wie sonst üblich, um bemalte Holzbalkendecken, sondern um Kassettendecken, die in Basel und Umgebung im 17. Jahrhundert nicht vorkommen. Ausserdem enthielt der Plantabau im Obergeschoss eine später aufgehobene Enfilade (Aneinanderreihung) von Räumen, wie sie in Basel und Umgebung erst zu Beginn des 18. Jahrhunderts unter französischem Einfluss 1720 z.B. im Schloss Bottmingen vorkommt. Während die Deckenmalereien in der Ära Vischer erhalten, übermalt bzw. renoviert wurden, übertünchte man die Malereien an den Wänden. Anlässlich der Instandstellung von 1995/96 kamen diese z.T. zum Vorschein, wurden aber mit Ausnahme des Treppenhauses nur teilweise freigelegt. Kachelöfen und Cheminées wurden in der Ära Vischer eingebaut. Nahezu sämtliche Räume erhielten beim Umbau 1904 durch den Basler Architekten Fritz Stehlin anstelle der Tannenriemenböden eichene Fischgratparkettböden. Der Haupteingang vom Hof her befindet sich nicht in der Fassadenmitte und führt direkt in einen Quergang, dessen rechte Hälfte die eichene Treppe einnimmt. Die Dielen der Holzbalkendecke sind mit prachtvollem gelbem Blumendekor auf blauem, marmoriertem Grund mit rotem Rahmen bemalt. Nahe dem Eingang hängen am Balken fünf lederne Feuereimer von 1688. Links davon befindet sich die Garderobe mit einer unbemalten Holzdielendecke und einem würfelförmig bemalten Boden (vgl. Rittersaal im Wohnturm). Rechts vom Eingang liegt die Schlossküche mit einem Bodenbelag aus Schieferplatten. In der Fortsetzung des Gangs liegt ein kleines Vorzimmer mit blaugrüner Kassettendecke mit gelben Holzstäben und grünem Kachelofen mit Nelkenmustern, Ende 17. Jahrhundert. | ||
An der Ostwand Cheminéeplatte mit den Wappen der Erbauer von Planta-von Rosen. | ||
Links davon liegt der sog. Grosse Salon, ursprünglich zwei mit einer Schiebetüre verbundene Wohnzimmer, die beide erst 1923 von Architekt Hans Ryhiner im französischen Hôtelstil des 18. Jahrhunderts vertäfert wurden. Da das Eichentäfer dunkel und düster wirkte, wurde es wenig später gestrichen. Unter dem Täfer finden sich Tapeten aus dem 19. und Grisaillemalerei aus dem 17. Jahrhundert. Der weisse Kachelofen mit vasenbekröntem Aufbau, Girlanden und Medaillons ist vermutlich ein sog. Berner Ofen (Ende 18. Jahrhundert) und könnte aus dem Blauen Haus in Basel stammen. Der Cheminéerahmen aus rotem Sandstein ist stark dekoriert, eventuell 2. Hälfte 19. Jahrhundert. - Rechts neben dem Vorzimmer befindet sich der kleine Salon, ursprünglich Esszimmer, mit abgelaugter, ursprünglich aber bemalter Holzkassettendecke, Louis-XV-Cheminéerahmen aus Stein und Balkon beim Südturm. | ||
Im Obergeschoss sind nur die Wandbilder des Treppenhauses 1996 vollständig freigelegt worden. Sie ergänzen die Grisaillemalerei der Kassettendecke mit einer Illusionsmalerei, in der eine rundbogige Arkadenmalerei den Blick in Landschaften z.T. mit Figuren öffnet. Vermutlich entstanden die Bilder aufgrund von Stichvorlagen. Links vom Treppenhaus befindet sich der sog. Rittersaal. | ||
Die Kassettendecke ist mit ihren sehr bunten Blumenmalereien in Gelb-, Rot-, Grün- und Blautönen raumbeherrschend. Dagegen fügt sich das Cheminée und sein Aufsatz mit seiner zurückhaltenden Marmorierung besser in die Raumarchitektur. Es stammt wie auch die Deckenmalereien aus der Zeit um 1693. | ||
Rechts vom Treppenhaus liegt das sog. Jagdzimmer. Hier sind die Grisaillemalereien der Kassettendecke auf hellbraunem ocker Grund gemalt. Die kräftigen Ranken umschliessen Tier- und Figurenmotive. In der Ecke steht ein dunkelgrüner Kachelofen, datiert 1687. In der Südostecke liegt das ehemalige Schlafzimmer, dessen Wände und Decke in hellem Grün bemalt sind. In der Ecke steht ein dunkelgrüner Kachelofen mit Nelkenmustern, Ende 17. Jahrhundert. Auf der Südseite des Obergeschosses befand sich zur Erbauungszeit eine Enfilade von Zimmern. Im 19. Jahrhundert wurde diese zugunsten eines Ganges mit in sich geschlossenen Gastzimmern aufgehoben. | ||
1996 wurde im ehemaligen Vorzimmer des Schlafzimmers die Trennwand entfernt, so dass die Breite des Ganges an der dort dunkleren Decke ablesbar ist. Cheminée mit steinernem Louis-XV-Rahmen. Über den beiden Türen gemalte Kriegsembleme, zwischen den Fenstern ein Atlant. Im anschliessenden ehemaligen Gastzimmer mit abgelaugter Kassettendecke von 1693. Ursprünglich Rankenmalerei, später im 19. Jahrhundert durch blasse Ranken ersetzt, im Gang erhalten. Kachelofen, datiert 1687. Anschliessend ehemaliges Badezimmer. Malereien der Kassettendecke entfernt. Beim Fenster Cheminéerahmen. Im Gang Spuren von Wandmalereien. | ||
An der ehemaligen WC-Türe gemalter Türwärter.Im nachfolgenden Zwischentrakt, 1904 erbaut nach Plänen von Fritz Stehlin, befinden sich im Obergeschoss das Café, früher Wohnung des Dienstenehepaars, und im Erdgeschoss die WC-Anlagen. | ||
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Zwischentrakt und Torbau | ||
Der Zwischentrakt ist etwas niedriger und halb so tief wie der Plantabau und wird von diesem durch den Südturm getrennt und von einem Walmdach bedeckt. Auf der Hofseite befindet sich im Winkel zwischen Plantabau und Zwischentrakt im Erdgeschoss eine offene Laube als Verbindungsgang zum Torbau an der Ostecke des alten Wohnturms. Darunter erblickt man das noch erhaltene Niveau des ehemaligen Burggrabens vor dem alten Wohnturm, der bis zur Hofflucht des Plantabaus aufgefüllt ist, und zu dem von der Laube aus eine Treppe führt. Der in seinem unteren Teil durch den Zwischentrakt verdeckte Torbau endet über dem gemauerten, mit Quaderimitation bemalten Tor in einem allseitig vorkragenden Holzgeschoss. Dieses besteht aus einer Holzständerkonstruktion mit kräftigen Schwellen, Eckständern, liegenden Bohlen und Kopfhölzern. Schmale Löcher mit alten Drainageröhren anstelle von Kanonenrohren dienten wahrscheinlich zur Beobachtung. Auf der Stirnfront das bunte Zifferblatt einer Uhr, die Jahreszahl 1542 und das Wappen der Familie Sevogel. Der Torbau stammt mit seinem eigenartigen Holzgeschoss und dem vierseitigen Spitzhelm aus dem Ende des 14. und 17. Jahrhunderts. | ||
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Hofgut | ||
Unterer Hof. Nördlich des Schlosses und unterhalb der Lindenallee liegen die beiden Häuser des Unteren Hofs, der vermutlich bereits im 15. Jahrhundert entstanden ist. | ||
Bilddokumente aus dem 17. Jahrhundert zeigen hier eine kleine Gebäudegruppe, die nach dem Bau des Plantahauses und der Entfernung der Ökonomie- und Dienstengebäude im Schloss vergrössert worden ist. Das grosse, zweigeschossige Wohnhaus unter Krüppelwalmdach und mit durchlaufendem Mittelgang im Erdgeschoss stammt vermutlich aus dem 18. Jahrhundert. Die eine Giebelfassade besitzt ein Klebdach mit einer 1902 erneuerten Sonnenuhr, die andere eine Laube. Die Fensterleibungen sind noch durchwegs aus Holz. Parallel dazu einen kleinen Zwischenhof bildend, steht an der Hangkante ein langgestrecktes, niederes Gebäude unter Mansard- und Satteldach. Seine Ostfassade ist mit der Gartenmauer verbunden und wird von kräftigen Mauerstreben am Hang gestützt. Peter Werthemann erbaute sie 1724 als neue Sennenwohnung. Nördlich der beiden Häuser steht ein kleines Haus mit gewölbtem Keller, datiert mit der Inschrift: „PV 1942" = Peter Vischer. Die ganze Hofgruppe ist erstmals von Emanuel Büchel um 1765 festgehalten worden und war bereits damals eng mit der Schlossanlage verbunden. | ||